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Podium Fremdsprachen Luzern: Zwei persönliche Beiträge

27.10.2014
Zur Podiumsdiskussion zum Thema Fremdsprachen in der Primarschule vom 14.Okt. 2014 an der PH Luzern haben uns zwei persönliche Beiträge erreicht. Den beiden Autorinnen sei an dieser Stelle herzlich ...

Zur Podiumsdiskussion zum Thema Fremdsprachen in der Primarschule vom 14.Okt. 2014 an der PH Luzern haben uns zwei persönliche Beiträge erreicht. Den beiden Autorinnen sei an dieser Stelle herzlich für das Engagement gedankt!

Von Sylvia Nadig

Die Podiumsdiskussion an der PH Luzern zum Thema Fremdsprachen auf der Primarstufe war eine interessante und grösstenteils sachliche Diskussion, die verschiedene Aspekte der aktuellen Fremdsprachendebatte auf den Tisch brachte. Drei Podiumsmitglieder plädierten für den Erhalt der zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe, drei argumentierten für nur noch eine Fremdsprache, primär wegen der angeblichen Überforderung der Kinder. Überrascht hat mich, wie hartnäckig die Fehlinformation, dass Kinder mit Migrationshintergrund im Fremdsprachenunterricht häufiger überfordert sein sollen als einsprachig aufwachsende Kinder, sich  halten kann, obwohl zahlreiche Untersuchungen das Gegenteil beweisen. Auf meine Frage an Frau Annamarie Bürkli, Präsidentin des LLV des Kantons Luzern, wie sie darauf komme, auf Grund der von ihr erwähnten 20 %  überforderter Primarschulkinder den restlichen 80 % eine zweite Fremdsprache vorzuenthalten, konnte sie keine befriedigende Antwort geben.

Besonders beeindruckt hat mich Frau Felicitas Zopfi, Präsidentin der SP des Kantons Luzern. Sie unterrichtet selber Englisch und Französisch auf der Mittelstufe II, und ihre Begeisterung  war deutlich zu spüren. Sie sprach auch von der sehr hohen Motivation der 5. Klässler, Französisch zu lernen. Auch eine Studentin der PH Luzern, welche beide Fremdsprachen studiert, meldete sich zu Wort mit der Bitte, dass man sie, die zukünftigen Lehrpersonen, doch mal machen lassen soll, da sie schon bald mit einer guten Ausbildung, vielen Ideen der aktuellen Didaktik und der Mehrsprachigkeitsdidaktik sowie einer hohen Sprachkompetenz in die Schulen kommen.

Charles Vincent betonte, dass man in keinem Unternehmen eine Reform nach so kurzer Zeit bereits wieder abbrechen würde –  so etwas mache nur die Schule. Er plädierte dafür, weiterzufahren und den status quo zu optimieren. Und auf die Frage, ob jünger wirklich besser sei, antwortete Prof. Werlen differenziert: Kinder haben in ganz spezifischen Aspekten einen Vorteil gegenüber älteren Lernenden, insbesondere in der Aussprache, der Intonation, hingegen nicht im Sprachformalen (Grammatik). Dies muss man berücksichtigen, auch bei einer Evaluation. Von einem 2-Jährigen verlangt man schliesslich auch keinen Dreisatz.

Sylvia Nadig ist Dozentin für Fachdidaktik Englisch Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule Zug, sylvia.nadig@phzg.ch.

Von Sibylle Domeisen

Die Diskussionsteilnehmenden haben die momentan herrschende Uneinigkeit in der Fremdsprachendebatte eins zu eins wiedergegeben. Eine Lehrerin will nur noch eine Fremdsprache, weil zu viele Kinder mit zwei überfordert seien. Die andere Lehrerin spürt viel Freude und Motivation für beide Fremdsprachen und nur wenig Überforderung in ihrer Klasse. Die eine Hälfte der Anwesenden würde nur noch Französisch anbieten, weil eine zweite Landessprache wichtiger sei als die internationale Kommunikation und weil Französisch schwieriger sei. Andere Stimmen sprechen für Englisch, weil diese Sprache im Alltag der Kinder eine grössere Rolle spielt und so die Motivation fürs Erlernen der Sprache auch vorhanden ist.

Leider habe ich es vermisst, dass die einzelnen Argumente vertiefter diskutiert wurden. Könnte man der Überforderung einzelner Kinder anders begegnen, anstelle das Fach zu streichen? Wird die Möglichkeit angepasster Lernziele schon praktiziert oder der Chancengleichheit zuliebe nicht in Erwägung gezogen?

Macht es wirklich Sinn, dem nationalen Zusammenhalt zuliebe mit der schwierigeren Fremdsprache, für welche weniger Motivation vorhanden ist, zu beginnen?

Gefallen hat mir die Aussage, dass man das bestehende Modell optimieren sollte. Konkrete Beispiele haben dann jedoch wieder gefehlt und am Ende stand ich wieder an demselben Punkt wie zu Beginn: in einem grossen Dilemma...

Sibylle Domeisen, Primarlehrerin und Leiterin Fachgruppe Fremdsprachen, sdomeisen@hotmail.com


 

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