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12.10.2018
Er sitzt schon da, als ich reinkomme, in jenem Eckzimmer im UG, das früher ein Rektoratsbüro war und in dem er 1984 eingestellt wurde. Seine ehemalige Wohnung befindet sich darunter. Wir kennen Beat ...
Beat Schriber
Bild Legende:

Er sitzt schon da, als ich reinkomme, in jenem Eckzimmer im UG, das früher ein Rektoratsbüro war und in dem er 1984 eingestellt wurde. Seine ehemalige Wohnung befindet sich darunter. Wir kennen Beat Schriber als den Hauswart mit der Igelfrisur und dem sympathischen, spitzbübischen Lächeln. Wir sehen und hören ihn, wie er seine Runden dreht auf dem Mäher, die gelben Kopfhörer montiert. Früher hat auch der Stumpen zu seinen Erkennungszeichen gehört, aber auch der gehört nun der Vergangenheit an.
I dr Chamerstrass, antwortet Beat kurz und bündig auf die Frage, wo er aufgewachsen sei. Bim Brüggli, hilft er mir. Sein Vater war Möbelschreiner, dann Lastwagenfahrer. Die Mutter war im Service tätig, im Casino und auf der Rigi Kulm. Nach der Schule ging Beat erstmal arbeiten. Das war damals anders, erklärt er, da hat man noch nicht so nach den Interessen gefragt. Irgendwann dachte er, Sanitär könnte was sein für ihn. Draussen arbeiten. Also ging er vorbei, beim Weinberger, u isch zuchecho. Da hat man sich nicht beworben, sagt er. Heute, mit diesen Bewerbungen, meint er, hätte er es schwerer.
Nach ein paar Jahren auf dem Beruf wechselte er an die Kantonsschule Zug, als Abwart, wie das damals hiess. Seither arbeitet er für unsere Schule: Er wartet die Sanitäranlagen, füllt Material nach, Kopierpapier, Putzmittel für das Reinigungspersonal, und vieles mehr. Die Arbeit ist vielseitig. Was heute zu tun ist, weiss er noch nicht genau. Er geht dann mal schauen, was ansteht. Und dann tut er, was zu tun ist.
Dass er manchmal auch Streiche der Jugendlichen in Ordnung bringen muss, nimmt er gelassen. Auch wir waren jung und hatten Blödsinn im Kopf, meint er. Jetzt hofft er, dass der LSD einigermassen vernünftig abläuft. Aber es ist eben auch der LSD, der ihm schöne Erinnerungen an seinen Job beschwert: Als er plötzlich Kühe in seinem Garten vor dem Fenster stehen hatte, da hat er schon gestaunt.
Jetzt ist Beat mit seiner Frau nach Baar gezogen, in eine Wohnung mit Lift. Seine zwei erwachsenen Kinder leben auch im Kanton: die Tochter in Unterägeri, der Sohn arbeitet im Coop am Bahnhof. Beat freut sich auf die Pensionierung. E chli ga pöschtele will er, einen Schwatz halten da und dort. Und so werden wir ihm hoffentlich weiterhin begegnen, wenn er auf seinem Fahrrad an seinem alten Arbeitsplatz vorbeifährt.

Autor: Andreas Pfister

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