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29.08.2007

Ehemalige Landis & Gyr-Fabrik ist ein Baudenkmal

29.08.2007
Medienmitteilung des Regierungsrates vom 29. August 2007

Der Regierungsrat des Kantons Zug stellt das Industrie-Ensemble an der Hofstrasse in Zug unter Schutz. Abklärungen haben gezeigt, dass sich diese Massnahme nicht nur aus kulturhistorischer Sicht aufdrängt. Auch städtebauliche und ökonomische Überlegungen sprechen für die Erhaltung von Shedhalle und Hochbau auf dem Theilerhausareal.

Bereits Ende 2006 wurde das Theilerhaus an der Hofstrasse in Zug als Gründungsbau der Landis & Gyr geschützt. Nun hat der Regierungsrat mit Zustimmung des Stadtrates Zug das ganze Fabrikensemble unter Schutz gestellt. An kaum einem anderen Ort in Zug verbindet sich bei einem Bauzeugen die bauliche Entwicklung derart vielfältig mit geschichtlichen Ereignissen. Die ehemalige Landis & Gyr-Fabrik steht für Zuger Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsgeschichte, für technische Innovation und Welthandel, für Architektur, Gebäudetypologie und Stadtentwicklung. Die seit 1896 entstandenen Fabrikationsbauten der Landis & Gyr sind an ihrem alten Standort und im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben und damit ein Baudenkmal, das auch im schweizerischen Kontext denkmalpflegerisch hoch bewertet wird.

Bewegte und vielfältige Baugeschichte
Als der Konstrukteur Richard Theiler 1896 sein zukunftgerichtetes «Electrotechnisches Institut» gründete, baute er dieses nicht im aufstrebenden Industriequartier an der Baarerstrasse, sondern neben dem Knabeninstitut an der Hofstrasse, um mit dem Nachwuchs die Weiterentwicklung und Produktion seines 1896 patentierten Wechselstromzählers zu gewährleisten. Aus Theilers Institut ging die spätere Landis & Gyr AG hervor, die sich ab 1929 mit den Produktionsanlagen beim Bahnhof zum Weltkonzern und zum zeitweise grössten Arbeitgeber des Kantons entwickelte. Zunächst erfolgte der Ausbau jedoch an der Hofstrasse. Nach 1905 wurde der Gründerbau - das «Theilerhaus» - vergrössert und erweitert. Es folgten in mehreren Etappen die imposanten Shedhallen, Nebenbauten, die wieder abgebrochen wurden und schliesslich 1911 der fünfgeschossige Hochbau am Mänibach.

Kulturhistorisch bedeutsames Umfeld
Die historische Fabrikanlage an der Hofstrasse steht in einer Umgebung, die architekturgeschichtlich einzigartig ist. Die herrschaftlichen Villen am Oberwiler Kirchweg, die St. Michaelskirche von Curjel & Moser, die AtheneTurnhalle von Walter F. Wilhelm und das Lehrerseminar St. Michael von Leo Hafner und Alfons Wiederkehr sind Zeugen einer vielfältigen Baukultur des 20. Jahrhunderts, die mit dem Zurlaubenhof, dem Fabrikareal und der Athene ein ungewöhnliches Ensemble bilden, das glücklicherweise bis heute erhalten blieb.

Studien sprechen für Unterschutzstellung
Nicht verschont blieb das historische Ensemble indes von Alterungserscheinungen, weshalb der Kantonsrat im Februar 2005 beschloss, Dächer und Gebäudehülle der Liegenschaft Hofstrasse 15 zu sanieren. Dies löste zwei politische Vorstösse aus, die darauf abzielten, Alternativen einer Sanierung zu prüfen, einschliesslich Abbruch der Gebäude und Veräusserung der Liegenschaft an Private. Der Zuger Regierungsrat liess daraufhin eine Nutzungsstudie erstellen sowie die Unterschutzstellung abklären. Die Untersuchungen zeigten deutlich: Es empfiehlt sich sowohl aus kulturhistorischer Sicht als auch aus ökonomischen Überlegungen, den Gesamtkomplex von Theilerhaus, Shedhalle und Hochbau zu erhalten.

Aktuelle Umnutzung und Weiterentwicklung
Wie die Gebäude künftig genutzt werden sollen, wird Gegenstand weiterer Planungen sein. Eine Entscheidung ist - unter Vorbehalt der kantonsrätlichen Zustimmung - bereits gefallen: Im Zusammenhang mit dem Schulstandort Hofstrasse hat der Regierungsrat entschieden, auf dem ehemaligen Fabrikareal Neubauten für die kantonale Wirtschaftsmittelschule zu erstellen und in den bestehenden Bauten kollektive Räume für die Wirtschafts- und die Fachmittelschule, das Museum für Urgeschichte und das Amt für Archäologie und Denkmalpflege zu planen. In der weiteren Planung soll auch geprüft werden, welche zusätzlichen Nutzungen für Museen und Kultur möglich sind. Was dringlich umzusetzen sein wird, ist der Beschluss des Kantonsrates von 2005 betreffend die Sanierung der bestehenden Bauten auf dem Areal.

Belebung von Zug Süd
Mit dem Beschluss, die Shedhalle und den Hochbau auf dem Theilerhausareal zu schützen, hat der Regierungsrat auch einen bedeutsamen Entscheid für die weitere Entwicklung von Zug Süd gefällt. Denn die öffentliche Nutzung des ehemaligen L&G-Areals wird einen wichtigen Beitrag zur Belebung dieses Stadtteils leisten, zumal das Quartier im Herbst 2008 den Wegzug des Zuger Kantonsspitals zu verkraften haben wird.

Regierungsrat, vertreten durch die Direktion des Innern und die Baudirektion

Weitere Auskünfte:
Manuela Weichelt-Picard, Direktorin des Innern, Tel. 041 728 31 70
Heinz Tännler, Baudirektor, Tel. 041 728 53 01
Georg Frey, Denkmalpfleger, Tel. 041 728 28 72

Staatskanzlei des Kantons Zug
041 / 728 33 11
info@allg.zg.ch

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