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24.08.2015

Bibersee live: Der Kanton lädt zu einem Tag der offenen Gewässer

24.08.2015
Bibersee live: Der Kanton lädt zu einem Tag der offenen Gewässer
Bild Legende:
Offizielle Eröffnung des Stegs beim Bibersee durch (vlnr.) Georges Helfenstein (Gemeindepräsident Cham), Urs Wyttenbach (Präsident Bodenverbesserungsgenosschenschaft Oberwil-Cham) und Heinz Tännler (Landammann des Kantons Zug).

Medienmitteilung vom 24. August 2015

Die Baudirektion des Kantons Zug hat dieser Tage die erste Etappe der Tobelbach-Rena­turierung in Cham abgeschlossen. Das augenfälligste Ergebnis der Aufwertungsmassnahmen für Mensch und Natur ist die Wiederbelebung des Bibersees. Gelegenheit zur Besichtigung und Information bietet der kommende Samstag, an dem der Kanton zusammen mit der Einwohnergemeinde Cham und weiteren Institutionen zu einem Tag der offenen Gewässer lädt.

Als Baudirektor sei er sich gewohnt, öffentliche Gebäude oder neue Verkehrswege zu eröffnen. «Dem Kanton einen See übergeben zu können, wie ich es heute tue, dürfte jedoch etwas Einmaliges bleiben», freute sich Heinz Tännler beim heutigen Medientermin in Niederwil/Cham. Der Landammann unterliess es dabei nicht, auf die Vorgeschichte des angesprochenen Bibersees hinzuweisen. So ganz neu sei der 50 Aren messende See in Tat und Wahrheit nicht. «Vielmehr war er lange Zeit ein fester Bestandteil dieser Landschaft, ist dann aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach verlandet. Nun hat ihn der Kanton im Rahmen eines umfassenden Renaturierungsprojektes ein Stück weit wiederbelebt.» Es sei ihm jedenfalls eine Freude, das Ergebnis all dieser ökologischen Aufwertungsmassnahmen der Öffentlichkeit präsentieren zu können. «Zu diesem Zweck veranstalten wir am kommenden Samstag einen 'Tag der offenen Gewässer'. Ich lade alle herzlich ein, an diesem informativen Anlass teilzunehmen.»

Doppelnutzen für Mensch und Natur
Der Bibersee ist sicher die augenfälligste Neuerung des gesamten Renaturierungsprojektes. «Eigentlicher Kern des Vorhabens war aber die Renaturierung des Tobelbachs zwischen der Autobahn A4 und dem Chamer Ortsteil Rumentikon», so der Landammann. Mit dem Spatenstich vor 19 Monaten habe die Baudirektion damit begonnen, den vormals kanalisierten Oberlauf von seinen Betonschalen zu befreien. Danach erhielt der Bach ein natürliches Bett mit artenreichen Böschungen. Im unteren Abschnitt liess man den zufliessenden Dürrbach öffnen, um die ökologische Vernetzung zu verbessern. Und schliesslich wurde im siedlungsnahen Abschnitt des Tobelbachs der Bachzugang erleichtert und der linksufrige Weg bis zum Schützenhaus Niederwil verlängert. Auf diese Weise konnte dazu beigetragen werden, das Naherholungsgebiet noch attraktiver zu gestalten. Heinz Tännler: «Wie das Spektrum an Massnahmen zeigt, dient das Renaturierungsprojekt entlang des Tobelbachs sowohl dem Erholungsbedürfnis der Menschen als auch der ökologischen Aufwertung des Lebensraums von Pflanzen und Tieren. Mit diesem Doppelnutzen erfüllt das Projekt nicht zuletzt einen Auftrag des kantonalen Richtplanes, der auch den Anstoss für das Vorhaben gegeben hat.»

Bibersee als Pièce de résistance
Auch beim Bibersee profitieren Mensch und Natur gleichermassen von den Neuerungen. So stehen den Erholungssuchenden ein Holzsteg und eine Plattform zur Verfügung, die Einblicke in den Naturraum bieten. Weitergehende Nutzungen sind hier jedoch nicht erwünscht, weil das Gewässer und seine Umgebung als wertvolle Biotope angelegt sind und ungestört bleiben sollten. Ein Schutzplan hält denn auch einige Verhaltensregeln fest, wie etwa das Verbot zu baden. «Wenn wir heute den Blick über den ruhigen See schweifen lassen, erinnert nichts mehr an die zahlreichen Herausforderungen, die es bei der Realisierung zu meistern galt. Als Beispiel erwähne ich die Schwierigkeit, für das Kulturland auf dem späteren Seegrundstücks Realersatz zu finden. Oder ich nenne den Pudding-artigen Untergrund, dem erst mit einem Langarmbagger von stabilem Boden aus beizukommen war. Und schliesslich haben archäologische Funde sogar einen mehrwöchigen Baustopp nötig gemacht. Ein Aufschub mit doppeltem Happy End allerdings», so Heinz Tännler. «Denn zum einen konnten wir die Verzögerungen dank gutem Wetter noch vor Jahresende wieder aufholen. Und zum anderen förderten die Mitarbeitenden des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie der Direktion des Innern wertvolle Funde zutage. Neben verschiedenen Fischfanggeräten wie Reusen und Leitzäunen konnten die Fachleute auch einen 6 Meter langen und 6 Tonnen schweren Einbaum aus dem Mittelalter bergen. Der 'alte' Bibersee dürfte demnach ein intensiv genutztes Fischgewässer gewesen sein.» (Weitere Hinweise zu den archäologischen Grabungen im Anhang)

Gewinn für alle
Beispiele der archäologischen Funde werden am bevorstehenden 'Tag der offenen Gewässer' zu sehen sein. Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie zeigt das sehenswerte Gut an einem der vier Informationsstände und orientiert dort umfassend über die ertragreichen Grabungen. An weiteren Posten des signalisierten Rundgangs informieren Expertinnen und Experten über die wasserbaulichen Massnahmen, über den Lebensraum Bach, über ökologische Vernetzung und Landwirtschaft und über vieles mehr. Chams Gemeindepräsident Georges Helfenstein freut sich auf den Anlass und streicht den Nutzen der Massnahmen für die Gemeinde hervor: «Mit der Siedlungsentwicklung gewinnen solche Naherholungsgebiete zunehmend an Bedeutung. Die Renaturierung des Tobelbachs ist ein gelungenes Beispiel, wie verschiedene Interessen abgeholt werden können. Wer das Spielen mit den Kindern am Wasser sucht, ist hier ebenso gut aufgehoben wie Personen, die in aller Ruhe die schöne und ruhige Natur geniessen wollen.» Für die Bodenverbesserungsgenossenschaft Oberwil-Cham (BVG) als Eigentümerin des Tobelbaches gehe eine intensive erste Bauetappe zu Ende, meint der Präsident der BVG, Urs Wyttenbach. Er sei nun sehr gespannt auf die weitere Entwicklung des naturnahen Bachlaufs. «Die eine oder andere Herausforderung beim Unterhalt wird es wohl schon noch geben», so Wyttenbach, aber da habe der Kanton ja Unterstützung zugesichert. Sehr zufrieden mit dem Ergebnis ist der Verein Lebensraum Landschaft Cham (LLC), der sich für die Aufwertung von Lebensräumen in der Gemeinde einsetzt und dementsprechend auch für die Renaturierung des Tobelbachs stark gemacht hat. Urs Wyttenbach (BVG) und Andreas Georg, Präsident des LLC sind überzeugt, dass sich die intensiven Verhandlungen mit dem Kanton gelohnt haben und das Projekt durch die langjährige Zusammenarbeit gewonnen hat.

Zweite Etappe folgt
Abschliessend wies Landammann Heinz Tännler darauf hin, dass die Renaturierung des Tobelbaches in vier bis fünf Jahren fortgesetzt wird. Diese zweite Etappe betreffe den mittleren und längsten Teil des Gewässers. Die zeitliche Staffelung habe damit zu tun, dass man die bis dahin gemachten Erfahrungen hinsichtlich Baugrund und Bewirtschaftung in der zweiten Etappe nutzen wolle. Es sei aber schon jetzt abzusehen, dass der Kantonsratskredit von 8,5 Millionen Franken ausreichen werde. Im Übrigen leiste der Bund einen Beitrag von 3,7 Millionen Franken an das Vorhaben.

Baudirektion

Weitere Auskünfte:
Heinz Tännler, Landammann, 041 728 53 01, heinz.taennler@zg.ch

 

[Anhang:]

Nachweise einer intensiven Nutzung des mittelalterlichen Bibersees als Fischgewässer

Die Renaturierungsarbeiten am Bibersee wurden von Anfang an vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie der Direktion des Innern begleitet, da aus der Umgebung des verlandeten Sees Lesefundstellen unterschiedlicher Zeitstellung bekannt sind - die ältesten aus der Mittelsteinzeit, jüngere aus der Jungstein- und der Bronzezeit.

Schon in den Sondiergräben kamen erste Flechtwerkteile, eine Fischreuse und zahlreiche Knochen zum Vorschein, weitere Flechtwerke, Reusen und Reusenteile, ein Einbaum, eine Lanzenspitze, Äxte, Angelhaken und Netzgewichte, eine Pferdetrense, Münzen sowie tierische und auch menschliche Knochen und weitere Funde aus Holz folgten während der eigentlichen Ausbaggerung des Seebeckens.

Die Funde decken - soweit datierbar und datiert - eine Zeitspanne vom Frühmittelalter bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts ab und zeugen von einer intensiven Nutzung des Bibersees als Fischgewässer, wie sie historischen Quellen gemäss bis zu seiner Trockenlegung im 19. Jahrhundert stattfand.

Projekt im Internet: www.zg.ch/tobelbach

Beilage: Flyer zum Tag der offenen Gewässer

 

((Box))

Tag der offenen Gewässer
Samstag, 29. August 2015, 11.30 bis 16 Uhr
11.30 - 12.00 Uhr offizieller Festakt
Ort: Schützenhaus Niederwil, Cham

Programm:

Festwirtschaft (SSV Schiesssportverein Cham-Ennetsee)
Musik (Swing Classic Big Band Cham)Posten-Rundgang (Betreute Informationsstände)

- Posten 1: Lebensraum Bach (speziell für Kinder), Lebensraum Gewässer

- Posten 2: Landwirtschaft und Lebensräume, Vernetzung, Littering

- Posten 3: Bauprojekt

- Posten 4: Archäologie: Geschichte und Funde, Lebensraum Bibersee

Pferdekutschen-Shuttle zwischen Schützenhaus und Bibersee

Projektpartner:

Kanton Zug (Tiefbauamt, Amt für Raumplanung, Amt für Denkmalpflege und Archäologie)Einwohnergemeinde ChamBVG Bodenverbesserungsgenossenschaft Oberwil-ChamLLC Lebensraum Landschaft Cham

 

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Typ Titel Bearbeitet
Flyer zum Tag der offenen Gewässer 24.08.2015
Medienmitteilung 24.08.2015

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