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Schweizer Bankkonten für Blockchain-Unternehmen

26.06.2018
Medienmitteilung vom 26. Juni 2018

In der Schweiz ansässige Blockchain-Unternehmen haben bei der Eröffnung eines Bankkontos häufig Schwierigkeiten. Um diese Unternehmen von einer Abwanderung ins Ausland abzuhalten, sucht eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Schweizerischen Bankiervereinigung nun nach Lösungen. Dies im Auftrag von Bundesrat Ueli Maurer aufgrund der Initiative des Zuger Finanzdirektors Heinz Tännler.

Viele der in der Schweiz ansässigen Firmen im Blockchain-Bereich erhalten derzeit kein Konto bei einer Schweizer Bank. «Die Industrie in diesem Bereich ist sehr jung und es besteht noch keine spezifische Standortgebundenheit», erklärt der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. Er gibt zu bedenken, dass die Blockchain-Startups ihre Konten deshalb vermehrt im Ausland eröffnen, was das Risiko einer gänzlichen Abwanderung erhöht. «Es darf nicht sein, dass die Schweiz eine innovative Branche verliert, weil ihr der Zahlungsverkehr verunmöglicht wird», stellt der Zuger Finanzdirektor klar.

Den Banken fehlt die Rechtssicherheit
Ihre Zurückhaltung gegenüber Blockchain-Unternehmen begründen die Banken mehrheitlich mit fehlender Rechtssicherheit. Sie haben sicherzustellen, dass alle finanzmarktrechtlichen Vorschriften – insbesondere zur Geldwäscherei – eingehalten werden. Es besteht ein hoher Abklärungs- und Überwachungsaufwand, da es sich um weitestgehend neue Geschäftsmodelle handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die derzeitige Finanzmarktregulierung nicht auf Blockchain zugeschnitten ist.

Finanzdirektorinnen und -direktoren machten auf Problem aufmerksam
«Die Blockchain-Technologie bietet ein grosses Potenzial für den Standort Schweiz, weshalb einer Abwanderung der ansässigen Blockchain-Unternehmen entgegenzuwirken ist», führt Heinz Tännler aus. Zusammen mit dem Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker machte er deshalb Bundesrat Ueli Maurer auf die Problematik aufmerksam, welcher kurzerhand eine Besprechung mit Vertretern der Schweizerischen Nationalbank, des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen, der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, der Bankiervereinigung, der Hypobank Lenzburg sowie der Kantone Zürich und Zug einberufen hat.

Arbeitsgruppe der Schweizerischen Bankiervereinigung
Heinz Tännler ist froh, dass an dieser Besprechung eine Arbeitsgruppe der Schweizerischen Bankiervereinigung lanciert wurde. Sie soll Empfehlungen für Banken erarbeiten, wie mit hier ansässigen Blockchain-Unternehmen bei der Kontoeröffnung umzugehen ist. Diese Empfehlungen sollen danach durch die eidgenössische Finanzmarktaufsicht konsolidiert werden, um die Rechtssicherheit einhalten zu können.

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