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Schulärztliche Untersuchung setzt Fokus auf Prävention

26.09.2017
Schulärztliche Untersuchung setzt Fokus auf Prävention

 

Der Kanton Zug hat die schulärztlichen Reihenuntersuchungen neu organisiert. Die Bilanz nach zwei Jahren ist positiv. Insbesondere die Untersuchung in der Oberstufe bringt mit ihrem Fokus auf Früherkennung von gesundheitlichen Risiken und Prävention grösseren Nutzen für die Schülerinnen und Schüler und den Klassenverband als Ganzes.

Kinder und Jugendliche im Kanton Zug werden im Laufe ihrer Schulzeit dreimal – im Kindergarten, in der Primarschule und in der Oberstufe – durch Schulärztinnen und Schulärzte untersucht. Da die bisher durchgeführten Untersuchungen den heutigen Standards nicht mehr genügten, wurden sie auf das Schuljahr 2015/16 neu gestaltet. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Schulärzten und Fachärzten sowie Fachpersonen aus Schulen und Gemeinden arbeitete im Auftrag der Gesundheitsdirektion Vorschläge zur Reorganisation der schulärztlichen Dienste aus. Nach der Gutheissung der Vorschläge durch die kantonalen Stellen und die Gemeinden wurden sechs Zuger Schul- und Kinderärzte mit der Umsetzung dieser Vorschläge beauftragt. Sie haben dabei unter anderem die Empfehlungen zur Durchführung der Reihenuntersuchungen überarbeitet.

Reorganisation der Reihenuntersuchungen
Die erste Reihenuntersuchung findet wie bisher im zweiten Kindergartenjahr statt. Dabei werden neben dem allgemeinen Eindruck das Gewicht, die Grösse und die Sehkraft sowie der Impfstatus überprüft. Die zweite Reihenuntersuchung findet neu in der fünften Primarklasse (bisher 4. Klasse) statt. «Die Schülerinnen und Schüler sind altersmässig näher an der Pubertät und damit auch näher bei allfällig durchzuführenden Impfungen gegen Hepatitis B oder HPV», so der stellvertretende Kantonsarzt Dr. Hanspeter Kläy, der von Seiten des Amtes für Gesundheit für die Untersuchungen verantwortlich ist.
Die grössten Neuerungen gab es in der dritten Reihenuntersuchung. Diese wurde vom letzten Schuljahr (9. Klasse) auf die 8. Klasse vorverschoben. Dies lässt der Schule eine längere Zeitspanne zur Verfügung, um gesundheitliche Themen aufzugreifen. Zudem wird die körperliche Untersuchung durch ein individuelles Beratungsgespräch in der Arztpraxis ersetzt.

Individuelles Gespräch in der Oberstufe
Bei der Vorbereitung des individuellen Gesprächs engagiert sich die Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit des Amtes für Gesundheit. Die Fachpersonen für Prävention und Gesundheit besuchen die Klassen eine Woche vor der schulärztlichen Untersuchung und informieren die Jugendlichen über den Inhalt und das Vorgehen beim Gespräch. Mittels eines eigens entwickelten Fragebogens werden Themen wie psychisches und soziales Wohlbefinden, Gewalt, Ernährung und Bewegung, Sexualität und Verhütung, aber auch der Umgang mit Digitalen Medien und Suchtmitteln angesprochen. «Die Jungen und Mädchen lernen so Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und werden in ihrer Kompetenz gestärkt, ein Patienten-Arzt-Gespräch zu führen», so Olivier Favre, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit. Zeitgleich werden sie im Sinne der Frühintervention auf die diversen Hilfsangebote in der Schule und im Kanton Zug aufmerksam gemacht. Die Schülerinnen und Schüler werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Angaben im Fragebogen sowie der Inhalt des Gesprächs dem Arztgeheimnis unterliegen.

Prävention im Fokus der Analyse
Die von den Jugendlichen anonym ausgefüllten Fragebogen werden von der Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit anonymisiert ausgewertet. Dadurch kann das Gesundheitsverhalten und Befinden der Schülerinnen und Schüler zeitnah analysiert und den Schulen in einem Bericht zurückgemeldet werden. Das ist äusserst wertvoll für die Planung von Präventionsmassnahmen für die Schulen und die Unterrichtsgestaltung in Bezug auf Gesundheitsthemen in den letzten beiden Oberstufenjahren. Der Fokus liegt dabei auf altersspezifischen gesundheitsrelevanten Auffälligkeiten und Risiken.

Neues System bewährt sich
Nach zwei Jahren unter dem neuen System zieht Hanspeter Kläy, der als Arzt in dieser Zeit 450 Oberstufenschülerinnen und -schüler untersucht hat, ein positives Fazit: «Die Schülerinnen und Schüler sind besser auf das Gespräch mit dem Schularzt vorbereitet und stellen konkrete Fragen. Das Gespräch mit dem Schularzt bringt dem Einzelnen mehr.» Zugleich ist die Qualität der Rückmeldung an die Schulen besser. «Wir stellen auch Differenzen zwischen einzelnen Schulstandorten und Jahrgängen fest. In einem Jahr steht die Mobbing-Thematik stärker im Fokus als etwa Suchtfragen», so Olivier Favre. Diese differenziertere Sichtweise ermöglicht es den Schulen respektive den Lehrpersonen, bei Bedarf zu intervenieren respektive den Unterricht anzupassen. «Als Lehrer schätze ich insbesondere die Möglichkeit, mittels Fragebogen den richtigen Fokus für präventive Massnahmen ableiten zu können», führt Jens Kuster, Oberstufenlehrer in Baar, aus. «Mit dem Schulfach Lebenskunde verfügen wir über ein Zeitgefäss, um uns Themen aus dem Bereich der Gesundheit anzunehmen.»

Der Besuch beim Schularzt wird zum wichtigen Element einer zukunftsgerichteten und ganzheitlichen Gesundheitsversorgung.

Amt für Gesundheit

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