Navigieren auf Kanton Zug

Inhaltsnavigation auf dieser Seite

Navigation

Mikroverunreinigungen

Informationen zu organischen Spurenstoffen, die in sehr tiefen Konzentrationen in den Gewässern nachgewiesen werden können.
Spiegelung im leicht gewellten Wasser
Bild Legende:

Mit dem kommunalen und gewerblichen Abwasser und über diffuse Einträge aus der Landwirtschaft gelangen trotz gutem Ausbaustandard der Abwasserreinigung immer noch gewisse schädliche Substanzen, sogenannte Mikroverunreinigungen, in die Gewässer. Dazu gehören z.B. Medikamentenrückstände, Biozide, Korrosionsschutzmittel und hormonaktive Substanzen.

Die Wasserqualität der Oberflächengewässer hat sich seit den 1970er Jahren stark verbessert. Giftige Stoffe sind verschwunden oder wurden verboten. Doch der wachsende Eintrag von Mikroverunreinigungen stellt für den Gewässerschutz eine Herausforderung dar, da sie Wasserlebewesen oder Trinkwasserressourcen gefährden. Das Problem liegt einerseits bei der grossen Anzahl dieser Stoffe im täglichen Gebrauch, anderseits können Mikroverunreinigungen bei Wasserlebewesen bereits in niedrigen Konzentrationen Schädigungen hervorrufen. Für die menschliche Gesundheit sind die in Oberflächengewässern nachgewiesenen Konzentrationen nach heutiger Erkenntnis unbedenklich. Doch verschiedene Studien weisen deutlich darauf hin, dass in der Pestizidbelastung ein wichtiger Einflussfaktor für die verbreitet festgestellte Abnahme der Artenvielfalt in den Gewässern liegt.

Massnahmen gegen Mikroverunreinigungen
Der Bundesrat und das eidgenössische Parlament haben deshalb Massnahmen gegen Mikroverunreinigungen beschlossen. Rund 100 grössere Abwasserreinigungsanlagen (ARA) sollen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet werden, welche mindestens 80% der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt. Deshalb wurde auch die ARA Schönau des GVRZ mit über 150'000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern (Eang) mit einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ausgebaut und wurde nach einer Bauzeit von weniger als zwei Jahren im 2019 erfolgreich in Betrieb genommen (vgl. Abwassereinigung / ARA).

Die im Kanton Zug befindliche deutlich kleinere zentrale Kläranlage, die ARA Tal in Neuheim mit < 2'000 Eang, weist deutlich weniger als 8'000 Eang auf und entwässert mit weit weniger als 10 % Abwasseranteil in die Sihl, weshalb sie auch nicht mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgebaut werden muss. Gemäss der kantonalen Abwasserplanung soll die ARA Tal jedoch mittel- und langfristig nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben und an die ARA Schönau des GVRZ angeschlossen werden.

Untersuchung zu Mikroverunreinigungen im Zuger- und Ägerisee
Im Auftrag des GVRZ wurden in der Messkampagne 2013/14 der Zuger- und Ägerisee sowie die Lorze unterhalb der ARA Schönau auf eine breite Palette von organischen Spurenstoffen aus Siedlung und Landwirtschaft untersucht. Im Fokus standen einerseits eine Abschätzung der Belastungssituation in diesen Gewässern, andererseits die Bilanzierung der Stoffeinträge aus Mischwasserentlastungen und Regenwasserkanälen sowie dem Auslauf der ARA Schönau. Dazu wurden Einträge durch Oberflächenabfluss und Drainagen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen gemessen. Weitergehende Informationen können der entsprechenden Studie entnommen werden.

Weiterführende Informationen zum Thema finden sich bei den 'Direkt zu'-Links.

Weitere Informationen

Fusszeile

Deutsch