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12.04.2017

Umfahrung Cham-Hünenberg: Die Einsprachen sind behandelt

12.04.2017
Umfahrung Cham-Hünenberg: Die Einsprachen sind behandelt

 

Medienmitteilung vom 12. April 2017

Insgesamt 124 Einsprachen sind gegen den Bau der Umfahrungsstrasse
Cham–Hünenberg im Frühsommer 2015 eingegangen. Die Baudirektion hat in der Zwischenzeit die Gespräche mit den Einsprechenden geführt. In einem nächsten Schritt wird der Baudirektor die Baubewilligung sowie die weiteren Behörden über alle anderen Bewilligungen entscheiden.

Insgesamt 124 Einsprachen sind bei der Baudirektion gegen das Umfahrungsprojekt eingegangen. Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt: Das autoarme Zentrum, der Lärm (Mehrverkehr, Lärmbelastung) und das Projekt ganz generell (grundsätzlich dagegen, lokale Beeinträchtigungen). Am umstrittensten war das autoarme Zentrum Cham. «Allerdings», so Baudirektor Urs Hürlimann, «braucht es flankierende Massnahmen, um den Durchgangsverkehr wie gewünscht auf die Umfahrungsstrasse zu leiten.» Eine allseits befriedigende Lösung zu finden erwies sich in der Folge als schwierig. Gestritten wurde vor allem um die Grösse des vorgeschlagenen Perimeters, der mit einer Tempo-30-Zone die flankierenden Massnahmen zur Beruhigung des Dorfzentrums bildet. Auch das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) unterstützt den ursprünglichen Perimeter gemäss dem Bau- und Auflageprojekt. Einen erweiterten Perimeter lehnt es hingegen ab. Damit ginge aber der Bundesbeitrag aus dem Agglomerationsprogramm Zug im Umfang von rund  36 Millionen Franken verloren.

Immer noch zeitgemäss

Auch wenn seit dem Ja der Stimmberichtigten zur Umfahrung Cham–Hünenberg zehn Jahre vergangen sind, ist Baudirektor Urs Hürlimann überzeugt, «dass die Umfahrung noch immer zeitgemäss ist.» Die verkehrstechnische Dimensionierung des Auflageprojekts fusse auf dem Zeithorizont 2030. Dabei seien die allgemeine Siedlungsentwicklung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die eidgenössischen und kantonalen Strassenprojekte mit verkehrlicher Relevanz für das Projekt UCH sowie alle bisher bekannten Planungen der Gemeinden Cham und Hünenberg berücksichtigt.

Für den Kanton Zug ist die Umfahrung Cham–Hünenberg neben der Tangente Zug/Baar und  der Nordstrasse in Zug, so Urs Hürlimann, «ein wesentliches Element der geltenden Gesamtverkehrskonzeption des Kantons Zug.» Er sei deshalb bestrebt, dieses Element als wichtigen Baustein seiner Konzeption nun zu realisieren.

Ergänzungen am Projekt müssen trotz der langen Vorphase kaum (ausser Giebelfeldbrücke) vorgenommen werden. Die Umfahrung Cham–Hünenberg, so der Baudirektor, werde genügend Kapazitäten auch noch Jahre nach ihrer Inbetriebnahme aufweisen. Eine Etappierung des Projekts – wie es verschiedentlich gefordert wurde – widerspreche sowohl dem Richtplan als auch dem Volkswillen, betont Urs Hürlimann. Und dies aus folgendem Grund: «Bei einer etappierten Inbetriebnahme könnten die flankierenden Massnahmen des Auflageprojekts nicht umgesetzt und die verkehrlichen sowie die umwelttechnischen Auswirkungen wie Lärm oder Luft müssten aufgezeigt werden. Ein erneuter Zeitverlust von mehreren Jahren wäre die Folge.»

In den nächsten Monaten wird der Baudirektor über die Baubewilligung sowie alle anderen zuständigen Behörden über die weiteren Bewilligungen entscheiden. Anschliessend bleibt allfälligen Beschwerdeführenden der Rechtsmittelweg an das Verwaltungsgericht und ans Bundesgericht offen.

Ein langer Weg

Am 4. Mai 2006 genehmigte der Kantonsrat das Generelle Projekt und gab ihm gleichzeitig einen neuen Namen: Aus «Kammerkonzept Ennetsee» wurde die Umfahrung Cham–Hünenberg. Am 1. Juni 2006 beschloss der Kantonsrat einen Rahmenkredit von 230 Millionen Franken für die weitere Planung, den Landerwerb und den Bau der Umfahrung. Der Rahmenkredit für alle vier Abschnitte setzt sich zusammen aus einem Baukredit von 180 Millionen Franken und einer Reserve von 50 Millionen Franken. Gegen den Kantonsratsbeschluss vom 1. Juni 2006 ergriff ein überparteiliches Komitee das Referendum. Am 11. März 2007 sagten die Stimmberechtigen des Kantons Zug Ja zur Umfahrung Cham–Hünenberg. Der Kantonsrat beschloss die weitere Freigabe von 15 Millionen Franken für die Giebelfeldbrücke. Somit hat das Parlament bis heute 195 Millionen Franken freigegeben.

 

Baudirektion

Weitere Auskünfte:

Urs Hürlimann, Regierungsrat                Telefon 041 728 53 01

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