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Alkoholprobleme in der Familie

Alkohol - (k)ein Problem?

"Ich habe den Eindruck, du trinkst zu viel!" Dieser Hinweis sollte hellhörig machen, denn es erfordert viel Mut, eine solche Wahrnehmung zu äussern. Die übliche Reaktion darauf ist Abwehr. Wer zuviel Alkohol trinkt, möchte häufig nicht wahr haben, dass man nicht nur in der Familie, sondern auch im Freundeskreis oder sogar am Arbeitsplatz längst bemerkt hat, dass etwas nicht stimmt. Insbesondere die Familienmitglieder leiden unter den Folgen des Alkoholmissbrauchs und wünschen sich eine Veränderung.Die Betroffenen dagegen verleugnen das Problem häufig aus Furcht. Sie können sich nicht vorstellen, das Leben ohne Alkohol zu bewältigen.
Jedes Familienmitglied nimmt das Problem aus seiner eigenen Sicht wahr und macht sich seine persönlichen Gedanken und Sorgen. Meistens stehen alle Familienmitglieder unter grossem Druck und sind sehr belastet. In einer solchen Situation ist es dann häufig schwierig, selbst einen Ausweg zu finden. Gemeinsam mit einer neutralen Fachperson aus der Suchtberatung können neue Perspektiven und die nächsten Schritte entwickelt werden.
In Familien mit Suchtproblemen herrscht oftmals Unsicherheit und Angst. Deshalb ist es wichtig, dass überhaupt wieder Hoffnung entstehen kann. Dafür ist es notwendig, dass die abhängige Personen ihr Verhalten so verändert, dass die Familiemitglieder entlastet werden. Oft ist eine Alkoholabstinenz für einen längeren Zeitraum unumgänglich, denn in einer solchen Situation braucht es deutliche Zeichen, dass die Veränderung ernst gemeint ist. Schliesslich haben Versprechungen, die dann doch nicht eingehalten werden, das Vertrauen bei den Familienmitgliedern in der Vergangenheit schon häufig erschüttert.
In der Regel hat die Paarbeziehung stark gelitten oder die anderen Familienmitglieder übernehmen Aufgaben, mit denen sie sich nicht wohl fühlen. Manchmal muss auch entschieden werden, ob man nach den schwierigen Erlebnissen noch eine gemeinsame Zukunft sieht. Die grösste Herausforderung für einen Neuanfang ist in dieser Situation, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dies gelingt am besten, wenn die Partner bereit sind, sich auf einen offenen Austausch einzulassen.. Aber es ist kein einfacher Weg. Deshalb ist eine professionelle Begleitung bei dieser Veränderung oft eine grosse Hilfe.
Die Bedürfnisse der Kinder müssen in einer solchen Situation unbedingt berücksichtigt werden: Kinder wünschen sich Sicherheit und Geborgenheit. Dies kann eine Familie mit einem suchtkranken Elternteil häufig nicht bieten. Kinder fühlen sich zudem schnell verantwortlich, wenn es jemandem in der Familie nicht gut geht und sie übernehmen die Verantwortung für Dinge, für die sie nichts können. Deswegen müssen Kinder in den Heilungsprozess einbezogen werden, um zu verstehen, was passiert ist und wie es weitergehen soll. Nur so können sie von dem Gefühl befreit werden, dass sie etwas falsch gemacht haben und Schuld am familiären Problem sind. Häufig meinen Eltern, die Kinder hätten von der Alkoholproblematik nichts mitbekommen. Dies stimmt aber meistens nicht und die Kinder leiden noch jahrelang - ja bis ins Erwachsenenalter - unter den Folgen des Erlebten. Betroffene Eltern sollten daher nicht zögern, sich möglichst frühzeitig fachliche Unterstützung zu suchen. Dadurch entlasten sie nicht nur ihre Kinder, sondern letztendlich auch sich selbst.
 

Gemeinsam aus der Krise - Die Geschichte einer Familie, wie sie uns in der Suchtberatung täglich begegnen könnte

Link zur Geschichte einer Familie aus Sicht der Kinder Link zur Geschichte einer Familie aus Sicht der Ehefrau/Mutter Link zur Geschichte einer Familie aus der Sicht des Betroffenen/Vaters Imagemap mit Links zur Sicht der jeweiligen betroffenen Personen

Wo finde ich Hilfe?

Die Suchtberatung im Kanton Zug ist Ihre Anlaufstelle zu allen Fragen rund um das Thema "Sucht".Kontakt über Tel. 041 728 39 39, suchtberatung@zg.ch

Für diejenigen, die nicht die Unterstützung einer Beratungsstelle oder keine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen wollen, besteht auch die Möglichkeit der Selbsthilfe:

  • Meetings der Anonymen Alkoholiker im Kanton Zug:
    • Jeden Mittwoch um 20 Uhr, Pfarrheim Guthirt, Guthirtstrasse 1, 6300 Zug
    • Jeden Sonntag um 20 Uhr, Zentrum Dorfmatt 1 (beim Bahnhof), 6343 Rotkreuz
    • Weitere Informationen: www.anonyme-alkoholiker.ch
  • www.al-anon.ch - Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholkranken
  • www.weniger-trinken.ch - Konsumreduktion durch Selbstkontrolle: Sechswöchiges, kostenloses, anonymes, zeit- und ortsunabhängiges Selbsthilfeprogramm für Personen, die ihren Alkoholkonsum längerfristig reduzieren wollen.
  • www.alcorisk.ch - 24h-Online-Beratung
  • www.alkodt.ch - Definiertes Trinken, Programm zur Selbsthilfe 
  • www.kontrolliertes-trinken.de - Programm zum kontrollierten Trinken 

Für mitbetroffene Kinder und Jugendliche können folgende Websites hilfreich sein:

Weitere hilfreiche Links finden Sie hier.