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Fussball wird wiedergeboren

30.04.2018
Beitrag von Ajanthan Shanthalingam in der Rubrik «U 20» in der Zuger Zeitung vom 30. April 2018
Ajanthan Shanthalingam
Bild Legende:

Immer öfter kann man lesen, dass ein talentierter Fussballer einen Vertrag bei einem chinesischen Verein unterschrieben hat. Jetzt, wo ich diese Kolumne verfasse, will ein chinesischer Verein die stolze Summe von 60 Millionen Euro hinblättern, um den belgischen Nationalspieler Yannick Carrasco zu verpflichten. Laut diesem Vertrag würde Carrasco im Sommer bei Dalian Yifang ein jährliches Gehalt von umgerechnet zehn Millionen Euro kassieren. Zum Vergleich: Der Ex-Weltfussballer Ronaldinho hat in seiner beeindruckenden Fussballkarriere 2,4 Millionen Euro pro Jahr verdient, was zu seiner Zeit sehr viel war.

Chinesische Clubs versuchen vermehrt, mit hohen Gehältern Spieler aus Europa nach China zu locken. Gerade vor einem Jahr wurde der Argentinier Carlos Tevez für 40 Millionen Euro eingekauft. Er hat in der letzten Saison nur ein Tor geschossen, was sehr schlecht ist. Sein Einkauf hat sich sportlich also nicht gelohnt. Die meisten Spieler unterzeichnen solche Verträge, weil sie in ihrem vorherigen Klub «zu wenig» verdient haben. Andere wiederum unterzeichnen einen Vertrag in China auch, weil sie zu selten zum Spielen gekommen sind. Dies war bei Oscar, einem Ex-Chelsea Spieler, der Fall. Ich finde diesen sportlich motivierten Wechsel durchaus sinnvoll, da Oscar die meiste Zeit auf der Bank sass und nicht zum Spielen kam.

Der chinesische Verein Tianjin Quanjian lockt auch ältere Spieler mit internationaler Spielerfahrung an, so etwa Andres Iniesta. Der 33-jährige Spanier spielt schon seit seiner Jugend für den FC Barcelona und hat viele wichtige Pokale gewonnen. Quanjian versprach Iniesta ein Gehalt von 35 Millionen Euro und ausserdem wollten sie ihm eine grosse Menge Weinflaschen aus seiner eigenen Produktion abkaufen. So verlockend es auch klang, Iniesta lehnte ab. Es gibt also auch Spieler, die nicht für Geld spielen, sondern weil es ihnen Spass macht.

Die Fussballphilosophie aus dem Reich der Mitte gibt einem etwas zu denken und drängt die sportlichen Aspekte leider vermehrt in den Hintergrund.

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