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30.10.2019

Neutralität?

30.10.2019
Beitrag von Abirami in der Rubrik «Zeitgeist» in der Zuger Woche vom 30.Oktober 2019
Abirami, Kanti Zug
Bild Legende:

«Ich wünsche mir eine Welt ohne Gewalt und Krieg. Frieden und Freiheit soll auf der Erde herrschen», solche Sätze bekommen wir immer wieder zu hören und hoffen, dass diese Wünsche im Herzen aller vorhanden sind. 

In einem Land wie der neutralen Schweiz ist es völlig normal, dass sich die Bevölkerung auf Frieden und Freiheit berufen kann. Doch die Waffenexporte schaden der Schweizer Neutralität enorm.  Vor allem dann, wenn Waffen in Länder exportiert werden, in denen sowieso schon Krieg herrscht und die Menschenrechte privilegiert sind und nicht jedem garantiert werden.

Im Jahr 2017 exportierten Schweizer Firmen Kriegsmaterial im Wert von 447 Millionen Franken ins Ausland. Ausserdem gingen 2017 rund 30 Prozent (140 Millionen Franken) der Schweizer Kriegsmaterialexporte an Länder, die in interne oder internationale Konflikte involviert waren und vielleicht sogar immer noch sind. Da fragt man sich, ob es moralisch nicht bigott ist, einen Krieg zu «fördern», weil man viel Geld verdienen möchte (Schweiz als Schlaraffenland = auf Kosten anderer satt essen). Vor allem dann, wenn man im eigenen Land so auf Ruhe und Frieden beharrt.

Letztes Jahr machte die versammelte Schweizer Rüstungsindustrie abermals Druck auf Bundesrat und Parlament, indem sie verlangte, dass die Regeln für die Kriegsmaterialausfuhr erneut gelockert werden. Doch je mehr die Schweiz ihre Kriegsmaterialgesetze lockert, desto stärker herrscht ein Widerspruch. Die ach so neutrale Schweiz verliert mit jeder Waffe, die sie exportiert, ein Stück ihrer berühmten Neutralität. Zuerst Waffen liefern und dann erstaunt sein, wenn sie in die falschen Hände geraten, ist eine verlogene Haltung.

Auch wenn das Thema nicht wirklich hochaktuell ist, ist es doch etwas, was mich sehr beschäftigt. Schliesslich lesen wir fast täglich Überschriften in der Zeitung wie «Syrien-Krieg: Ende der Waffenruhe... ». Auch in den sozialen Medien bekommt man Bilder von Kriegsgebieten zu sehen, die einen schon fast verstören. Ist die Schweiz nun wirklich so neutral, wie alle meinen?

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