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Freund und Feind

26.06.2017
«U20»-Beitrag von Alessia Zwahlen in der Zuger Zeitung vom 26. Juni 2017
Alessia Zwahlen
Bild Legende:

Wieder einmal sitze ich vor unserem prall gefüllten, offenen Süssigkeitenschrank und habe die Qual der Wahl. Verlockende Lindorkugeln, feine Kekse und verführerische Gummibärchen lächeln mich geradezu an. Oder soll ich doch lieber den frisch gebackenen, herrlich duftenden Früchtekuchen anschneiden? Bei solch schwierigen und überlebenswichtigen Entscheidungen kommt kaum jemand auf die Idee, sich Gedanken über den Zuckergehalt dieser Süssigkeiten zu machen.

Heutzutage ist Zucker bei uns längst kein Luxusgut mehr. Vor nicht allzu langer Zeit konnten sich jedoch nur die Reichen und Schönen mit Zucker veredelte Speisen leisten. Das Bedürfnis, Süsses oder zuckerhaltige Speisen zu essen, ist ein seit Jahrtausenden überlebenswichtiger Instinkt des Menschen. Als die Menschen ihr Essen noch jagten und Beeren pflückten, mieden sie die sauren und bitteren Früchte. Sie wussten bereits damals, dass diese giftig oder unreif waren, während die süssen Früchte zum Essen und Geniessen bereit waren.

Mein heiss geliebter Freund namens Zucker wird gleichermassen von Gross und Klein verzehrt. Er begleitet uns täglich und versteckt sich in verschiedensten Lebensmitteln. Präsenter im Leben als manch andere Freunde, die man hat, trifft man ihn täglich an. Ob in gesunden Fruchtsäften, im Senf, ja sogar in Salami taucht Zucker auf.

Doch mein lieber Freund hat auch viele heissblütige Feinde, die in ihm die Wurzel allen Übels sehen. Diese suchen für den erhöhten Zuckerkonsum verschiedenste Bösewichte wie die Lebensmittelindustrie, die tonnenweise Zucker in alle Lebensmittel kippt, oder den Staat, der keine Steuern auf zuckerhaltige Lebensmittel erhebt. Schliesslich muss doch jemand die Schuld tragen, man kann doch nicht verlangen, dass jeder selbst verantwortlich ist und bestimmt, wie stark er mit meinem Freund Zucker liiert sein will!

So, nun hält mich nichts mehr zurück, meine Lieblingsschokoladentafel aus dem Schrank zu ziehen, ein grosses Stück davon abzubrechen und dieses mit dem nun ausgekühlten Früchtekuchen in vollen Zügen zu geniessen. Am Schluss siegt doch immer mein süsser Freund!

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