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Medienmitteilung: Wertvolle Pfahlbausiedlung in Cham - Kredit für Rettungsgrabung

Medienmitteilung: Wertvolle Pfahlbausiedlung in Cham - Kredit für Rettungsgrabung

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Zug, 21. Oktober 2008 


MEDIENMITTEILUNG

Wertvolle Pfahlbausiedlung in Cham – Kredit für Rettungsgrabung

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat für Rettungsgrabungen einer prähistorischen Pfahlbausiedlung im Alpenblick bei Cham einen Kredit von insgesamt 4,27 Millionen Franken zu sprechen. Vorerst sollen 2 Millionen Franken für die Untersuchung eines Teils der bedrohten Fundstelle freigegeben werden. Lassen die Grabungen auf dieser Teilfläche darauf schliessen, dass es weitere wertvolle Funde auf der restlichen Fläche gibt, kann der Regierungsrat den Restkredit freigeben. 

Verzicht auf Schutz
Nördlich der bestehenden Überbauung «Alpenblick» in Cham werden zwei neue Hochhäuser («Alpenblick II») mit Tiefgarage erstellt, sofern das Chamer Stimmvolk den Bebauungsplan Alpenblick II am 30. November 2008 bewilligt. Das Bauvorhaben tangiert Reste von Seeuferdörfern aus der Zeit von 3500-2450 vor Christus. Es handelt sich um sehr bedeutende, jungsteinzeitliche Funde. Trotzdem wird die Fundstelle zugunsten des Bauvorhabens nicht unter Schutz gestellt. Die Direktion des Innern mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie hat den gesetzlichen Auftrag, die wertvollen Funde vor ihrer drohenden Vernichtung sicherzustellen, die Siedlungsreste wissenschaftlich zu untersuchen und zu dokumentieren. Deshalb wird ein Teil dieser Siedlung ausgegraben.
 
Rettungsgrabung ohne Bauverzögerung
Die Fundstelle ist voraussichtlich gross und reichhaltig, entsprechend hoch wird der Aufwand der Untersuchung und Bergung sein. Die Untersuchung für die gesamte vom Bauvorhaben bedrohte Fundstelle kostet 4,27 Millionen Franken. Vorerst sollen 2 Millionen Franken freigegeben werden. Der Regierungsrat soll den Restkredit erst dann freigeben können, wenn sich im Verlaufe der Ausgrabungen zeigt, dass mit einer Ausdehnung der Untersuchungen zusätzliche, wissenschaftliche Erkenntnisse von hohem Wert zu erwarten sind. Die Rettungsgrabung soll bis Herbst 2010 abgeschlossen sein. 

Mögliches Zuger UNESCO-Welterbe
Die prähistorischen Pfahlbauten der Schweiz sind ein archäologisches Kulturerbe von internationaler Bedeutung. Die Funde sind sehr gut erhalten. Sie sind Quellen unvergleichlicher Qualität zur frühen Geschichte der Menschen in Mitteleuropa. Die ersten Bauern legten die wesentlichen Grundlagen der modernen Gesellschaft Sesshaftigkeit, Ackerbau, Tierhaltung, Herstellung von Keramik, Verarbeitung von Metall usw.). Der Bundesrat setzte 2004 die Pfahlbauten auf eine Liste von möglichen Kandidaturen der Schweiz für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes. Pfahlbauten sind fester Bestandteil der schweizerischen Nationalgeschichte. Seit ihrer Entdeckung im 19. Jahrhundert haben sie einen bedeutenden ideologischen und emotionalen Wert für die Identitätsfindung unseres Landes. Im kommenden Jahr begeht der Kanton Zug das 150-jährige Jubiläum der ersten Entdeckung von Pfahlbauten im Kanton.

Direktion des Innern
 

Weitere Auskünfte:
Manuela Weichelt-Picard, Regierungsrätin                         Tel. 041 728 24 30
Stefan Hochuli, Dr. phil., Amtsvorsteher und                     Tel. 041 728 28 58
Kantonsarchäologe

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