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28.01.2019

Eine haarige Angelegenheit

28.01.2019
Beitrag von Petra Zürcher in der Rubrik «U20» der Zuger Zeitung vom 28. Januar 2019
Petra Zürcher
Bild Legende:

Auf der Oberlippe einer Frau sind sie nicht gern gesehen, in der Suppe noch viel weniger und um diejenigen mit welchen auf den Zähnen macht man einen grossen Bogen – Haare. Überall spriessen sie, ob gewollt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Aber Fakt ist, dass man bei haargenauer Betrachtung feststellt, dass uns unsere Haarpracht nun schon seit geraumer Zeit beschäftigt und beeinflusst. Wohl jeder hat schon einmal über einen Blondinen-Witz gelacht, etwas von «Hair» gehört oder in der Dusche laut «Sie hat die Haare schön» mitgeträllert.

Was ursprünglich eigentlich einmal zur Erhaltung der Körpertemperatur gedacht war, wird heutzutage – wie fast alles – zur Definition der eigenen Persönlichkeit missbraucht. Manche bleiben ihrem Stil ihr Leben lang treu, andere wechseln den Look ihrer Körperbehaarung wie die Unterwäsche, zumindest was die Sache auf dem Kopf angeht. Irgendwie ist es doch faszinierend, dass etwas, was in der Wissenschaft den anekelnden Namen «Hornfäden» trägt, uns so viel bedeutet. Nur schon die grosse Auswahl an Pflegeprodukten in der Beauty-Abteilung spricht Bände.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Heisst konkret: in einem Jahrhundert der Extreme. Um ein Zeichen zu setzen, scheuen da so einige nicht davor zurück, sich einfach mal die Brüste abzuschneiden oder radikal nur noch Rohes zu essen. Nachhaltigkeit, Feminismus und Gleichberechtigung sind angesagt. Jeder will es perfekt machen und so manchem hängen die Themen langsam aber sicher zu den Ohren raus. Es scheint, als dürfe man kein Wort mehr sagen, ohne irgendjemanden zu beleidigen.

All das hat auch keinen Halt vor den Haaren gemacht. Frauen rasieren sich eine Glatze, um zu zeigen, dass es ihnen nicht um ihr Äusseres geht. Andere lassen sich Achselhaare wachsen und verzichten auf die Unterwäsche, um für Natürlichkeit plädieren zu können. Das Nächste ist wohl, dass alle nur noch Glatze tragen, da dies die Kalorienverbrennung fördert.

Ob das alles wirklich nötig ist, weiss ich auch nicht. Mein Vorschlag: Einmal waschen und schneiden, bitte. Es soll mal wieder etwas Neues werden!

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