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Gesundheit

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Gesund zu sein und eine gesunde Familie zu haben, ist der Wunsch aller Mütter und Väter. Dieses Ziel wird am ehesten erreicht, wenn Eltern und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen den Grundstein für deren körperliche und psychische Gesundheit legen.
Im Folgenden hat das Gesundheitsamt des Kantons Zug, Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention, eine Auswahl von Gesundheitsthemen aufgegriffen, die für und in Familien relevant sind. Die Themen werden nur kurz erläutert. Unter den aufgeführten Links sowie durch die erwähnte Literatur erhalten Sie mehr und detailliertere Informationen zu den jeweiligen Themen.



Familien und körperliche Gesundheit

In den Familien bilden sich Gewohnheiten, die das Leben prägen. Kinder beobachten ihre Eltern, ahmen sie nach und lernen durch ihr Beispiel. Diese eingeübten Verhaltensweisen behalten die Kinder im weiteren Leben oft bei. Gesunde Ernährung, Bewegung und Sport haben eine Fülle von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität.
Für die körperliche Gesundheit sind eine ausgewogene Ernährung und tägliche Bewegung von zentraler Bedeutung. Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel sind die Hauptursachen für Übergewicht und Fettleibigkeit. Diese wiederum können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Ernährungsgewohnheiten und Einstellungen zu Bewegung und Sport werden in der Kindheit und Jugend erworben. Sie als Eltern können durch Ihr Vorbild und durch Ihre Empfehlung verschiedener Angebote auf Ihre Kinder Einfluss nehmen.


Gesundes Körpergewicht

Im Kanton Zug sind 39 Prozent der Bevölkerung übergewichtig (Schweizerische Gesundheitsbefragung 2002). Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit, Herzkrankheiten, bestimmte Krebsarten, Arthrose, Osteoporose und psychische Probleme sind Themen, mit denen übergewichtige Menschen konfrontiert sein können.
Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Mass zur Beurteilung des Körpergewichtes. Dabei gilt die folgende Formel:
BMI = Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergrösse in Meter x Körpergrösse in Meter
Sind Sie z. B. 1.72 m gross und 80 kg schwer,
dann ergibt sich als BMI: 80:(1.72 x 1.72) = 27. 

BMI online berechnen
Auswertung
BMI unter 18,5 Untergewicht. Bitte kontaktieren Sie eine medizinische Fachperson.
BMI 18,5-25 Normalgewicht
BMI 25-30 Übergewicht. Versuchen Sie Ihr Gewicht zuerst stabil zu halten und dann zu reduzieren.
BMI 25-30 Übergewicht. Versuchen Sie Ihr Gewicht zuerst stabil zu halten und dann zu reduzieren.
BMI über 30 Starkes Übergewicht. Bitte kontaktieren Sie eine medizinische Fachperson.

BMI-Werte gelten für Personen ab 18 Jahren. Sportlerinnen, Sportler und Schwangere sind ausgenommen.
Durch Optimierung der Ernährung und mehr körperliche Bewegung können Sie Übergewicht vermeiden und bekämpfen. 

 

Ernährung

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Die Lebensmittelpyramide stellt eine Mischkost dar, welche eine ausreichende Zufuhr von Energie und lebensnotwendigen Nähr- und Schutzstoffen gewährleistet. Sie hilft Ihnen, Elemente einer gesunden Ernährung in Ihren Menüplan zu integrieren. Beachten Sie dabei bitte folgende Auswahl: 

- Flüssigkeit, vor allem Wasser; Früchte und Gemüse: viel
- Getreideprodukte und Kartoffeln: ausreichend
- Fleisch und Milchprodukte: bescheiden
- Süssigkeiten und fettreiche Produkte: nur mit Mass

Versuchen Sie regelmässig, das heisst immer zur gleichen Tageszeit zu essen. Nehmen Sie sich für jede Mahlzeit Zeit und kauen Sie langsam und gut. Wichtig ist, dass man mit Genuss isst und nicht Kalorien zählt. Nehmen Sie die Mahlzeiten möglichst gemeinsam mit anderen Personen ein. 

Säuglingsernährung
Muttermilch ist die optimale Ernährung für den Säugling. Sie liefert Kohlenhydrate, Fett, Proteine und Mineralien und schützt vor Infektionen. Manche Mütter können aber aus verschiedenen Gründen nicht stillen. Dann ist eine Fertigmilch, das heisst eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung, die beste Variante.

Ernährung für Kinder und Jugendliche
22 bis 34 Prozent der Deutschschweizer Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren leiden an Übergewicht. 10 bis 16 Prozent sind sogar fettleibig. Die Ursachen für Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen sind der Konsum von zu vielen Süssigkeiten, fettigen Snacks und Fastfood, wenig geregelte Mahlzeiten am Familientisch und Essen nach dem Lustprinzip statt nach den Regeln der gesunden Ernährung. Natürlich spielen auch die Erbanlagen und mangelnde Bewegung eine Rolle.
Eine ausgewogene und regelmässige Ernährung ist für die Gesundheit und das Wachstum von Kindern und Jugendlichen von grosser Bedeutung und legt den Grundstein für die Gesundheit in späteren Jahren. Für einen optimalen Mix sollten alle Lebensmittelgruppen der Lebensmittelpyramide im Ernährungsplan der Kinder vertreten sein. 

Da sich die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide an Erwachsene richten, ist für Kinder Folgendes speziell zu beachten:
- Flüssigkeit: bei jeder Gelegenheit
- Früchte und Gemüse: grosszügig
- Getreideprodukte und Kartoffeln: nach Appetit
- Milch und Milchprodukte: genug
- Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte: genug
- Fette und Öle: sparsam
- Süssigkeiten: sparsam 


Tipps für Eltern:
Das Argument „gesund“ interessiert Kinder nicht. Im Gegenteil, was ungesund oder verboten ist, reizt sie erst recht. Mit folgenden Tipps können Sie Ihre Kinder zu gesundem Essen „verführen“.
- Eltern haben Vorbildfunktion. Ihr Essverhalten wird von

  Kindern beobachtet und nachgeahmt.
- Mahlzeiten zuzubereiten ist für Kinder spannend und fördert die Lust 

am vielseitigen Essen. Versuchen Sie Ihr Kind dabei einzubeziehen.
Wenn ein Kind eine Zeit lang kein Gemüse isst, führt das noch zu keinem Vitaminmangel. Fruchtsäfte und Dörrobst z. B. haben ebenfalls viele Nahrungsinhaltstoffe.
Bereiten Sie zwei verschiedene Gemüsesorten oder Salate vor und lassen Sie Ihrem Kind die Wahl.
Kinder haben es gerne, wenn beim Essen die Sinne angesprochen werden. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und geben Sie ihnen zum Znüni z. B. einen mit einem lustigen Gesicht geschnitzten Apfel mit oder belegen Sie ein Brot mit einem aus verschiedenen Gemüsesorten geschnitzten Hampelmann.

Jugendliche sind besonders gefährdet, sich falsch zu ernähren. Oft nehmen sie sich keine Zeit für ein gesundes Frühstück. In den Mittagspausen verpflegen sie sich meistens mit preiswertem Fastfood. Dazu kommt noch, dass sich in der Pubertät durch die Hormonumstellung der Körper verändert, und sie sich erst damit zurechtfinden müssen. Viele Jugendliche fangen in dieser Zeit an, Launen, Frust und Unzufriedenheit mit Essen zu bekämpfen und schaden so ihrer Gesundheit. Viele junge Frauen beschäftigen sich in der Pubertät mit ihrem Körpergewicht, um den bestehenden Schönheitsidealen entsprechen zu können. Häufige Diäten und ein verändertes Essverhalten sind Hinweise darauf. Suchen Sie als Eltern in solchen Situationen das Gespräch mit Ihrer Tochter. Sie können sich mit Ihren Fragen auch an eine Beratungsstelle wenden. 


Bewegung und Sport

Regelmässige Bewegung und Sport verbessern innerhalb kurzer Zeit die Leistung und die Funktionen des Körpers. Sie beugen Krankheiten und Beschwerden wie Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Osteoporose, Diabetes II oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und bieten einen beträchtlichen Schutzeffekt. Auch haben sie positive Auswirkungen auf die Psyche. Sie steigern das Selbstwertgefühl und hellen die Stimmung auf. Fast jede zweite leichte Depression könnte mit regelmässiger Bewegung verhindert werden.
Versuchen Sie, täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport in Ihr Leben einzubauen. Diese Aktivitäten müssen von mittlerer Intensität sein. Das heisst, dass man zumindest etwas ausser Atem sein sollte, aber nicht unbedingt ins Schwitzen kommen muss. Die halbe Stunde Bewegung muss nicht unbedingt am Stück absolviert werden. Alle körperlichen Aktivitäten, die nicht weniger als 10 Minuten dauern, können über den Tag hinweg zusammengezählt werden. Sie können z. B. statt Lift oder Rolltreppen die Treppen benützen oder zu Fuss einkaufen gehen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder zwei Stationen früher aus dem Bus oder Tram aussteigen und den restlichen Weg zu Fuss gehen, Gartenarbeiten verrichten oder Schneeschaufeln. Der Kanton Zug bietet Familien wundervolle Gelegenheiten zur Bewegung, Entspannung, Erholung und Sport.

Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche
Körperliche Aktivität bei Kindern und Jugendlichen ist wichtig für Gleichgewicht, Schnelligkeit, Koordination und Kraft und führt zur motorischen Entwicklung, zur Entwicklung des Bewegungsrepertoires und baut das Selbstwertgefühl auf. Kinder, die sich bewegen, erleben oft wertvolle Momente, nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf geistiger Ebene. Schenken Sie Ihren Kindern eine aktive Kindheit.

Tipps für Eltern mit Kindern im Vorschulalter:
Verstellen Sie das Kinderzimmer nicht mit Möbeln und Spielsachen. Kinder brauchen Raum für Bewegung.
Legen Sie gelegentlich eine Matratze oder Gymnastikmatte aus, und erlauben Sie Ihrem Kind, Kunststücke und Turnübungen nach eigener Phantasie zu machen.
Versuchen Sie, statt Lift oder Rolltreppen die Treppen zu benützen.
Für Kinder ist Treppenhüpfen ein Riesenspass.

Möchten Sie mit Ihrem Kind und in Gemeinschaft mit anderen Müttern und Kindern Bewegung und Sport erleben? Dann nehmen Sie doch an einem Turnkurs für Mutter und Kind (MUKI) teil.

Tipps für Eltern mit Schulkindern:
Ermuntern Sie Ihre Kinder, zu Fuss in die Schule zu gehen oder das Fahrrad zu benutzen.
Zähneputzen auf einem Bein
Treppen hüpfen
Schenken Sie ihnen zu Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten Sportartikel oder Gutscheine für Sportlager
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Familien und psychische Gesundheit

  • Familien mit Kindern bis 5 Jahre
  • Familien mit schulpflichtigen Kindern
  • Familien mit Kindern in der Pubertät

Psychische Gesundheit hängt von einer Kombination verschiedener Faktoren ab. Neben biologischen und psychologischen Faktoren sind auch soziale, sozioökonomische, kulturelle und ökologische Faktoren massgebend für die psychische Gesundheit. Psychische Gesundheit bedeutet, dass "der Einzelne seine intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten ausschöpfen kann, die normalen Lebensbelastungen bewältigen und produktiv und fruchtbar arbeiten kann, und imstande ist, seiner Gemeinschaft einen Beitrag zu leisten" (Weltgesundheitsorganisation WHO, 2003).

Obwohl die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ihr psychisches Wohlbefinden als hoch einschätzt, liegen psychische Störungen und Suizid bei der Schweizer Bevölkerung im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung leidet während ihres Lebens mindestens einmal an einer psychischen Störung, vor allem an affektiven und Angst-Störungen. Pro Jahr unternehmen rund 500 Kinder und Jugendliche einen Selbstmordversuch.

Körperliche und psychische Gesundheit stehen in Wechselwirkung zueinander. So haben gesunde Ernährung, Bewegung und Sport positive Auswirkungen sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche. Optimismus, Lachen und Humor wiederum haben positive Auswirkungen auf die psychische als auch auf die körperliche Gesundheit. Ein ganzheitlicher, gesunder Lebensstil ist ein wertvolles Geschenk, das Sie Ihren Kindern auf ihren Lebensweg mitgeben können.

Der Lebensbereich Familie bietet eine wesentliche Grundlage für die psychische Gesundheit. Kinder sind für viele Mütter und Väter eine sinnstiftende Quelle, aus der sie Freude und psychisches Wohlbefinden schöpfen können In der Familie können Bewältigungsstrategien im Umgang mit negativen Erlebnissen, Problemen und Krisen erlernt werden. Als Eltern haben Sie die Möglichkeit dazu beizutragen, dass Ihre Kinder Selbstachtung, Selbstvertrauen und ein positives Selbstbild entwickeln. Verschiedene weitere Faktoren wie zum Beispiel eine gelungene Familien- und Erwerbsarbeit oder ein gutes soziales Netz tragen zur psychischen Gesundheit bei. 


Familie mit Kindern bis 5 Jahre

In den ersten Lebensjahren des Kindes wird der Grundstein für seine spätere körperliche und seelische Gesundheit und Stabilität gelegt. Die Forschung zeigt, dass das Kind bereits im Mutterleib Erfahrungen macht, dass es spürt und fühlt. Als neugeborenes Baby ist es schon mit Kompetenzen ausgestattet. Von Anfang an hat die Interaktion zwischen dem Kind und seinen engsten Bezugspersonen auf die Entwicklung des Kindes einen erheblichen Einfluss. So werden in den ersten drei Lebensjahren wichtige Grundlagen für die Entwicklung beispielsweise des Selbstbewusstseins und der Selbstsicherheit, der emotionalen Intelligenz, der sozialen Kompetenz sowie Beziehungs- und Problemlösungsfähigkeiten gelegt.
Kinder haben in diesen Jahren engen Kontakt zur eigenen Familie und sind auf die Unterstützung durch Mutter und Vater angewiesen. Sie haben Bedürfnisse nach Schutz, Pflege, Liebe und Anregung. Genauso wie die Mutter kann auch der Vater einen positiven Einfluss auf alle Aspekte der Persönlichkeit seines Kindes haben. Indem er es pflegt und versorgt, lernt er es besser kennen, kann sich mit ihm austauschen und dabei seine Partnerin entlasten. Indem er mit seinem Kind spielt, kann er ihm helfen seine Bewegungen, seine Sprache, seine Wahrnehmung und seine Beziehung zu Menschen zu entwickeln.

Zur Stärkung und Entwicklung der psychischen Gesundheit von kleinen Kindern tragen soziale Kontakte zu anderen Kindern z. B. in der Krabbel- oder Spielgruppe sowie der Austausch unter Eltern z. B. im Club junger Eltern oder bei Elternbildungsangeboten für Familien mit Kleinkindern viel bei.

Verschiedene Faktoren wie z. B. Belastungen am Arbeitsplatz, Krankheit eines Familienmitglieds, schlechte ökonomische Bedingungen oder Alleinzuständigkeit eines Elternteils für die Erziehung können die psychische Gesundheit von Kindern und Eltern beeinträchtigen. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, sich bei einer geeigneten Fachperson Unterstützung zu holen. 


Familien mit schulpflichtigen Kindern

Mit dem Eintritt in die Primarschule beginnt eine neue Phase im Leben der Kinder. Ein Grossteil der Eltern steht unter dem Druck, ihr Kind früh genug zu fördern, damit dieses für das spätere Leben gerüstet ist. So haben viele Kinder schon in den ersten Primarklassen einen vollen Terminkalender. Manche Pädagogen sprechen vom „gehetzten Kind“. Einerseits stellen die Schulen immer höhere Ansprüche: Kinder müssen sehr viel aufnehmen, und das innerhalb kurzer Zeit. Andererseits sind viele Kinder dem Druck ihrer Eltern ausgesetzt, sehr gute schulische Leistungen zu erbringen, um als Erwachsene dem Wettbewerb im Beruf standhalten zu können. Selbst ihre Freizeit, in der sie sich endlich entspannen könnten, wird für sie mit Förderungsaktivitäten durchorganisiert. Die Spannung und der Stress in diesen jungen Jahren können zu negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit führen. Das offene Gespräch mit den Kindern, das Einplanen von Freiräumen, körperlicher Bewegung und Entspannung im Alltag sind wichtige Beiträge von Eltern für ihre Kinder. 


Familien mit Kindern in der Pubertät

Beim Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter sind die Jugendlichen grossen Herausforderungen und Belastungen ausgesetzt. Veränderungen des Körpers und die hormonelle Umstellung machen sie unsicher und verletzlich. Sie sind mit psychosozialen Herausforderungen wie der Ablösung vom Elternhaus und dem Übergang von der Schule in die Lehre und Erwerbstätigkeit konfrontiert. Zudem erfährt eine steigende Zahl von Jugendlichen während dieser Zeit Veränderungen der Familienverhältnisse wie Scheidung oder neue Partnerschaft eines Elternteils. Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2002 leiden 10-20 Prozent der Jugendlichen unter einer Kumulation mehrerer Probleme, wie z. B. Deprimiertheit und übermässigem Suchtmittelkonsum. Suizid steht bei den Jugendlichen unter den Todesursachen an zweiter Stelle.
Als Eltern können Sie Ihren Kindern in dieser entscheidenden Zeit Halt und Unterstützung geben. Zeigen Sie Interesse für deren Anliegen und Sorgen und sprechen Sie mit ihnen darüber. Dabei ist zu beachten, dass Sie Ihre Kinder als gleichwertige Gesprächspartner betrachten. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Kindern und handeln Sie bei Konflikten Kompromisse aus. Grenzen zu setzen ist in dieser Phase eine wichtige und herausfordernde Aufgabe für Eltern. Es kann hilfreich sein, sich mit anderen Eltern auszutauschen, Elternbildungsangebote zu besuchen oder sich zu den Erziehungsfragen beraten zu lassen.

Für ein gutes Klima in der Familie können Sie auch sorgen, indem Sie Optimismus und Humor in den Alltag einfliessen lassen. Wussten Sie, dass Lachen und Humor grosse Schutz- und Heilwirkung haben? Lachen entspannt die Muskeln, intensiviert die Atmung, reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen und aktiviert die Selbstheilungskräfte. 


Familien und Suchtprävention

  • Suchtprävention im Kindesalter
  • Suchtprävention bei Jugendlichen

Sucht hat verschiedene Erscheinungsformen. Sie kann an Substanzen gebunden sein (Alkohol, Tabak, Medikamente etc.) oder aber unabhängig von Suchtmitteln auftreten (z. B. Spiel- oder Magersucht).
In der Familie macht das Kind die ersten Erfahrungen, wie Erwachsene mit Suchtmitteln umgehen. Untersuchungen haben ergeben, dass Jugendliche häufiger rauchen, wenn sie mit Familienangehörigen aufwachsen, deren Rauchwarenkonsum die Jugendlichen selbst für übertrieben halten. In Familien, in welchen jedoch niemand raucht, raucht später nur jeder zwölfte Jugendliche. Ähnlich ist es beim Alkoholkonsum. Bereits bei einem Familienangehörigen, der zuviel trinkt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch die jugendlichen Kinder Alkohol trinken, deutlich höher. (Befragung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme SFA 1998). So sind Eltern prägende Vorbilder für Kinder und Jugendliche im Umgang mit Suchtmitteln. 


Suchtprävention im Kindesalter

Ein gutes Selbstwertgefühl, Konfliktfähigkeit, Kreativität, Erlebnisfähigkeit sowie ein gutes Körper- und Gefühlsbewusstsein (Schutzfaktoren) können Kinder davor schützen, im späteren Leben zu übermässigem Konsum von Suchtmitteln zu tendieren. Als Eltern können Sie durch die Stärkung dieser sogenannten Schutzfaktoren Ihre Kinder auf ein Leben ohne Suchtmittelmissbrauch vorbereiten. Wichtig ist, dass Sie den Kindern Ihre Liebe zeigen und sich Zeit für sie nehmen. Damit stärken Sie das Grundvertrauen des Kindes. Kinder sollten nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für ihre Bemühungen gelobt werden. Kinder wollen ihre eigenen Erfahrungen machen und brauchen hierzu Freiraum und Grenzen. 


Suchtprävention bei Jugendlichen

Jugendliche sind in einer Umbruchzeit, wollen ausprobieren, erleben und entdecken. Dazu gehört auch das Ausprobieren von Suchtmitteln wie zum Beispiel Alkohol, Cannabis oder Nikotin. Für Eltern ist diese Zeit oft mit vielen Strapazen und Herausforderungen verbunden. Wichtig und hilfreich für Eltern in Bezug auf den Suchtmittelkonsum ihres Kindes ist Folgendes:
Zeigen Sie Interesse an Ihrem Kind. Wie geht es ihm? Steht es unter Druck?
Falls Ihr Kind Suchtmittel konsumiert: Nehmen Sie den Suchmittelkonsum wahr (hinschauen statt wegschauen) und sprechen Sie das Kind darauf an.
Versuchen Sie, Fragen rund um Suchtmittel mit Ihrem Kind zu diskutieren und zu beantworten. Holen Sie sich die nötigen Informationen bei den Fachstellen.
Treffen Sie klare Abmachungen in Bezug auf den Suchtmittelkonsum und zeigen Sie Ihrem Kind die Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Abmachungen auf.
Tauschen Sie sich mit anderen Eltern, Freundinnen und Bekannten aus. Das kann Erleichterung bieten und Mut machen.
Holen Sie sich frühzeitig Hilfe für Ihre Fragen und Anliegen.

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