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Der Zuger Wald kommt seinen multifunktionalen Aufgaben nach

07.12.2017
Medienmitteilung: Der Zuger Wald kommt seinen multifunktionalen Aufgaben nach

Der Zuger Wald hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehrheitlich positiv entwickelt. Die grössten Herausforderungen der Zukunft stellen die Auswirkungen des Klimawandels, die Zunahme von invasiven Pflanzen und Tieren sowie die voraussichtlich weiterhin tiefen Holzpreise dar. Dies geht aus dem Kantonalen Nachhaltigkeitsbericht «Wald» des Amtes für Wald und Wild hervor.

Im Bericht wird der Zustand des Zuger Waldes anhand der Kapitel «Waldressourcen», «Holznutzung», «Schutzwälder», «Biologische Vielfalt» sowie «Gesundheit und Vitalität» aufgezeigt. Der Beurteilung zugrunde liegt der kantonale Waldentwicklungsplan (WEP), in welchem Nachhaltigkeitsziele stehen, die von der Zuger Regierung 2012 verabschiedet wurden. Sie lassen Aussagen darüber zu, inwieweit der Zuger Wald seine Funktionen sowohl als Rohstofflieferant als auch als Ökosystem erfüllt. Der Umgang mit der Ressource Holz und Wald ist gemäss modernem Nachhaltigkeitsbegriff in der Waldbewirtschaftung so definiert, dass der Wald seine wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Funktionen auch für nachfolgende Generationen erfüllen kann. Dazu gehören der Beitrag der Waldwirtschaft, die gesamte Wertschöpfungskette bis zu den Endprodukten der Bau- und Werkstoffindustrie sowie der Energieversorgung, der monetarisierte gesellschaftliche Nutzen aus der Bewirtschaftung von Schutz- und Erholungswald sowie die Wirkung von Massnahmen zur Förderung der Waldbiodiversität.

Nächste Überprüfung ist 2027 geplant

Die einzelnen Kapitel des Berichts orientieren sich darum auch an den gesamteuropäischen Kriterien für eine nachhaltige Waldentwicklung (Helsinki-Kriterien) der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) sowie an den 13 Basisindikatoren des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) aus dem Jahr 2014. «Insgesamt ist der Zuger Wald in einem zufriedenstellenden Zustand und hat sich in den letzten Jahrzehnten positiv entwickelt», bilanziert Albin Schmidhauser, Leiter Amt für Wald und Wild. «Die grössten Herausforderungen stellen die Auswirkungen des Klimawandels, die Zunahme von invasiven Pflanzen und Tieren sowie die voraussichtlich weiterhin tiefen Holzpreise dar.» Frau Landammann Manuela Weichelt ergänzt: «Gemeinsam mit den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern wird sich der Zuger Forstdienst dafür einsetzen, dass der heute bereits mehrheitlich gute Zustand des Zuger Waldes auch in Zukunft erhalten und wo notwendig verbessert werden kann.» Die nächste Beurteilung des Zuger Waldes ist im Rahmen der Überarbeitung und Zielüberprüfung des kantonalen WEP im Jahr 2027 vorgesehen.


Bildlegenden:
Foto 1: Blick von Ebertswil bei Hausen am Albis auf die Stadt Zug und
             die bewaldete Baarburg.
Foto 2: Vielseitiger Zuger Wald auf dem Gottschalkenberg mit Buchen,
             Fichten und Tannen.
Foto 3: Winteraufnahme vom Gnipen auf die Gemeinde Unterägeri.


Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Nachhaltigkeitsbericht:


Kapitel «Waldressourcen»:
Im Kanton Zug gibt es 6371 Hektaren Wald. Somit sind 28 % der Kantonsfläche bewal-det. 30 % der Waldfläche ist Privatwald. 64 % der Waldfläche befindet sich im Eigentum der  Korporationen, 5 % im Eigentum des Kantons und 1 % im Eigentum der Bürger- und Einwohnergemeinden.

Der ganze Zuger Wald wird multifunktional bewirtschaftet. 63 % des Zuger Waldes erfüllen eine besondere Schutzfunktion gegen Naturgefahren, Naturschutz- oder Erholungsfunktion. Auf den restlichen 37 % stocken Wälder ohne besondere Waldfunktionen.

Seit 1995 hat sich die totale Waldfläche kaum verändert. Rodungen wurden flächentreu ersetzt und neue Waldflächen sind kaum dazugekommen. Das Ziel einer konstanten Waldfläche konnte somit erreicht werden.

Im Kanton Zug wird die Waldfläche mehrheitlich ungleichförmig bewirtschaftet. Das heisst, die Waldbestockung ist naturnah und besteht aus verschiedenen Baumarten in unterschiedlichen Alterskassen gemischt. Solche Bestände sind für äussere Einflüsse wie Stürme, zunehmende Temperaturen oder Trockenheit weniger anfällig.

Der Kanton Zug verfügt über einen durchschnittlichen Holzvorrat von 403 m3/ha. Der Holzvorrat im Privatwald ist höher als im öffentlichen Wald, was hauptsächlich auf Unterschiede bei der Bewirtschaftungsintensität zurückzuführen ist.


Kapitel «Holznutzung»:
Im Zuger Wald werden durchschnittlich 9.8 m3 Holz pro Hektare genutzt. Im Privatwald ist die Nutzung generell tiefer als im öffentlichen Wald. Gründe für die geringere Nutzung im Privatwald sind die hauptsächlich höheren Holzerntekosten und die teilweise schwierigen Erschliessungsverhältnisse in Verbindung mit den tiefen Holzerlösen.

Seit rund zehn Jahren macht die Laubholznutzung einen Drittel der Gesamtnutzung aus. Dies liegt u.a. am stetig steigenden Laubolzanteil in den naturnah bewirtschafteten Wäldern. Fakt ist aber auch: für Laubholz ist derzeit kaum ein rentabler Markt vorhanden.

97 % des Holzes aus dem Zuger Wald wird in der Region und in den angrenzenden Kantonen verarbeitet. Direkt ins Ausland gehen nur 3 %. Es ist davon auszugehen, dass auch in naher Zukunft Zuger Holz zu grössten Teilen regional vermarktet werden kann.

Seit den 1980-er Jahren sind die Holzerlöse kontinuierlich gesunken. Darum decken die Holzerlöse den Betriebsaufwand der fünf grossen Korporationen sowie des Staatswaldes nicht mehr. Dies, obwohl ein Teil der forstlichen Massnahmen waldfunktionsabhängig staatlich unterstützt werden.


Kapitel «Wälder mit besonderer Schutzfunktion gegen Naturgefahren»:
In den Jahren 2008 bis 2015 wurden im Kanton Zug 926 Hektaren Schutzwald gepflegt. Dies entspricht einem Drittel der gesamten Schutzwaldfläche. Die Schutzwälder erfüllen ihre Funktion grossmehrheitlich gut. Damit dies so bleibt, müssen auch künftig jedes Jahr mindestens 140 Hektaren der Schutzwaldfläche zielgerichtet gepflegt werden.


Kapitel «Biologische Vielfalt»:
Zu den häufigsten Baumarten im Zuger Wald gehören die Fichte (38%), die Tanne (23 %), die Buche (17 %), die Esche (7 %) sowie der Ahorn (6 %). Der hohe Fichtenanteil ist insbesondere im Gebiet Ennetsee auf ehemalige Fichtenaufforstungsflächen zurückzuführen.

Viele der Zuger Wälder weisen schon heute eine standortgerechte Baumartenmischung auf. In höheren Lagen stehen aber die Jungwüchse von Weisstanne, Ahorn und Vogelbeere unter Wilddruck. Hier muss eine Balance zwischen verjüngungsfördernden Waldbaumethoden und Wildtiermanagement gefunden werden.

Langfristig sollten im Kanton Zug alle Waldbestände einen minimalen Laubholzanteil aufweisen. Für das Zuger Mittelland bedeutet dies ein durchschnittlicher Laubholzanteil von 70 % und für das Zuger Voralpengebiet einen solchen von 40 %. Dieses Ziel sollte dank natürlicher Laubholzverjüngung erreicht werden.

Erfreulich läuft die Entwicklung starker Bäume mit grossem Durchmesser, die dank altersspezifischen Merkmalen wie Mulmhöhlen oder Kronentotholz für zahlreiche Lebewesen einen wichtigen Lebensraum darstellen. Zwischen 1993 und 2010 hat sich die Zahl solcher Bäume verdoppelt. Bis 2017 sollen im Zuger Wald auf jeder Hektare durchschnittlich zwei solcher Bäume stehen.

Auf rund einem Viertel der Zuger Waldfläche hat der Erhalt und die Förderung der Biodiversität Priorität. Diese Flächen sind als Wald mit besonderer Naturschutzfunktion ausgeschieden. Derzeit gibt es im Kanton Zug 26 Waldnaturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von gut 1300 Hektaren Wald.

Seit das Bewusstsein für den ökologischen Wert von Totholz gestiegen ist und es sich wirtschaftlich immer weniger lohnt, Holz von geringer Qualität zu nutzen, nimmt der Totholzvorrat auch in den Zuger Wäldern zu. Zwischen 1990 und 2010 ist dieser von 1 m3 pro Hektare auf 6 m3 pro Hektare gestiegen. Der langfristig erwünschte Totholzanteil liegt bei 10 m3 pro Hektare.


Kapitel «Gesundheit und Vitalität»:
Die Sturmereignisse Vivian (1990), Lea (1992) und Lothar (1999) boten trotz zügiger Entnahme des Sturmholzes ideal Brutbedingungen für den einheimischen Borkenkäfer. Besonders stark betroffen von Folgeschäden waren Fichten-Reinbestände.

Die Ulmen- und Eschenwelke haben in den letzten zehn Jahren viele Einzelbäume und zum Teil ganze Bestände zum Absterben gebracht. Auch der Befall durch die Edelkastaniengallwespe und den Kastanienrindenkrebs ist ein Problem. Gründe für die Ausbrei-ung dieser nicht einheimischen Organismen sind u.a. die globale Mobilität sowie der Klimawandel.

Der seit vielen Jahren in grossen Gebieten praktizierte ungleichförmige Zuger Waldbau senkt das Risiko von Waldschäden. Standortgerechte, artenreiche und gut strukturierte Wälder sind vitaler, stabiler und deshalb weniger anfällig auf Waldschäden und in geringerem Ausmass betroffen beim Ausfall einzelner Baumarten.


Link zum Kantonalen Nachhaltigkeitsberichts Wald:
https://www.zg.ch/behoerden/direktion-des-innern/wald-und-wild/a-wald/waldfunktionen



Weitere Auskünfte:

Albin Schmidhauser
Leiter Amt für Wald und Wild
albin.schmidhauser@zg.ch
041 728 35 29

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