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Angst vor der verstaubten Puppe

25.09.2017
«U20»-Beitrag von Nicole Gili in der Zuger Zeitung vom 25. September 2017
Nicole Gilli
Bild Legende:

Die Zukunft. Ein einfaches Wort, das jedoch so mancher Person, insbesondere uns Jugendlichen, Kopfschmerzen bereitet. Was will ich studieren? Was für eine Arbeit will ich? Schaffe ich es überhaupt an die Universität? Solche Fragen quälen uns tagtäglich. «Du bist doch erst im vierten Jahr des Gymnasiums, was machst du dir denn für Sorgen, was du studieren möchtest!» Ich glaube, das Schlimmste an dieser Frage ist, dass sie eine Konfrontation mit sich selbst und seinen Ängsten ist.

Die Arbeitswelt wird von so vielen als düster und hart beschrieben, dass einem nur schon der Gedanke an die Suche einer Arbeit oder eines Studienganges die Luft abschnürt, auch wenn es vielleicht Leute gibt, die das Ganze nicht so negativ sehen. Trotzdem bekommt man das Gefühl, dass man in ständiger weltweiter Konkurrenz die Matura mit den besten Noten bestehen und gleich nach dieser etwas studieren muss, was die eigene Existenz in einer Gesellschaft mit gnadenloser Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sichert.

Die Gesellschaft brachte auch den Gedanken in Mode, dass einen nur Geld glücklich machen kann. Plötzlich fängt man an, sich selbst Druck zu machen, in Zukunft mehr als genügend Geld verdienen zu müssen, um dann genauso erfolgreich und «glücklich» wie diese jungen Millionäre zu werden. Der Druck dazu kommt von überall her: Social Media, Zeitungen und teilweise sogar von der eigenen Familie, die etwas zu hohe Hoffnungen in einen gesteckt hat.

Aber der grösste Druck kommt von einem selbst. Man steht unter Druck, schöner, stärker und reicher als der Nachbar zu sein, begleitet von der Angst, dass man in ferner Zukunft von jemand abgelöst wird, der schöner, stärker und reicher ist. Und das Albtraumbild, in dem man, unter den vielen anderen Puppen, nur noch wie eine alte, unwichtige Marionette im Schrank anfängt zu verstauben, wirkt von einer schlaflosen Nacht zur anderen plausibler und plausibler. Aber wer weiss: Vielleicht wache ich ja eines Morgens auf und beschliesse, diese verwerfliche Mode des erkauften Glücks nicht befolgen zu wollen.

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