Navigieren auf Kantonsschule Zug KSZ

Inhaltsnavigation auf dieser Seite

Navigation
19.02.2020

«Es braucht nachhaltige Mobilitätslösungen»

19.02.2020
Für seine Maturaarbeit hat sich Mattia Hanusch mit Car Sharing befasst. Das Konzept bietet auch Chancen für Zug. Beitrag in der Zuger Zeitung vom 19. Februar 2020
Bild Legende:

Wohl jedem sind die roten Mietautos von Mobility, die vor allem in Bahnhofsnähe stehen, schon einmal aufgefallen. Auch Mattia Hanusch. Der Zuger Kantonsschüler hat seine Maturaarbeit über Car Sharing, also das gemeinsame Nutzen eines Autos, geschrieben. Mobilität sei ein Thema, das alle betreffe. «Mit dem zunehmenden Verkehr braucht es nachhaltige Mobilitätslösungen – Car Sharing ist ein Modell mit Zukunftschancen», ist der 19-Jährige überzeugt.

Entsprechend liegen für Hanusch, der seit einem Jahr den Führerschein besitzt, die Vorteile von Car Sharing auf der Hand: Das Konzept sorge für eine ökologische Verkehrsberuhigung, weil Menschen dazu bewegt werden, vom eigenen Auto auf ein geteiltes Mietauto umzusteigen. Dies wiederum hat weniger CO2-Emissionen und eine bessere Fahrzeugauslastung zur Folge. «Laut einer Studie stehen Autos 95 Prozent der Zeit parkiert herum – das sind 23 Stunden pro Tag», sagt Hanusch.

Verfügbarkeit der Autos als Herausforderung
Ein weiteres Argument für Car Sharing sind laut Hanuschs Maturaarbeit die Kosten. Während Vielfahrer mit einem eigenen Auto billiger kommen, ist für Autofahrer, die jährlich ungefähr bis zu 10000 Kilometer zurücklegen, Car Sharing die kostengünstigste Alternative, da die Fixkosten wegfallen. «Gerade für junge Menschen, deren finanzielle Möglichkeiten begrenzt sind und die nur ab und zu auf ein Auto angewiesen sind, machen Konzepte wie Mobility Sinn», erklärt der Maturand.

Auf der anderen Seite hat Mattia Hanusch, der in Mettmenstetten wohnt, den grössten Nachteil selber schon erfahren. In ländlichen Gebieten funktioniert Car Sharing nur beschränkt, es braucht eine gewisse Bevölkerungsdichte in einem urbanen Zentrum, wo die Fahrzeuge einfach erreichbar sind.

In einer Umfrage, die Hanusch im Einkaufszentrum Zugerland in Steinhausen sowie am Hauptbahnhof Zürich bei 43 Pendlern durchgeführt hat, stiess er auf eine weitere Schwierigkeit: die Nachfrage zu Stosszeiten. Eine Person gab an, sie würde Mobility gerne nutzen, doch jedes Mal, wenn sie ein Mietauto buchen wollte, sei keines verfügbar gewesen. «Darüber hinaus haben viele Befragte gesagt, dass sie Mobility gerne einmal ausprobieren möchten. Ein eigenes Auto sei aber bequemer und erlaube mehr Flexibilität », so Mattia Hanusch.

Jüngere Generationen sind das Teilen gewohnt
Neben einem Selbstversuch führte der Maturand auch ein Interview mit einem Verantwortlichen von Mobility, dem grössten Car-Sharing-Anbieter der Schweiz mit Sitz in Rotkreuz. Dabei kristallisierten sich zwei Trends heraus: Heute würden viele Junge ihren Führerschein erst in ihren Zwanzigern machen. Auf der anderen Seite sei das Auto immer weniger ein Statussymbol. «Jüngere Generationen sind es gewohnt, Dinge zu teilen– etwa Wohnungen auf Airbnb oder E-Trottinetts. Die Nachfrage nach Car Sharing könnte in Zukunft also steigen», erklärt Hanusch, der nach der Matura an der Hochschule St.Gallen Wirtschaft studieren möchte.

Car Sharing besetze in der Schweiz noch eine Nische, habe aber Potenzial – auch für Zug, fasst Mattia Hanusch zusammen. «Es funktioniert in einem Mix von Mobilitätsangeboten sehr gut – etwa mit dem öffentlichen Verkehr und leihbaren Velos sowie E-Trottinetts.» Davon ist der 19-Jährige überzeugt. Er werde Mobility selber weiterhin ab und zu nutzen.

Weitere Informationen

hidden placeholder

hidden placeholder

Fusszeile

Deutsch