2. Projekt
Im Anschluss an die Untersuchungen Anfang dieses Jahrhunderts ist 2005 ein Gesamtkonzept für die Sanierung der Deponie Baarburg erstellt worden. Dabei entschied sich das Amt für Umweltschutz für ein Vorgehen in Etappen. Im Wesentlichen umfasst das Sanierungskonzept fünf Hauptmassnahmen:
1. Sanierung der Basisentwässerung
2. Verlegung des Trinkwasserstollens der Wasserversorgung Zürich
3. Verlegen von Flankendrainagen
4. Sanierung des Gashaushaltes
5. Oberflächensanierung
Nachstehend die fünf Massnahmen in Stichworten.
Sanierung der Basisentwässerung
Ziel ist es, die zerstörten Entwässerungsleitungen unterhalb der Deponie wieder betriebsbereit zu machen. Als Abschluss dieser Entwässerungssanierung muss eine neue Sammelleitung ab dem bestehenden, rund 31 Meter tiefen Sondierschacht ins Gebiet Waldhof realisiert werden. Bautechnisch erfolgt die Verlegung der neuen Sammelleitung im sogenannten Microtunneling-Verfahren (siehe unten).
Verlegung des Trinkwasserstollens der Wasserversorgung Zürich
Die unter der Deponie durchführende Trinkwasserleitung wird östlich um die Deponie herumgeführt. Dabei kommt ein Spezialverfahren zum Einsatz, bei dem ein ferngesteuerter Bohrkopf von 2 Metern Durchmesser für den Vortrieb sorgt. In das ausgebrochene Profil werden laufend Betonrohre eingeschoben, die als Schutzmantel für Trinkwasserrohre aus Stahl (Durchmesser 60 cm) dienen. Durch diese Rohr-in-Rohr-Lösung ist ein Eindringen von Sickerwasser unwahrscheinlich.
Der beidseitige Anschluss der Trinkwasserleitung an die Vortriebsstrecke wird in der offenen Grabenbauweise hergestellt. Im Gebiet 'Waldhof' muss ein neuer Entlüftungsschacht betoniert werden.
Bau von Flankendrainagen
Es ist eine Trennung von belastetem Deponiesickerwasser und sauberem Hanggrundwasser anzustreben. Die grosse Menge an zufliessendem sauberem Hang- und Quellwasser soll separat gefasst und in den Baarburgbach abgeleitet werden. Zu diesem Zweck werden an den Flanken der Deponie Sickergräben erstellt, die das Zufliessen von sauberem Hangwasser in den Deponiekörper verhindern und das Wasser in offene Bäche ableiten.
Sanierung des Gashaushaltes
Das längerfristige Ziel ist, die Deponie in einen stabilen Zustand zu überführen, bei dem keine aktiven Entgasungsmassnahmen mehr erforderlich sind und der unkontrollierte Gasaustritt in die Umgebung eingedämmt wird. Das bestehende Entgasungssystem bleibt nach der Deponiesanierung aktiv und wird lediglich mit Zuleitungen zu den Gasbrunnen ergänzt. Durch die neu erstellten Gasbrunnen kann Gas aus tieferen Schichten abgesaugt und der Deponiekörper später belüftet werden.
Oberflächensanierung
Ziel ist eine Rekultivierung, welche durch sachgerechte Anlage und Bodenaufbau eine landwirtschaftliche Nutzung erlaubt, die dem natürlichen Standort entspricht. Der gesamte Neuaufbau der Oberfläche ist bis 4,5 Meter mächtig und wird direkt auf die bestehende Oberfläche aufgetragen.
