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"Abschiednehmen ist auch etwas Schönes"

07.11.2018
Ueli Stalder, Wirtschaft Wir alle kennen sein Lachen, am Mensatisch zum Beispiel: Zu Schlitzen zusammengezogen funkeln seine Augen um die Wette mit seinem Goldketteli. Seine Heiterkeit steckt ...
Ueli Stalder
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Ueli Stalder, Wirtschaft

Wir alle kennen sein Lachen, am Mensatisch zum Beispiel: Zu Schlitzen zusammengezogen funkeln seine Augen um die Wette mit seinem Goldketteli. Seine Heiterkeit steckt alle an. Wir kennen ihn aber auch anders, wie er ernst und schweigend seinen Rollkoffer durch die Gänge zieht.

Der Wirtschaftslehrer und ehemalige WMS-Schulleiter stammt aus dem Seeland. Er ist in Aarberg aufgewachsen, sein Vater war Versicherungsagent, die Mutter Hausfrau. Die Handelsschule absolvierte er in Biel, das Gymnasium in Neuenburg. Das Studium als Handelslehrer schloss er 1979 an der Universität Bern ab. Bereits während des Studiums unterrichtete er BuchhändlerInnen in Wirtschaft. Es folgten zwei Jahre am Alpenquai Luzern, bevor er für 16 Jahre ans Kaufmännische Bildungszentrum Zug wechselte. Anfang vierzig wollte er nochmal eine neue Herausforderung annehmen, und so kam er an die Kantonsschule. 2003 wurde er Schulleiter der WMS, bis 2012 blieb er in dieser Funktion tätig.

Für ihn waren der Praxisbezug des Unterrichts und die Eigenverantwortung der Lernenden zentral. Im Fach Integrierte Praxisteile gründen die Schülerinnen und Schüler eine eigene kleine Firma und erleben am konkreten Fall, was das bedeutet. In seiner allerletzten Lektion hat Ueli nochmal Stoff repetiert. Darin kommt sein Anspruch ans eigene Schaffen zum Ausdruck: Bis zum Schluss am Ball bleiben und als Lehrer einen spannenden, vielfältigen Unterricht bieten. Als Schulleiter schätzte er besonders die Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings wurden die im Zuge von drei Reformen innerhalb von neun Jahren auch eingeschränkt, was Ueli, dem seine Unabhängigkeit immer wichtig war, nicht nur goutierte.

Der Vater von zwei erwachsenen Söhnen hat auch Schweres erlebt. 2005 verstarb seine damalige Frau durch Krankheit. Auch seine spätere Partnerin verschied völlig unerwartet.
Die Pensionierung ist für Ueli auch ein Neuanfang. Vieles, was während seines vierzigjährigen Arbeitslebens zu kurz kam, möchte er wieder auffrischen: Sprachen etwa, Reisen und Fitness. Als begeisterter Ökonom hat er schon erste Projekte aufgegleist: Als neues Vorstandsmitglied der Literarischen Gesellschaft kümmert er sich dort um die Finanzen und berät den Verein bei der Organisationsstruktur. Dabei macht er, wie er es nennt, eine eigentliche literarische Weiterbildung.
Die Schule war Ueli wichtig und seine Arbeit wurde sehr geschätzt. Deshalb, sagt er, ist Abschiednehmen auch etwas Schönes.

Text: Andreas Pfister

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