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Zugersee

Der Zugersee ist ein nährstoffreiches und deshalb sanierungsbedürftiges Gewässer.
Wolken über dem Zugersee
Bild Legende:
Quelle Marcel Roos

Der Zugersee liegt flächenmässig auf Rang 9 und volumenmässig auf Rang 10 der Schweizer Seen. Die Einschnürung beim Chiemen unterteilt den See in den Untersee (Nordbecken) und den Obersee (Südbecken). Das Nordbecken hat eine Tiefe von 120 m, im trichterförmigen Südbecken weist die tiefste Stelle 198 m auf. Das Einzugsgebiet (ohne Seefläche) beträgt 16'068 ha und besteht zu 27.3 % aus Wald, zu 11.4 % aus Siedlung und zu 61.4 % aus übriger Fläche (vor allem Landwirtschaft).

Von den grossen Seen der Schweiz ist der Zugersee mit einer mittleren Phosphor-konzentration von rund 80 mg pro Kubikmeter Wasser der heute am stärksten mit Nährstoffen belastete See. Mit der Untersuchung von archivierten Kieselalgenschalen im Sediment konnte gezeigt werden, dass sich der Zugersee bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einem stabilen, mittelnährstoffreichen (mesotrophen) Zustand befand. Die rekonstruierten Gesamtphosphorwerte lagen damals um 20 mg pro Kubikmeter Wasser. Durch die Einleitung von ungenügend gereinigtem Siedlungsabwasser und durch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft erreichte der Phosphorgehalt um 1980 ein Maximum von 200 mg pro Kubikmeter Wasser.

Der Rückgang des Nährstoffgehalts ist im Wesentlichen auf umfassende seeexterne Sanierungsmassnahmen im Bereich der Siedlungsentwässerung zurückzuführen. Er verläuft, verglichen mit anderen Seen, relativ langsam. Gründe dafür sind die grossen Nährstoffdepots im Tiefenwasser, die Tiefe des Südbeckens, die lange hydraulische Aufenthaltszeit von rund 14 Jahren, die Dichteschichtung im Tiefenwasser sowie die geografische Nähe des grössten Zuflusses Obere Lorze in Zug und des Seeabflusses in Cham.

Aufgrund der grossen Seetiefe und der hohen Nährstoffgehalte im Tiefenwasser besteht im Tiefenwassers des Zugersees eine chemische Dichteschichtung (Meromixis). Dies bedeutet, dass im Winterhalbjahr meistens keine vollständige Mischung und eine zu geringe Sauerstoffanreicherung des Tiefenwassers stattfinden. Gemäss der Anforderung in der Gewässerschutzverordnung darf die Sauerstoffkonzentration im Seewasser unter Vorbehalt besonderer natürlicher Verhältnisse zu keiner Zeit und in keiner Tiefe weniger als 4 g pro Kubikmeter Wasser betragen. Im Zugersee ist dies in der Seetiefe aufgrund der chemischen Dichteschichtung ganzjährig nicht erfüllt; die Grenze von 4 g Sauerstoff pro Kubikmeter Wasser liegt hier zwischen 80 m und 120 m Tiefe.

Seit den 1980er-Jahren ist der Nährstoffinhalt des Zugersees rückläufig, dies als Folge der eingeleiteten Massnahmen zur Reduktion der Nährstoffeinträge. Sie setzen vor allem im Bereich der Siedlungsentwässerung und in der Landwirtschaft an. Die bedeutendste Massnahme im Bereich der Siedlungsentwässerung war der Bau der ARA Schönau im Jahr 1977. Sie reinigt heute das gesamte Siedlungsabwasser aus dem Einzugsgebiet des Zugersees und führt es anschliessend in die Untere Lorze ausserhalb des Einzugsgebiets des Zugersees.

Die ARA Schönau löste eine Vielzahl von kleinen Kläranlagen mit ungenügender Leistung im Einzugsgebiet des Zugersees ab. Die früher ebenfalls diskutierten seeinternen Sanierungsmassnahmen (Tiefenwasserableitung und Wasserüberleitung aus dem Vierwaldstättersee, Seebelüftung) stehen heute nicht mehr zur Debatte. Der Zuger Regierungsrat entschied 1991, die Nährstoffsanierung des Zugersees mittels seeexterner Massnahmen fortzuführen. Gemäss einem aktuellen Gutachten der Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) wird das Sanierungsziel von 40 mg Phosphor pro Kubikmeter Wasser bei der heutigen Nährstoffbelastung des Zugersees erst Ende dieses Jahrhunderts erreicht sein.

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