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Abwasser

Grundlagen für die Ableitung und Behandlung von Abwasser, Beratung von Gemeinden, Betrieben, Kläranlagen und Privaten.
Ara Schönau
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Wasser gehört zu unseren wichtigsten Ressourcen. Tagtäglich nutzen wir es auf vielfältige Weise: für die Toilettenspülung, zum Baden und Duschen, Kochen und Trinken, Heizen bzw. Kühlen oder auch zum Bewässern. Das Wasser, das wir brauchen, wird dabei mehr oder weniger stark verschmutzt: Es wird zum Abwasser und muss gewässerschutzkonform behandelt werden.

Helfen Sie unsere Gewässer schützen!
Nicht jeder Ablaufschacht ist an eine Schmutzwasserkanalisation angeschlossen, die in eine Abwasserreinigungsanlage (ARA) mündet. Die meisten Leute gehen jedoch davon aus, dass sämtliche Schächte auf eine ARA entwässern. Sie entsorgen deshalb anfallendes Abwasser ohne schlechtes Gewissen im nächsten Schacht. Bei vielen Schächten fliesst jedoch das Wasser in einen Bach oder in den See. In einem solchen Fall kann die Entsorgung von Abwasser fatale Folgen haben und zu einer Verschmutzung des Gewässers (Fischsterben) bzw. des Grundwassers (Trinkwasserverschmutzung) führen.
Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) empfiehlt den Gemeinden deshalb, ihre Gewässer vor Verschmutzung zu schützen, indem Schächte, die nicht in eine ARA führen, mit einer speziellen Rondelle gekennzeichnet werden (Details unter 'Direkt zu').

Abwasserreinigung
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) entfernt möglichst weitgehend die im Abwasser enthaltenen Schmutzstoffe aus Haushalten, Industrie und Gewerbe. Die notwendige Reinigungsleistung ergibt sich aus dem Gewässer, in welches das gereinigte Abwasser eingeleitet wird. 

Industrie- und Gewerbeabwasser
Industrie- und Gewerbeabwasser kann für Gewässer und Abwasseranlagen schädliche Stoffe enthalten. Deshalb muss stark verschmutztes Abwasser vorbehandelt werden, bevor es in ein Gewässer oder in die Kanalisation eingeleitet werden darf.

Siedlungsentwässerung
Die Entwässerungsplanung ist heute umfassend und differenziert. Bei Neuerstellungen oder Sanierungen von Entwässerungssystemen gilt es Anpassungen an den Stand der Technik vorzunehmen. Und bei der kommunalen und regionalen Entwässerungsplanung durch die Kantone sind besondere Massnahmen zur Entsorgung von Regenwasser nötig. Die kommunale Entwässerungsplanung wird auf Gemeindeebene mit dem Generellen Entwässerungsplan (GEP) realisiert. Er berücksichtigt neben der Kanalisation als zentrales Element der Entwässerung auch andere Aspekte wie die Versickerung von Regenwasser. Neben der Abwasserentsorgung und der Abwasserbewirtschaftung bei Regenwasser trägt ein GEP auch den Auswirkungen auf die ober- und unterirdischen Gewässer und dem natürlichen Wasserkreislauf Rechnung. Der Umgang mit Regenwasser bzw. die Versickerung von Regenwasser und die Abwasserentsorgung im ländlichen Raum sind wichtige Teilaspekte der Siedlungsentwässerung.

Abwasserbewirtschaftung bei Regenwasser
Nach Art. 7 des Gewässerschutzgesetzes ist nicht verschmutztes Regenwasser zu versickern. Die Versickerung über den bewachsenen Boden ist generell dem Versickern in einer unterirdischen Versickerungsanlage vorzuziehen. Ist die Versickerung nicht möglich, kann das Regenwasser - wo nötig mit Rückhaltemassnahmen (Retention) - in ein Gewässer eingeleitet werden. In den Grundwasserschutzzonen S1 und S2 sowie in den Grundwasserschutzarealen ist die Versickerung von Regenwasser verboten. In der Schweiz existierten bis anhin verschiedene Regelwerke zur Entwässerungsthematik. Diese wiesen teilweise Doppelspurigkeiten und Widersprüche auf, weshalb der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine neue Richtlinie "Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter" ausgearbeitet hat, welche die bestehenden Regelwerke zur Entwässerung ersetzt. Die neue VSA-Richtlinie definiert dabei den guten Umgang und die zulässigen Entwässerungsarten für das Niederschlagswasser. Die neue Richtlinie dient sowohl Planern wie Bauherrschaften und Vollzugs- und Bewilligungsbehörden als zentrales Werkzeug zur Entwässerungsplanung (Details unter 'Direkt zu' und gleichnamigem Fachartikel AQUA & GAS Nr. 4, 2019 unter Weiterführende Informationen).

Liegenschaftsentwässerung / Grundstücksentwässerung
Damit werden die privaten Entwässerungsleitungen eines Grundstücks bezeichnet. Sie ist der private Teil der Siedlungsentwässerung. Für den ordnungsgemässen Betrieb, den Unterhalt und die Sanierung ist der jeweilige Grundeigentümer verantwortlich. Beim Betrieb und Unterhalt der Kanalisationen zeigt es sich jedoch immer deutlicher, dass den privaten Anlagen, der Grundstücksentwässerung, bis anhin zu wenig Beachtung geschenkt wurde und die Anlagen vielfach schadhaft sind. Verantwortlich als Bewilligungs- und Kontrollstelle für die privaten Anlagen sind heute die Gemeindebehörden bzw. die damit beauftragten Stellen. Die Aufgaben in diesem Bereich sind vielfältig und umfassen die Beratung und Unterstützung von Planern und Bauherren, die Beurteilung von eingehenden Projekten und die Überwachung und Kontrolle der Ausführung (Weitere Details unter 'Direkt zu'). 

Baustellenentwässerung
Baustellenabwässer können Grund- und Oberflächengewässer verunreinigen, Lebewesen gefährden oder Kanalisationen beeinträchtigen. Deshalb ist eine umweltgerechte Baustellenentwässerung wichtig, um nachteilige Wirkungen und Gewässerverschmutzungen zu verhindern. Bei Abwässern gilt der Grundsatz: Vermeiden, vermindern, separat fassen, rezikulieren, behandeln und ableiten! Die ZUDK-Merkblätter 'Entwässerung von Baustellen' und 'Bohrschlamm und Abwasser aus Erdwärmesonden-Bohrungen' konkretisieren die SIA-Empfehlung "Entwässerung von Baustellen" (Bestellung unter 'Direkt zu') und zeigen wie die Abwässer korrekt zu behandeln und zu entsorgen sind.

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