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Entwässerung von Verkehrswegen

Von stark frequentierten Verkehrswegen können bei Regenwetter beträchtliche Schmutzstofffrachten in das Grundwasser oder die Oberflächengewässer gelangen. Die Beseitigung dieses Abwassers ist gesetzlich geregelt.
Wasser fliesst durch Sand und groben Kies
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Von stark frequentierten Verkehrswegen können bei Regenwetter beträchtliche Schmutzstofffrachten in das Grundwasser oder die Oberflächengewässer gelangen. Die Beseitigung dieses Abwassers ist gesetzlich geregelt.

Verschmutztes Abwasser ist laut Gewässerschutzgesetz (GSchG) zu behandeln, nicht verschmutztes wenn immer möglich zu versickern. Bei Verkehrswegen und -flächen - dazu zählen Strassen, Wege und befahrene Plätze, aber auch Bahntrassees, Flugpisten und Rollwege - stellt sich die Frage, wann abfliessendes Niederschlagswasser als verschmutzt gilt und wie es sich beseitigen lässt. Die Qualität des abfliessenden Niederschlagswasser von Verkehrflächen - dazu zählen Strassen, Wege und befahrene Plätze, aber auch Bahntrassees - wird dabei durch verschiedene Faktoren wie z.B. Verkehrsdichte, Topografie und die Beschaffenheit des Zielgewässers (Vorfluter) beeinflusst.

Entwässerung von Strassen
Das Abwasser von stark befahrenen Strassen ist durch Schadstoffe aus Brems-, Reifen- und Fahrbahnabrieb belastet. Zum Schutz der Gewässer ist eine sorgfältige Beseitigung dieses Abwassers nötig. Wo es das Trassee und die Bodeneigenschaft erlauben, ist eine Entwässerung mit Versickerung über die Böschung (Entwässerung über die Schulter) die beste Lösung. Dies sowohl aus Sicht von Umwelt, Raumplanung und Wirtschaftlichkeit. Ist eine Versickerung nicht möglich, braucht es für die belasteten Strassenabwässer geeignete Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA).

Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA)
Das Abwasser von stark befahrenen Strassen muss deshalb behandelt werden. Konkret bedeutet dies, dass bei neuen und zu sanierenden, stark frequentierten Strassen (-abschnitten) geeignete Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) einzurichten sind. Eine SABA wird dann notwendig, wenn ein Abwasser unbehandelt nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Mit einer SABA wird das anfallende Strassenabwasser soweit behandelt, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und somit eine Versickerung ins Grundwasser oder eine Einleitung in ein Oberflächengewässer möglich wird.

Als erste Vollzugshilfe auf diesem Gebiet diente bisher die aus dem Jahr 2002 stammende BAFU-Wegleitung "Gewässerschutz bei der Entwässerung von Verkehrswegen", welche seit 2019 durch die neue VSA-Richtlinie "Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter" abgelöst wurde (vgl. entsprechenden 'Direkt Zu'-Link). Das bewährte Konzept der Belastungklassierung des Niederschlagswassers sowie die einfache Beurteilung der Zulässigkeit der Versickerung oder Einleitung in ein oberirdisches Gewässer mittel Matrix wurde mit einigen Vereinfachungen respektive Anpassungen übernommen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) haben im Jahr 2010 eine Dokumentation mit dem aktuellen Stand der Technik für die Behandlung von Strassenabwasser herausgegeben. Die ASTRA-Richtlinie 18005 "Strassenabwasserbehandlung an Nationalstrassen" aus dem Jahr 2013 konkretisiert die Anforderungen an die Versickerung und Behandlung von Strassenabwasser an Nationalstrassen. Die Schweizer Norm (SN) 640 361 "Strassenentwässerung; Behandlungsanlagen" aus dem Jahr 2017 ergänzt die ASTRA-Richtlinie für alle Strassentypen.

Auch im Kanton Zug sind an stark befahrenen National- und Kantonsstrassen verschiedene SABA in Betrieb. Das Spektrum dieser Anlagen reicht dabei von einfachen Absetzbecken ohne technische Filteranlage - mit einem eher geringeren Wirkungsgrad - bis zu hoch effizienten SABA mit Bodenfilter und künstlichen Adsorbermaterialien mit einem sehr hohen Wirkungsgrad bezüglich Beseitigung der Schadstoffe. Mit periodisch durchgeführten Funktionskontrollen werden die anlagespezifischen Anforderungen überprüft und gegebenfalls angepasst.

Entwässerung von Bahnlinien
Eine kontrollierte Entwässerung der Bahnanlagen ist aus Sicherheitsgründen notwendig. Das dabei anfallende Abwasser muss unter Berücksichtigung der Schutzziele für Gewässer und Böden beseitigt werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) und das BAFU haben neue Beurteilungskriterien für die Klassierung der Belastung von Gleisabwasser definiert. Bei dieser Gelegenheit wurde im Jahr 2018 eine spezifische Richtlinie "Entwässerung von Eisenbahnanlagen" erarbeitet und mit Vorgaben für die Entwässerung anderer Bahnanlagen ergänzt (vgl. entsprechenden 'Direkt-Zu'-Link).

Die Verwendung von Schmiermitteln und Herbiziden schafft auch seitens der Eisenbahn ein gewisses Gefährdungspotential für die Gewässer. Eine kontrollierte Entwässerung der Bahnanlagen ist aber auch aus Sicherheitsgründen notwendig. Das dabei anfallende Gleisabwasser muss unter Berücksichtigung der Schutzziele für Gewässer und Böden beseitigt werden. Das BAV und BAFU haben in einer Richtlinie neue Beurteilungskriterien für die Klassifizierung der Belastung von Gleisabwasser definiert. Bei der Prüfung von Vorhaben zur Erneuerung, Änderung und Verlegung von Gleisanlagen stellt sich die Frage, ob das Projekt eine wesentliche Änderung darstellt. Das BAFU und das BAV haben in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Gewässerschutz"eine Vollzugshilfe herausgegeben, die entsprechende Beurteilungskriterien liefert. Das BAFU-Projekt "Gewässerschutz an Bahnanlagen" hat Schadstoffe im Gleisabwasser untersucht. Die Untersuchungen haben unter anderem gezeigt, dass die Belastung des Gleisabwassers in der Regel deutlich geringer ist als bei Haupt- und Nationalstrassen.

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