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Die ersten 100 Tage in der Chamau

29.03.2018
Infos

Am 8. Januar 2018 konnten wir mit unseren Milchkühen in die Chamau zügeln. Am Sonntag Abend, 7. Januar wurden alle Kühe noch am Schluechthof gemolken. Nach dem Melken wurde die Hälfte der rund 40 Kühe in die Chamau gezügelt. So konnte mit 20 Kühen am Montag in der Früh das Einmelken am Roboter gestartet werden. Der zweite Teil der Herde wurde dann noch einmal am Schluechthof gemolken und anschliessend auch an den Roboter gewöhnt. Bereits nach zwei Tagen lief es schon sehr gut. Der Melkroboter wurde von allen Kühen gut angenommen und es mussten nur noch ganz vereinzelte Kühe von Hand in den Roboter getrieben werden. In den ersten Wochen entwickelten sich dann auch die Zellzahlen und die Milchleistung sehr positiv.

Einstreu der Boxen
Die Liegeboxen haben wir vorgängig mit viel Kalk und Langstroh bereit gemacht. Obschon das Stroh beim Ballenpressen mit einem Vorbauhäcksler gehäckselt wurde, zeigte sich, dass es eher zu lang war. Der Entmistungsroboter konnte die Stallflächen nicht vollumfänglich befriedigend reinigen. Wir setzten daher Strohwürfel ein. Mit diesen ging es deutlich besser.

Der erste "Stress-Test" bei den Kältetagen
Als es dann Anfang März noch einmal richtig kalt wurde, waren wir alle sehr gespannt, wie sich das System in der Kälte halten würde. Erfreulicherweise ging es recht gut über die Bühne. Klar, der Entmistungsroboter kam beim festgefrorenen Mist irgendwann nicht mehr durch. Die Tränkebecken mussten regelmässig mit heissem Wasser enteist werden. Diese beiden Umstände waren von Anfang an klar und wir rechneten damit. Erfreulicherweise waren keine weiteren nennenswerten Komplikationen zu verzeichnen.

Klebsiellen - ein wenig bekannter, aber aggressiver Euter-Erreger
Die Fälle von starken Euter-Entzündungen nahmen nach der Kälteperiode massiv zu. Die Untersuchungen zeigten, dass es sich um Klebsiellen handelte, ein sehr aggressiver Keim, der aber grundsätzlich überall vorkommt. Sie finden weitere Informationen in einem Artikel von Franziska Duss und Hansruedi Hottinger. Im Nachhinein zeigte sich es als Fehler, dass wir die Strohwürfel, um eine optimale Strohmatratze in den Tiefboxen zu bekommen, mit Wasser etwas genetzt haben. Da die Keim-Flora in den Liegeboxen noch nicht gefestigt war, konnten sich die Klebsiellen wahrscheinlich konkurrenzlos stark vermehren. Uns blieb nichts anderes übrig, als alle Boxen komplett zu leeren und wieder neu aufzubauen. Diesmal mit gehäckseltem Stroh und einer grossen Beigabe von Kalk. Dank dem sehr grossen Einsatz unseres Teams und viele weiteren Helfern konnte dies in einem Tag bewerkstelligt werden.

Top moderne Technik gibt neue Möglichkeiten
Die moderne Fütterungsanlage und der Melkroboter funktionieren einwandfrei. Die Fütterung kann konstant gleich gehalten werden und dies führt zu deutlich besseren Milchleistungen im Stall. Dank den vielen verfügbaren Zahlen und den daraus abgeleiteten Steuerungswerten kann sehr schnell erkannt werden, wenn etwas nicht optimal läuft. Dies ist sicher auch ein Grund, dass wir die Eutererkrankungen sehr schnell erkannt haben und zu einem sehr frühen Stadium intervenieren konnten. Die Technik funktioniert sehr zuverlässig, das eine oder andere mussten wir auch lernen, aber nach drei Monaten können wir sagen, wir verstehen den wichtigsten Teil der Technik und sie funktioniert.

Wir sind mit dem neuen Milchviehstall auf Kurs, ausgelernt haben wir noch nicht. Es gibt in verschiedenen Bereichen noch Optimierungsmöglichkeiten. Der Einsatz vom ganzen Team vom Gutsbetrieb und von der Schule ist sehr gross. Ihnen gebührt ein grosser Dank!

Am 16./17. Juni 2018 werden wir den Tag der offenen Türe in der Chamau haben. Reservieren Sie sich das Datum bereits. Bis dann werden auch die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Chamau offiziell für den Betrieb übergeben sein.

Cham, 29.03.2018
Martin Pfister, Rektor

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