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PISA: Verzicht auf Zuger Auswertung

23.09.2014
Am 23.9.2014 hat die EDK den Bericht "PISA 2012 — Vertiefende Analysen" vorgelegt. Der Bericht findet sich hier . An PISA 2012 haben sich nur elf Kantone mit einer repräsentativen kantonalen ...

Am 23.9.2014 hat die EDK den Bericht "PISA 2012 — Vertiefende Analysen" vorgelegt. Der Bericht findet sich hier. An PISA 2012 haben sich nur elf Kantone mit einer repräsentativen kantonalen Stichprobe beteiligt.

Von Stephan Schleiss

Nur eine kantonale Stichprobe ermöglicht über den nationalen Rahmen hinaus ein so genanntes Kantonsporträt. Der Kanton Zug war in der Stichprobe für die nationale Erhebung mit 90 Schülerinnen und Schülern vertreten, verzichtete aber auf eine kantonale Stichprobe. Warum?

Aufwand und Ertrag
Für eine Teilstichprobe Kt. ZG wäre eine Vollerhebung der 9. Klässler (ca. 1000 Schülerinnen) nötig gewesen, in 40 Testsessionen à 25 Schüler und Halbtage. Der Testaufwand für die nationale Projektleitung hätte etwa 70'000.- betragen, plus 30'000.- für das kantonale Porträt, der Aufwand kantonsseitig noch nicht eingerechnet. Allein für die Bereinigung der Stichprobe wären zusätzliche 10 Personentage für die Zuger Bildungsverwaltung angefallen, im Zusammenhang mit der Testdurchführung nochmals bis zu 60 Personentage. Aufwand und Ertrag wären in keinem Verhältnis gestanden.

Stand EDK
Die Vergleichbarkeit der schulischen Leistungen ist ein wichtiges Anliegen sowohl der Bildungsforschung als auch der Lehrpersonen, die etwa Standardtests zur Orientierung und Einordnung der eigenen Klasse heranziehen. Die Vergleichbarkeit der schulischen Leistung ist auch Gegenstand der Arbeit im Unterrichtsteam. EDK-seitig ist die kantonsübergreifende Entwicklung und Bewirtschaftung von Testaufgaben in einer von der EDK betriebenen Aufgabendatenbank geplant. Liegen die entsprechenden Produkte der EDK vor, wird der Bildungsrat eine Lagebeurteilung vornehmen. Dannzumal wird zu entscheiden sein, ob der Kanton Zug die bestehenden Standardaufgaben weiterentwickeln, sich auf die Aufgabendatenbank der EDK abstützen oder generell mehrgleisig fahren will. Die laufenden Projekte seitens EDK waren mit ein Grund für den Verzicht auf die kantonale Stichprobe.

Grundsätzliche Bedenken
Eine zu weitgehende Ausrichtung des Schulwesens auf die Vergleichbarkeit schulischer Leistungen zahlt sich nicht aus. Erfahrungen z. B. aus den USA, wo das öffentliche Schulwesen mit Blick auf die Vergleichbarkeit der schulischen Leistungen vielerorts hochgradig standardisiert und reglementiert ist — verbunden mit enormen Kosten notabene — zeigen, dass diese Anstrengungen nicht zur gewünschten Verbesserung der Schulqualität führen. Im Gegenteil. Die einseitige Ausrichtung auf die entsprechenden Tests, das Phänomen wird mit "teaching to the test" beschrieben, kann sich als hochgradig dysfunktional erweisen. Nämlich dann, wenn die Tests selbst zum Lerninhalt werden und nicht mehr dazu dienen, Lerninhalte zu überprüfen. Gegenüber PISA ist besondere Zurückhaltung angebracht, da völlig unterschiedliche Schulsysteme miteinander verglichen werden.

stephan.schleiss@zg.ch

 

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