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08.01.2018
«U20»-Beitrag von Gloria Kalt in der Zuger Zeitung vom 8. Januar 2018
Gloria Kalt
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6.30 Uhr: Ich stehe auf, weil ich zur Schule gehen will. Ja richtig, ich will zur Schule gehen. Diese Worte würde man von jedem Gymnasiasten hören, wenn es keine Anwesenheitspflicht mehr gäbe. Nach der obligatorischen Schulzeit würde man frei bestimmen können, welche Unterrichtslektionen man besuchen möchte.

Sie denken sich jetzt wahrscheinlich: «Diese Kantischülerin ist doch einfach zu faul, um zur Schule zu gehen.» Nein, im Gegenteil, es geht mir nicht darum, möglichst selten zur Schule zu gehen, sondern den Tag optimal zu nutzen. Wenn es uns freigestellt wäre zu kommen oder nicht, dann würde dies das Lernklima um einiges verbessern. Die Lehrer wären motivierter, da sie täglich ein Klassenzimmer voller  lernhungriger Schüler hätten. Neben der Verbesserung im Schulalltag würden auch wir Schüler uns besser entwickeln können. Wir würden lernen, unseren Alltag selber zu gestalten. Es bräuchte mehr Eigenverantwortung, da man trotz der Anwesenheitsfreiheit alle Prüfungen absolvieren müsste. Würde ohne die ständige Anwesenheitskontrolle überhaupt noch jemand zur Schule kommen? Ja, klar, all  die Schüler, die das Gymnasium absolvieren. Weil es sie interessiert und nicht, weil es ihre Eltern wollen.

«Heute machen wir eine Prüfungsvorbereitungslektion», sagt der Lehrer in der ersten Lektion am Morgen. Da ich noch im Halbschlaf bin und weiss, dass ich am Abend viel produktiver lernen kann, wird diese Lektion zu einem Kaffeekränzchen. Ich ärgere mich, dass ich die Zeit nicht optimal nutze. Ich könnte während dieser Zeit mit meinem Team auf dem See ein Rudertraining absolvieren und mich am Abend, wenn ich mich besser konzentrieren kann, auf die Prüfung vorbereiten.

Jeder könnte individuell bestimmen, wann er wie viel Zeit für welches Fach aufwenden möchte. Das hört sich jetzt alles ziemlich unrealistisch an, doch glaube ich, dass es einen Versuch wert wäre. Auch wenn zu Beginn vielleicht weniger Schüler anwesend wären, würde man danach viel bewusster zur Schule kommen. Das Zur-Schule-gehen-Müssen würde zu einem einstimmigen Wollen.

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