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12.06.2020

Studie zeigt Unterschiede in CH, DE, AT beim digitalen Lehren und Lernen

12.06.2020
Schul-Barometer zeigt, dass die Schweiz gegenüber Deutschland im Vorsprung ist.

Das Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie (IBB) der Pädagogischen Hochschule Zug (PH Zug) hat in der breit angelegten Studie «Schul-Barometer» in der Schweiz, Deutschland und Österreich die Auswirkungen von Corona auf die Schule erforscht. Im Schul-Barometer kam zum Vorschein, dass sich die drei Länder zum Teil erheblich im Hinblick auf digitales Lehren und Lernen unterscheiden.

Digitaler Unterricht in der Schweiz und Österreich stärker ausgeprägt

In der Onlinebefragung haben über 7100 Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern, Schüler/innen und weitere Akteure aus dem Bildungswesen teilgenommen. Die Antworten zeigen, dass in der Schweiz und Österreich deutlich mehr Stunden an digitalem Unterricht durchgeführt wurden als in Deutschland, Online-Lernplattformen stärker genutzt wurden und die Schüler/innen in den beiden Alpenländern auch in einem höheren Ausmass digital erreicht werden konnten.

63 % der befragten Mitarbeitenden der Schulen in Österreich und 57 % der Schweizer gaben an, dass sie ihre Schüler/innen über Online-Lern- und Arbeits-Plattformen wie Sharepoint oder Teams erreichen – in Deutschland nur 36 %.

Zudem gaben in Deutschland 50 % der befragten Mitarbeitenden der Schule an, 0 h pro Woche digitale Präsenzzeiten mit den Schüler/innen vereinbart zu haben. In Österreich und der Schweiz ist dieser Anteil mit 30 und 33 % deutlich niedriger.

Tieferes Lernengagement und Unterstützung der Eltern in Deutschland

Auch das Lernengagement der Schüler/innen zuhause sowie die Unterstützung der Eltern wird von Mitarbeitenden der Schule in Deutschland deutlich geringer wahrgenommen als von Mitarbeitenden der Schule in der Schweiz und Österreich. So berichten in Deutschland 34 % der Mitarbeitenden der Schule, dass ihre Schüler/innen zuhause aktiv an ihren Aufgaben arbeiten; in Österreich und der Schweiz tun dies dagegen 70 bzw. 61 %.

Unterschiede in den technischen Ressourcen und in der Lern- und Hausaufgabenkontrolle

Gemäss Angaben der Schulleitungen stehen in der Schweiz signifikant mehr und in Deutschland signifikant weniger Ressourcen und technische Kapazitäten für digitales Lehren bereit als in Österreich (vergleiche Abbildung). In der Schweiz werden zudem gemäss Angaben der Schulleitungen ausserdem deutlich mehr Online-Plattformen genutzt, um Aufgaben bereitzustellen bzw. zu kontrollieren.

Die Hausaufgaben werden gemäss der Umfrage aus Sicht der Schulen in Österreich am häufigsten kontrolliert und in der Schweiz öfters als in Deutschland. Zudem erhalten die Schüler/innen aus Deutschland gemäss ihren eigenen Aussagen weniger differenzierte Hinweise von den Lehrpersonen zu den bearbeiteten Aufgaben.

Statistik Schul-Barometer
Bild Legende:

Fazit: grosse Herausforderungen – bedeutsame Chancen

Die Schulschliessungen stellten für alle Akteure im Bildungs- und Schulkontext eine sehr grosse Herausforderung dar – die Digitalisierung hat aufgrund der vorliegenden Notwendigkeit aber auch einen enormen Aufschwung erlebt. Die Schule wird zum einen anschlussfähig an aktuelle Entwicklung in vielen gesellschaftlichen Bereichen, allen voran auch der Wirtschaft.

Digitalisierung kann aber zum anderen auch ein Mehr an Differenzierung und Individualisierung ermöglichen, um den unterschiedlichen Lernständen der Schüler/innen gerecht zu werden. Entstandene Innovationen und Kreativität sollten überführt werden in nachhaltige Schulentwicklungs-Konzepte auf Schul- und Landesebene. Eine grosse Aufgabe wird in diesem Zusammenhang das Bemühen um eine Kompensation des Schereneffektes bei den Schüler/innen, Lehrpersonen und Schulen sein.

Die Lehr-Lern-Formen, die durch Digitalisierung möglich sind, bedeuten nicht nur, dass es für Schüler/innen verschiedene Aufgaben und Lernwege geben kann. Die digitalen Lehr-Lern-Formen erlauben darüber hinaus auch eine bewusstere Differenzierung. Lehrpersonen können sich stärker auf jene Schüler/innen fokussieren, die einen höheren Unterstützungsbedarf (z.B. engere Betreuung, weniger komplexe Aufgabenstellungen) haben (ohne dabei die eher eigenverantwortlich lernenden Schüler/innen zu vernachlässigen). Alle Schüler/innen benötigen jedoch klare Lernziele, eine transparente Struktur, regelmässige Rückmeldungen zum Lernergebnis und Lernerfolg – eben all dies, was guten (digitalen) Unterricht ausmacht.

Medienmitteilung vom 15.05.2020

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Schul-Barometer

Kurz nach der Bekanntgabe der Schulschliessungen lancierte das IBB mit dem «Schul-Barometer» eine wissenschaftliche Studie zu COVID-19 und Schule in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wurde das aktuelle Stimmungsbild an den Schulen erfasst und wichtige Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Fernunterrichtes konnten gewonnen werden. In der Onlinebefragung haben über 7100 Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern, Schüler/innen und weitere Akteure aus dem Bildungswesen teilgenommen.

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