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Ein Bier, ein Fünfliber und der nächtliche Gang nach Hause

28.06.2017
«#Jugend_denkt»-Beitrag von Tim Brunner in der Zuger Presse vom 28. Juni 2017
Tim Brunner (Selfie)
Bild Legende:

Zug Bahnhof, Buswendeplatz, Freitagnacht um 1.58 Uhr. «Het öpper no 5 Franke für mich?» Sechs Jugendliche stehen vor dem Ticketautomaten und durchforstern ihr Portemonnaie nach insgesamt 30 Franken für eine Fahr nach Hause. «Nei, ha mini no für es Bierli bruucht.» Obwohl sie alle einen Zuger-Pass-Plus wohlbewahrt in ihrer Tasche haben, reicht das nicht. Das letzte Bier erweist sich jetzt als eine ungünstige Investition. 10 Franken werden gefunden, zwei Leute steigen in den N1-Bus ein, vier bleiben zurück - Freundschaft im Ausgang hat Grenzen. Jene vier kann der redliche Arbeiter am nächsten Morgen den Weg über die Tobelbrücke gehen sehen: Das Taxi war dann halt doch zu teuer. Die Kreditkarte liegt entweder zu Hause auf dem Stubentisch oder zwischen den Holzschnitzeln am Boden des Festzeltes, in dem man sich das erwähnte Bier genehmigte.

Wieso 5 Franken Nachtzuschlag? Reichen denn die 711 Franken für den Zuger Pass «Plus alle Zonen» nicht, um die sechs Chauffeure für die Nachtlinien zu bezahlen? Auch wenn ich diese Leute für ihre Geduld bewundere. Gerade wenn die Party sich im hinteren Teil des Busses wieder einmal dem Höhepunkt nähert. Oder will man einfach die armen Gymnasiasten schröpfen, die ein bisschen Zeit finden, am Freitag oder Samstag die harten Schultage der letzten Woche zu vergessen? (Von den Lehrlingen sei hier keine Rede, mit 13. Monatslohn und Gratifikation sollten die 5 Franken irgendwo Platz in ihrer Buchhaltung finden.) Oder will man sich einfach anpassen und mitsparen, weil Sparen im Kanton Zug schon beinahe zum guten Ton gehört? Jene vier verlassenen Nachtschwärmer hätten sich zwar auch der beliebten Alternative «Mamitaxi» zuwenden und indirekt der ZVB die Schuld an einem erhöhten Abgasaustoss geben können. Nur nützt ihnen das dann leider wenig, wenn sie einer grimmig dreinblickenden Erziehungsperson in die Augen sehen, die schon zum vierten Mal in Folge um 2.30 Uhr aus dem Schönheitsschlaf gerissen wurde.

Wenn Sie das nächste Mal in den Nachtbus einsteigen und den Nachtzuschlag zusammen mit Ihrem Zuger-Pass-Pluss vorweisen, denken Sie bitte an die armen Seelen, die sich den Heimweg für ein letztes Bier ein wenig ungemütlich gemacht haben.

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