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Winterspiele in der Schweiz

16.04.2018
Beitrag von Patric Fischlin in der Rubrik «U 20» in der Zuger Zeitung vom 16. April 2018.
Patric Fischlin
Bild Legende:

Auf den ersten Blick scheinen solche Olympischen Spiele traumhaft zu sein. Ein so grosser Event, der hier in der Schweiz über die Bühne geht, ist der Traum jedes Schweizer Sportfans. Doch ist die Schweiz nicht vielleicht eine Nummer zu klein für ein derartiges Festspiel?

Sion und Graubünden sind beziehungsweise waren die Kandidaten für Olympia 2026. Das Olympia-Flämmchen für Graubünden 2026 ist bereits erloschen. Obwohl wir oft Bilder von traumhaften Olympiaden gesehen haben, so konnten wir doch manchmal – den Medien sei Dank – auch hinter die Fassade blicken. Mehr und mehr erschienen Dokumentationen, welche die positive Einstellung gegenüber Olympia ein bisschen trüben. Wir hören von Einheimischen der Spielstätten Sätze wie «Das Volk profitiert überhaupt nicht» oder «Wir geraten dadurch nur noch mehr in eine finanzielle Krise». Obwohl die Schweiz als finanziell ziemlich stabiles Land gilt, so müssen wir uns trotzdem fragen, ob wir dieses durchaus bestehende Risiko eingehen wollen.

Mit Sion 2026 wäre es aber nicht das erste Mal, dass die Schweiz diese Veranstaltung ausrichtet. Bereits zweimal, zuletzt 1948, fand sie in St.Moritz statt. Das Ausmass der Olympischen Spiele hat seither jedoch gewaltig zugenommen. Es ist unmöglich, die Spiele von 1948 (22 Wettkämpfe) mit den heutigen (102) zu vergleichen.

Klar ist, dass die Schweiz im Falle einer Olympiade die notwendige Infrastruktur nicht vollständig zur Verfügung hätte. Man müsste also neue Sport­stadien und ein Athletendorf aus dem Boden stampfen. Hiermit bin ich auch schon bei meinem Hauptkritikpunkt angelangt: die geografische Lage. Wie kann man solch grosse Menschenmassen in einem einzigen Tal beherbergen? Für mich ist es fast schon ein absurder Gedanke, dass die Schweiz mit den vielen Bergen, Pässen und Tälern als Aus­tragungsort geeignet sei.

Obwohl ich rein sportlich gesehen Olympische Spiele in der Schweiz begrüssen würde, so bin ich, aufgrund der genannten Überlegungen auch nicht enttäuscht, wenn das Projekt Sion 2026 nicht zu Stande kommt. Schliesslich sind Olympiaden am Bildschirm genauso spannend.

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