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Rischer Wappen

Rischer Wappen
Wappen Gangolfswil
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Wappen Gangolfswil

Ausstellung der Gemeinde Risch-Rotkreuz zum Thema „Rischer Wappen" vom 13. Juni 2014 bis 14. Juni 2015

Rischer Wappen

Seit etwa 1600 tritt uns das Wappen von Gangolfswil, und damit das Wappen der Gemeinde Risch, in Wappenscheiben in der heutigen Gestaltung entgegen, wenn auch die Farbe des Grundes, die Art des Baumes und die Stellung des Luchses etwas wechseln. Zahlreich sind vor allem die städtischen Scheibenstiftungen mit dem Vogteiwappen. Die Wahl des Luchses, eines heute seltenen Wappentiers, überliefert uns das Vorwort eines Protokollbuchs aus dem Jahr 1700. Danach soll es öfters harte Winter gegeben haben, in denen alle Flüsse und Seen überfroren waren und Wildtiere in die damals noch zahlreicheren Wälder eingewandert seien. Auf diese machten die «Hausväter» Jagd und legten den Erlös solidarisch zu einer «Stür» im Sinne eines Gemeindevermögens zusammen.

Das Aufkommen dieses Wappens im 16./17. Jahrhundert passt gut zu den vielen überlieferten «Seegfrörnen» des Zugersees dieser Zeit, die auch als «Kleine Eiszeit» bezeichnet wird. Seit der Freilassung der Vogtei Gangolfswil, die im 18. Jahrhundert auch als Vogtei Risch bezeichnet wurde, am 11. Februar 1798 aus dem Untertanenverhältnis der Stadt Zug wurde das Rischer Wappen öfters ohne Luchs und Baum dargestellt oder der Luchs nur noch als Wappenhalter verwendet. Dem Vorkommen dieses Wappens ist Georg Weber (1892-1946) in einer ausführlichen Arbeit im Jahr 1922 nachgegangen und konnte das Originalwappen wieder rekonstruieren: in Gelb auf grünem Boden ein grüner Baum mit rechtseitig ansteigendem Luchs in Rot.

Der Basler Kaufmann Andreas Ryff (1550-1603) überliefert in seiner Wappenchronik 1597 für Gangolfswil ein völlig abweichendes Wappen. Vor rotem Hintergrund steht eine Heilige mit aus Leinen gefertigter Kopfbedeckung in der Kleidermode des 11. Jahrhunderts mit indigoblauem Mantel, Bluse in Purpur und goldenem Rock. Der Mantel wird mit einer Schmuckschnalle zusammengehalten. In der linken Hand reicht die Heilige eine Schale, eine Börse oder ein Statussymbol (goldene Kappe oder Krone) dar, was darauf hinweist, dass die Heilige durch fromme Freigebigkeit bekannt war. Purpur und Gold waren im Mittelalter nur höchsten Würdenträgern vorbehalten. Ebenso gehörte das Indigoblau zu den teuersten Farben des Mittelalters. Die Kopfbedeckung war im Mittelalter für verheiratete oder verwitwete Frauen Vorschrift. Diese Attribute passen zur Heiligen Adelheid von Burgund, der Gattin von Kaiser Otto dem Grossen. Vermutlich war sie Titelheilige der damals noch existierenden Kapelle in Gangolfswil am See (heute Landgut Freudenberg).

Autor: Richard Hediger

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