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Beispiele aus der Praxis

Beispiele aus der Praxis vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie

Äussere Stadtmauer beim Huwilerturm, Zug

Der im Jahre 2017 restaurierte Abschnitt der äusseren Stadtmauer südlich des Huwilerturms.
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Der im Jahre 2017 restaurierte Abschnitt der äusseren Stadtmauer südlich des Huwilerturms.

Äussere Stadtmauer von Zug

Die äussere Stadtbefestigung mit den markanten Türmen gehört zur unverwechselbaren, identitätsstiftenden Stadtsilhouette von Zug. Zwischen 1478 und 1528 wurde das rund 850 Meter lange Befestigungswerk in zwei Etappen errichtet. Damit wurde das bisherige Stadtgebiet (innere Stadtmauer mit Ober und Unter Altstadt sowie Fischmarkt) um die sechsfache Fläche vergrössert. Neben der St. Oswaldskirche ist die äussere Stadtmauer der eindrücklichste bauliche Zeuge der Prosperität der Stadt Zug im ausgehenden Mittelalter. Im 19. Jahrhundert musste der Mauerring nach und nach der stetig wachsenden Bevölkerung weichen und zwischen 1835 und 1879 wurden sieben Türme abgebrochen. Umso wertvoller sind die heute noch bestehenden Mauerreste und Türme. Im Jahre 2016 durchgeführte Untersuchungen an den Mauerabschnitten an der Schanz sowie südlich des Huwilerturms zeigten massive Schäden beziehungsweise einen dringenden Sanierungsbedarf. Die von der Stadt Zug als Eigentümerin in Auftrag gegeben Arbeiten, wurden durch die Denkmalpflege eng begleitet und fanden zwischen Herbst 2016 und Sommer 2017 statt. Die Restaurierung hatte zum Ziel, möglichst viel von der historischen Originalsubstanz zu erhalten. Die Kosten im Umfang von rund 1,3 Mio. Franken werden gemeinsam von Stadt, Kanton und Bund getragen. Der Zuger Regierungsrat stellte die beiden Abschnitte der Stadtmauer unter kantonalen Denkmalschutz.

Technikum Cham, Scheuermattstrasse 1, 3 und 5, Mehrfamilienhaus

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Cham, Technikum

Ein Denkmal aus der Industriezeit wird wieder sinnvoll genutzt
Beim Technikum handelt es sich um ein repräsentatives Wohnhaus mit grosszügigen Geschosswohnungen, das 1920 von Baumeister Wilhelm Hauser für die bei Nestlé & Anglo-Swiss beschäftigten Ingenieure gebaut wurde. Es befindet sich in Besitz der Gemeinde Cham. Der lange, zweigeschossige Baukörper mit hohem Mansardwalmdach, drei selbständig erschlossenen Hausteilen und zwei gartenseitig leicht vorspringenden Kopfbauten hat eine zeittypische, herausragende Architekturqualität. Dazu gehören Baudetails wie die Eckquaderung, die drei klassizistischen, säulengetragenen Vordächer an den Hauseingängen und die Ausbildung des Walmdachs mit Giebellukarnen. Das «Technikum» stammt aus der Blüte der Industriezeit in Cham.
Die Chamer Bevölkerung hat sich am 9. Juni 2013 für den Kauf der Liegenschaft an der Scheuermattstrasse ausgesprochen und zusätzlich einem Planungs- und Baukredit zugestimmt. Nach rund einem Jahr Planung erfolgte am 20. September 2014 der Baustart. Knappe 16 Monate dauerte die sanfte Sanierung des Mehrfamilienhauses unter Beratung des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie. Am 16. Januar 2016 wurde der sanierte Bau der Bevölkerung übergeben. Die 17 preisgünstigen Wohnungen waren im Nu vermietet.

Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn, Edlibach, Menzingen

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Lassalle-Haus

Die harmonikale Bauweise von André Studer bleibt charakterstark bis heute
Beim «Bildungshaus Bad Schönbrunn», heute «Lassalle-Haus», handelt es sich um ein unter verschiedenen Aspekten absolut herausragendes Bauwerk: Es kann als Hauptwerk im Schaffen des Architekten André M. Studer (1926–2007) bezeichnet werden und gilt als Musterbeispiel für diverse Strömungen in der Architekturdebatte der 1960er-Jahre. Die 1964 bis 1970 gebaute Anlage ist geprägt durch das Konzept der «harmonikalen Bauweise», bei der musikalische Intervalle die Formgebung beeinflussten und das Wechselspiel von Innen und Aussen besonders gekonnt umgesetzt wurde.
Das Lassalle-Haus wurde 2014/15 einer Generalsanierung unterzogen. Die Bauarbeiten dauerten rund 18 Monate. Die beiden denkmalgeschützten Häuser, das Haupthaus und die alte Villa des ehemaligen Kurhotels Bad Schönbrunn, sowie das Nebengebäude Forrenmatt wurden für rund 25 Millionen Franken saniert. Die umfangreichsten baulichen Massnahmen betrafen das Haupthaus mit der energetischen Sanierung des Daches, der Gebäudehülle sowie der Heizungs- und Lüftungsanlagen. Zudem wurden die sanitären und elektrischen Anlagen, Küche und Lingerie erneuert und in 50 Gästezimmern moderne Nasszellen eingebaut. Sämtliche Einbauten oder neuen Bauteile orientieren sich an der Architektursprache des Studer-Baus und wurden möglichst unauffällig und selbstverständlich in die Anlage integriert.

Bauernhaus Stuberhof, Berchtwil 5, Risch

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Risch, Berchtwil 5

Ein repräsentatives Bauernhaus in wunderschöner Landschaft wird sorgfältig umgebaut
Der Weiler Berchtwil in der Gemeinde Risch liegt auf einer flachen Geländekuppe an der ehemaligen Landstrasse von Zürich nach Luzern. Bereits im frühen 17. Jahrhundert wird eine Kapelle in Berchtwil erwähnt. Sie muss ein Treffpunkt für Pilger auf dem Weg nach Einsiedeln gewesen sein. Im Verlaufe des 17. und 18. Jahrhunderts gruppierten sich allmählich Bauernhäuser und Ökonomiegebäude um die Kapelle. Der gemäss dendrochronologischen Untersuchungen kurz nach 1728 erbaute Stuberhof ist eines der prägendsten und repräsentativsten Bauernhäuser des Weilers.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie liess die Eigentümerschaft ein sorgfältiges Umbauprojekt erarbeiten, welches sich nahe am Bestand orientiert. Dank der Nutzung des Bauernhauses durch nur eine Partei konnte auf aufwendige Umbauarbeiten – wie sie der Einbau von Geschosswohnungen wegen der notwendigen separaten Erschliessung sowie Schall- und Brandschutzauflagen in der Regel erfordert – verzichtet werden. So konnte das historische Bauernhaus mit seiner originalen Grundrissstruktur mit Querkorridor, Vorder- und Hinterhaus und der qualitätsvollen Stubenausstattung aus dem 18. Jahrhundert intakt erhalten werden.

Hauptsitz Zuger Kantonalbank, Bahnhofstrasse 1‒5, Zug

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Zuger Kantonalbank

Die Zuger Kantonalbank als modernes und populäres Denkmal im Zuger Stadtzentrum
Seit dem 19. Jahrhundert befand sich eine Bank («Sparkassa Zug») am Postplatz in Zug, am städtebaulichen Scharnier zwischen Alt- und Neustadt. 1938 erwarb die Zuger Kantonalbank die Liegenschaft und veranstaltete elf Jahre später einen Projektwettbewerb für einen Neubau. Die noch jungen Zuger Architekten Leo Hafner (1924‒2015) und Alfons Wiederkehr (1915‒1985) gingen als Sieger hervor und erzielten gleich zu Beginn ihrer Karriere einen architektonischen Wurf, welcher dem bisher von historisierenden Bauten geprägten Postplatz ein neues städtebaulich-architektonisches Gesicht verlieh.
Im Frühjahr 2010 beauftragte die Bank die Zuger Architekten Wiederkehr Krummenacher mit der Totalsanierung ihres Hauptsitzes, welcher nach über 50 Jahren den heutigen Bedürfnissen eines Geschäftshauses vor allem energetisch nicht mehr genügte und auf den neusten Stand gebracht werden musste. Prägende Gestaltungselemente, zu denen im Wesentlichen der Lichthof im Kern des Gebäudes, die elegant geschwungene, vom Entrée ins Obergeschoss führende Treppe, die ausdrucksstarke Fassadengestaltung mit weissem Naturstein, die Steinskulptur von Josef Rickenbacher und die als «Curtain-Wall» konzipierten Metallfensterfelder sowie die schwebend wirkende Dachkrone zählen, strahlen seit dem Sommer 2016 in neuem Glanz. In den Arkaden und im Publikumsbereich des Erd- und Obergeschosses wurden die originalen Bodenbeläge und Wandoberflächen erhalten bzw. so rekonstruiert, wie sie sich vor Umbauarbeiten im Jahre 1984 präsentierten. Die Büroräume in den Obergeschossen wurden vom Schutzumfang ausgenommen, um den Ansprüchen an eine moderne und flexible Raumgestaltung von Arbeitsplätzen gerecht zu werden.

Priesterheim, Hofstrasse 2, Zug

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Priesterheim

Modernes Wohnen im historischen Priesterheim nach Umbau und Sanierung
Das denkmalgeschützte Wohnhaus Hofstrasse 2 steht auf der Flur Frauensteinmatt am äusseren Südrand der Altstadt. Auf der Zuger Stadtansicht von Matthäus Merian aus dem Jahr 1642 sind auf der betreffenden Parzelle zwei dicht beieinander stehende Häuser erkennbar. Baugeschichtliche Beobachtungen und eine dendrochronologische Beprobung des Bauholzes zeigten allerdings, dass es sich dabei nicht mehr um die von Merian dargestellten Häuser handelt: Der Westteil des heutigen Baus ist im Jahr 1700 als eigenständiges Haus komplett neu errichtet worden. Der Ostteil des heute bestehenden Hauses wurde im Jahr 1740 an den älteren Bau angefügt. Ein neuer, gemeinsamer Dachstuhl überdeckte jetzt sowohl das ursprünglich freistehende Haus von 1700 als auch den östlichen Anbau. Die Umnutzung zum Priesterheim erfolgte im Jahre 1929 und hatte tiefgreifende Umbauten zur Folge.
Die in die Jahre gekommenen Wohnungen im stattlichen Priesterheim genügten den heutigen Ansprüchen nicht mehr und mussten renoviert werden. Diverse Oberflächen aus unterschiedlichen Zeitepochen weisen auf die interessante Baugeschichte des Gebäudes hin. Diese wurden in einem ersten Schritt auf ihre Farbfassungen untersucht. Der Untersuchungsbericht diente als Grundlage für die Bearbeitung eines Farbkonzepts, welches den diversen Raumstimmungen gerecht werden sollte. Dank einer gelungenen Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, den Architekten und der Denkmalpflege entstanden sechs grosszügige Wohnungen in originellen, sehr individuellen Zuschnitten.

Ehemaliges Fabrikgebäude und Wohnhaus, Pilatusstrasse 2 und Erlenstrasse 16, Zug

Zug, Pilatusstrasse 2 und Erlenstrasse 16
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Zug, Pilatusstrasse 2 und Erlenstrasse 16

Aufwertung einer historischen Häuserzeile dank sorgfältiger Restaurierung
Der Gewerbebau Pilatusstrasse 2 und die beiden daran anschliessenden Wohnhäuser Erlenstrasse 16 und Gotthardstrasse 27 bilden zusammen ein gut erhaltenes Ensemble des frühen 20. Jahrhunderts im Bahnhofsquartier. Sie sind Teil der städtebaulichen Entwicklung, die durch den Bau des neuen Bahnhofs 1897 ausgelöst wurde. Die zwischen der Gotthardstrasse und der Erlenstrasse liegende Häuserzeile entstand zwischen 1902 und 1905 im Auftrag der «Brandenberg & Cie. Zug», die Pumpen, Apparate und Armaturen herstellte. Das prägnante Ensemble, das im Laufe der Jahre weitgehend unverändert erhalten blieb, ist nicht nur von städtebaulicher Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Zeuge der Wohn- und Arbeitskultur der damaligen Zeit.
Um den Erhalt dieser für das Stadtbild wertvollen Baudenkmäler auch in Zukunft zu sichern, wurden die Pilatusstrasse 2 und die Erlenstrasse 16 auf Antrag der Eigentümerschaft 2014 unter Schutz gestellt. Da die Gebäude sanierungsbedürftig waren und neue Mieter für den Gewerbebau gesucht werden mussten, wurde ein Umbauprojekt erarbeitet. Ziel war es, die historischen Gebäude sanft zu sanieren, ihr bauzeitliches Erscheinungsbild wieder herzustellen und die oberen Geschosse des ehemaligen Fabrikgebäudes zu Wohnzwecken umzunutzen.
Die beiden Liegenschaften wurden nach denkmalpflegerischen Grundsätzen restauriert. Ihr äusseres Erscheinungsbild erfuhr dadurch eine deutliche Aufwertung, die dem Quartier zugutekommt. Dank der Unterschutzstellung und des subtilen Umgangs mit der historischen Substanz konnte ihr Erhalt auch für die Zukunft gesichert werden.

Goldschmiedehaus, Neugasse 27, Zug

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Zug, Neugasse 27

Das Goldschmiedehaus an der Neugasse kostbarer denn je
Das Doppelwohnhaus Neugasse 25 und 27 im Zuger Stadtzentrum ist laut dem Inventar der neueren Schweizer Architektur (INSA) vom Tiroler Maurer Melchior Schellhammer für den Goldschmied Karl Amadeus Spillmann erstellt worden. Die Realisierung des repräsentativen Empirebaus erfolgte im Jahre 1806 nach dem Vorbild eines Gebäudes am Jägerring in Wien. Damals gehörte das Haus gemäss Katasterauszug zu den teuersten weltlichen Bauten in der Stadt Zug. Seit der Bauzeit wird das Erdgeschoss als Goldschmiedeatelier und Verkaufsraum genutzt, in den Obergeschossen sind Wohnungen eingerichtet.
Die Eigentümerschaft plante einen umfassenden Umbau und die Weiterführung der Nutzung als Goldschmiedeatelier und Wohnhaus. Neben der sorgfältigen Restaurierung der historischen Bausubstanz war es der Wunsch des Bauherrn, auch die ursprüngliche (oder jedenfalls ursprünglich geplante) Empire-Ausstattung des Gebäudes wieder herzustellen und zu ergänzen. So wurden an der strassenseitigen Fassade die Lorbeerfestons im zweiten Obergeschoss nach den historischen Zeichnungen rekonstruiert und unter den Fenstern im ersten Obergeschoss neue Relieffelder in Bronzeguss mit mythologischen Szenen mit einem Bezug zu Gold in die Fassade integriert. Im Innern wurden unter Beibehaltung der ursprünglichen Raumstruktur Richtung Neugasse die vorhandenen Originaloberflächen weitestgehend erhalten und Böden und Türen fachgerecht restauriert. Gleichzeitig entstand neben dieser Restaurierung im klassischen Sinn durch das Hinzufügen von abgegangenen, zugekauften und neu konzipierten Elementen bis hin zu den zwei neuen Säulenspolien im Erdgeschoss eine gelungene Neuinterpretation des Empire-Baus. Das Engagement des Bauherrn, einem Kenner dieses Epochenstils, war ausserordentlich. Er scheute keinen Aufwand, die Meinung vorzüglicher Restauratoren einzuholen und hervorragende Handwerker für die Restaurierung zu engagieren. Bauherr und Denkmalpflege konnten sich bei diesem Projekt gegenseitig befruchten, voneinander lernen, auf Augenhöhe diskutieren und erlebten die Sanierung als positiven Prozess.

Späteiszeitliche Knochen und ein Stosszahn – Mammutfunde aus Risch-Rotkreuz

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Mammut-Skelett. Die in Rotkreuz gefundenen Knochen sind rot markiert.

Eine Baugrube als Fenster in die Eiszeit

Im Juli 2015 wurden bei Aushubarbeiten für den Neubau eines Bürogebäudes in Risch-Rotkreuz der linke Stosszahn und Teile der Beckenknochen eines Mammuts ausgebaggert – der erste Mammutfund im Kanton Zug seit genau 50 Jahren!

Bei der archäologischen Begleitung der weiteren Bauarbeiten konnten vier weitere grössere Knochenfragmente und eine Reihe von Knochensplittern entdeckt und geborgen werden. Die Skelettreste gehören zu einem ausgewachsenen Mammutbullen, der gegen Ende der letzten Eiszeit im Vorfeld des Reussgletschers verendet ist. Nach dem Tod des Tieres wurden die Knochen vom Schmelzwasser leicht auseinandergetrieben, in den Schmelzwasserschottern eingelagert und schliesslich von den Sedimenten des in der Späteiszeit bis nach Rotkreuz reichenden Zugersees überdeckt. Durch die dauerhafte Lagerung im Grundwasser sind die Knochen und der noch über 2 m lange, vorne allerdings modern abgebrochene Stosszahn aussergewöhnlich gut erhalten. Nach Radiokarbondatierungen der Knochen lebte das Mammut in der Zeit um 15'000 v. Chr. – damit gehört das Rotkreuzer Mammut zu den jüngsten Mammutfunden der Schweiz! Die in den Jahren 1907/1928 bzw. 1965 entdeckten Mammutskelettreste aus Baar-Blickensdorf und Cham-Oberwil datieren dagegen zwischen ca. 30'000 bis 20'000 v. Chr. Noch nicht abgeschlossen sind die naturwissenschaftlichen Analysen an den Knochenfunden sowie an Bodenproben vom Fundort – sie sollen zusätzliche Erkenntnisse zum Rotkreuzer Mammut und seiner Lebenswelt liefern.

Die obigen Darstellung kann unter https://skfb.ly/LsnA als 3D-Modell von allen Seiten betrachtet werden (benötigt wird ein moderner Browser, vgl. https://help.sketchfab.com/hc/en-us/articles/203059088-Compatibility).

Morgarten / Sattel: Prospektion im vermuteten Schlachtgelände von 1315

Auswahl spätmittelalterlicher Fundstücke
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Auswahl spätmittelalterlicher Fundstücke

Aufsehenerregende Neufunde

Im Vorfeld des 700-Jahr-Jubiläums der Schlacht am Morgarten führte das Amt zusammen mit den zuständigen Schwyzer Behörden im Jahr 2015 einen zeitlich und finanziell beschränkten Prospektionseinsatz mittels Metallsuchgerät durch. Die Prospektion im Gebiet Morgarten / Sattel förderte Fundstücke aus Eisen, Bunt- und Edelmetall mit einem Gesamtgewicht von rund 80 kg zu Tage. Die geborgenen Objekte decken eine Zeitspanne von über 2000 Jahren ab.
Einige der Prospektionsfunde sind ins Spätmittelalter, das heisst in die Zeit ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bis ca. 1500, zu datieren. Mit diesen liegen erstmalig nach wissenschaftlichen Methoden dokumentierte Funde aus dem vermuteten Schlachtgebiet vor, die zumindest teilweise aus der Zeit um 1315 stammen könnten. Bei keinem einzigen Fundstück lässt sich jedoch ein eindeutiger Bezug zur «Schlacht am Morgarten» herstellen.

Der Öffentlichkeit wurden die archäologischen Entdeckungen am Vortag des dreitätigen Volksfestes, am 18. Juni 2015, bekannt gegeben. Das mediale Echo war ausserordentlich: Die für einen Monat in Auftrag gegebene Medienbeobachtung ergab über 300 Print- und Online-Berichterstattungen aus aller Welt sowie rund 20 Fernseh- und Radiobeiträge.

Auch wenn mit der jüngsten Prospektion das Schlachtfeld von 1315 nicht lokalisiert werden konnte, stellen die Untersuchungen für die Kantone Schwyz und Zug einen relevanten Informationszuwachs für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Gebiets dar. Zudem ist sie Ausdruck einer unkomplizierten und erfolgreichen Zusammenarbeit zweier Amtsstellen über die Kantonsgrenzen hinweg.

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