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Medienmitteilung: Erfolgreiche Brutsaison für den Zuger Rötel

Medienmitteilung: Erfolgreiche Brutsaison für den Zuger Rötel

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Zug, 23. Juni 2008


MEDIENMITTEILUNG

Erfolgreiche Brutsaison für den Zuger Rötel

Das Amt für Fischerei und Jagd der Direktion des Innern betreibt für das Fischereikonkordat Zugersee die Fischbrutanlage Walchwil. Dieses Jahr ist die Erbrütung und Aufzucht der Zuger Rötel besonders erfolgreich verlaufen. Hinter der Fischzucht stehen zwei Hauptmotive; die Kompensation der durch menschliche Einflüsse zerstörten natürlichen Fortpflanzung und die Förderung bestimmter Fischarten. Bei der Rötelzucht im Zugersee geht es um Art-Erhaltung.

Erfolgreiche Brutsaison
In diesen Tagen werden die letzten Rötel-Vorsömmerlinge, so nennt man die aussatzfähigen Jungfische, in den Zugersee freigelassen. Die Fischbrutanlage Walchwil kann auf eine erfolgreiche Brut- und Zuchtsaison 2007/08 zurückblicken. Trotz mässigem Laichfischfang können über 190'000 Jungfische eingesetzt werden. Die Jungfische wurden ausschliesslich mit Plankton aus dem Zugersee gefüttert. "Seit vielen Jahren ist das Planktonaufkommen qualitativ und quantitativ nicht mehr so gut gewesen, wie in diesem Frühjahr", sagt der Fischereiaufseher Felix Ammann.
Zahlen zur Brut:
Aus 210'000 befruchteten und in die Brutschränke eingelegten Eier
sind über 205'000 Larven geschlüpft und daraus wurden
190'000 Rötel-Vorsömmerlinge aufgezogen.

Zuger Spezialität
Der Zuger Rötel, auch als Seesaibling bekannt, trägt seinen Namen wegen der roten Färbung während Fortpflanzungszeit. Er gehört zu den lokalen kulinarischen Spezialitäten wie die Zuger Kirschtorte; er ist jedoch die grössere Rarität. Frischfisch aus dem Zugersee ist qualitativ ein hochwertiges Nahrungsmittel. Fangfrisch, gesund, fettarm und gleichzeitig preislich attraktiv ist Fisch aus dem Zugersee ein Nahrungsmittel, welches auch höchste Anforderungen an eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen erfüllt.

Bild Legende:

Foto
(Bild: Frau Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard beim Einsatz der letzten 30'000 Rötel-Vorsömmerlinge)

Lebensraum Zugersee
Der Zugersee ist als Lebensraum für den Zuger Rötel in einer ungünstigen Verfassung. Die spezifischen Eigenschaften des Sees, lange Wassererneuerungszeit, schwache Längsdurchströmung des Sees, mächtige "Nährstoffdeponien", Überdüngung resultierend in zu hohem Phosphatgehalt, etc., werden viele Jahrzehnte fordern, bis der See saniert ist. Der Zugersee ist heute schweizweit der am stärksten durch Nährstoffe belastete grössere See. Deshalb kann sich der Rötel seit Jahren nicht mehr natürlich fortpflanzen. Die Erhaltung der Art ist vollkommen von der künstlichen Erbrütung und Aufzucht abhängig.

Fischbrut und Aufzucht
Mit weit über 100 Jahren Fischzucht-Tradition am Zugersee gilt die Erbrütung und Aufzucht von Fischen beinahe als traditionelles Handwerk der Region. Röteleier werden bei den Laichfischfängen im November und Dezember gewonnen und mit Milch (Samen der männlichen Tiere) befruchtet. Die befruchteten Eier der Rötel reifen und entwickeln sich während rund 75 Tagen (Richtwert bei 5°C), bis die Fischlarven aus den Eiern schlüpfen. Dieser Vorgang ist temperaturabhängig. Die geschlüpften Tiere werden mit lebendem und eingefrorenem Plankton aus den Zugersee gefüttert und zu sogenannten Vorsömmerlingen "gross" gezogen.

Naturgesetzen unterworfen
Die künstlich gezüchteten und ausgebrüteten Fischarten stehen nach ihrer Freilassung (Auswilderung) in den Zugersee unter dem Einfluss von Wellen, Wind und Wetter. Sie treffen neu auch auf Fressfeinde. Die Menge und Qualität von Plankton im Wasser, und die Interaktion innerhalb der Fischartengemeinschaften wirken auf die Überlebenschancen der Fische ein. Über den Daumen gepeilt werden etwa 5% der gezüchteten Fische im Zuger See bis zur Fangreife überleben. Jahr für Jahr werden zwischen 7'500 und 10'000 Rötel aus dem Zugersee gefischt. Unter den schwierigen Bedingungen am Zugersee können auch durch Fischzucht die Fischernetze nicht prall gefüllt werden. Aber das Überleben der Fischart und des Markenzeichens Zuger Rötel wird durch die Fischbrut und Aufzucht ermöglicht.

Direktion des Innern
Regierungrätin
Manuela Weichelt-Picard


Weitere Auskünfte:
Manuela Weichelt-Picard, Regierungsrätin Tel: 041 728 24 30
Peter Ulmann, Dr. sc. nat. ETH Amtsleiter Fischerei und Jagd Tel: 041 728 35 29

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