Zuger Kiesreserven reichen noch 15 bis 18 Jahre
Medienmitteilung vom 4. Mai 2012
Die Baudirektion hat den soeben erschienenen Jahresbericht 2011 über den Kiesabbau veröffentlicht. Aus dem Bericht geht hervor, dass im Kanton Zug weiterhin viel Kies abgebaut wird, dass die im Richtplan gesicherten Reserven aber noch für 15 bis 18 Jahre reichen. Auch auf Fragen zu den Kiesimporten/-exporten, zum Verbrauch von Kiesersatzstoffen und zur Verwertung von Aushubmaterial in Kiesgruben liefert der Bericht Antworten.
Die Baudirektion hat den neuesten Jahresbericht über den Kiesabbau im Kanton Zug herausgegeben. Jedes Jahr erhebt das Amt für Raumplanung Daten bei Kiesabbaufirmen und Bauunternehmungen in der Region. Die Zahlen für das Jahr 2011 sind wie gewohnt in anschaulichen Tabellen und Grafiken dargestellt und mit den Werten der Vorjahre verglichen. Der Bericht dient als Grundlage für die Abbauplanung der kommenden Jahre. Er kann im Internet unter www.zug.ch/raumplanung unter der Rubrik "Publikationen" heruntergeladen oder beim Amt für Raumplanung bestellt werden.
Die zentralen Aussagen des Berichtes sind folgende:
- Im Jahr 2011 bauten die Kieswerke rund 570'000 m3 Kies (Material zum Verkauf in m3 lose) in den Zuger Abbaustellen ab. Der Abbau ist damit geringfügig höher als im Vorjahr und liegt gleichzeitig über dem mehrjährigen Durchschnitt.
- Im Jahr 2011 ist Kies im Umfang von 29 % des gesamten Kiesumsatzes in den Kanton Zug importiert worden. Der Anteil der Exporte am Kiesumsatz beträgt 25 %. Daraus resultiert erstmals seit 2008 wieder ein leichter Importüberschuss.
- Im Kanton Zug wird Kies häufig durch andere Produkte substituiert. Solche Ersatzstoffe entstehen nach der Verwertung und Aufbereitung von mineralischen Bauabfällen (Betongranulat, Mischabbruchgranulat, Asphaltgranulat, Recyclingkiessand). Der Absatz dieser Baustoffe lag bei 178'000 m3 (16 % des Gesamtumsatzes). Dies ist der höchste bisher registrierte Wert, was aus ökologischer Sicht positiv zu werten ist. Auch durch die Verwendung von Aushubmaterial für Hinterfüllungen kann Kies gespart werden. Die Menge des für Hinterfüllungen verwendeten Aushubmaterials sank auf 37'000 m3. Damit stammte 2011 20 % des Gesamtumsatzes aus Sekundärbaustoffen.
- Im Jahr 2011 wurden 531'000 m3 offenes Kiesgrubenvolumen mit Aushub aufgefüllt. Gemäss Angaben der Kieswerke standen Ende 2011 in den Kiesgruben rund 7.0 Mio. m3 Auffüllvolumen offen. Aus betrieblichen Gründen steht nur ein kleiner Teil dieses Volumens kurzfristig für die Ablagerung von Aushubmaterial zur Verfügung. Für das Jahr 2012 wird das verfügbare Leervolumen mit 620'000 m3 beziffert.
Wie schon in den Vorjahren ist im Kanton Zug im Jahr 2011 mehr Material abgebaut worden als geplant. Sollte sich dieser Trend über mehrere Jahre fortsetzen, werden die Zuger Kiesreserven schneller aufgebraucht sein als im Kieskonzept 2008 veranschlagt. Das Amt für Raumplanung wird die weitere Entwicklung auf dem Kiesmarkt im Auge behalten und nötigenfalls das Kieskonzept überprüfen. Mit Engpässen in der Kiesversorgung ist in den kommenden Jahren nicht zu rechnen.
Baudirektion
Weitere Auskünfte:
Heinz Tännler, Baudirektor
Tel. 041 728 53 01
E-Mail: heinz.taennler@zg.ch
Beilage:
Materialflussdiagramm für das Jahr 2011
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