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Was heisst denn das?

23.04.2019
Beitrag von Laura Pagano in der Rubrik «U20» der Zuger Zeitung vom 23. April 2019
Laura Pagano
Bild Legende:

Frau Müller war vor den Ferien informiert worden, dass in die Klasse 3A eine neue Schülerin dazustossen wird. Doch was ihr nicht gesagt wurde und was sie etwas aus der Fassung brachte, war der Wortschatz der Schülerin. Da sie Deutschlehrerin ist, legt sie viel Wert auf den korrekten Gebrauch der Sprache – doch wer gibt den eigentlich vor? Als sie sich ausbildete, hatte sie sich eher mit Wörtern wie «echauffieren», «subtil» oder «frenetisch» auseinandergesetzt als mit «Lachflash», «dissen» oder «chillen». Angebracht kann beides sein.

Die Sprache verändert und entwickelt sich parallel zur Gesellschaft. Man kann hier als Beispiel die heutige Technologie nehmen. Wörter wie «downloaden» oder «chatten» gab es zur Zeit unserer Omis noch nicht. Dinge wie Computer und Handy waren inexistent und somit auch die Bezeichnung dafür.

Dies kann zu sprachlichen Unklarheiten zwischen unterschiedlichen Generationen führen. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass es nicht nur zwischen Generationen eine sprachliche Kluft gibt, sondern auch unter Gleichaltrigen. Ich merke nur schon einen Unterschied zwischen verschiedenen Schulen. In der Sekundarschule haben sie beispielsweise eine andere Wortwahl als wir an der Kantonsschule: eine bewusste Ab- oder gar Ausgrenzung?

Bei mir stellt sich nämlich ein Gefühl von Bedrückung ein, wenn in einem Zeitungsartikel viele Wörter verwendet werden, die ich nicht verstehe. Immerhin bin ich Deutsch aufgewachsen und trotzdem scheine ich noch so viele Lücken zu haben.

Schliesslich kann es auch vorkommen, dass jemand die Sprache benutzt, um sich selber auf eine höhere Stufe zu stellen. Der eine Gesprächspartner nimmt das vielleicht als Lerngelegenheit wahr, für einen anderen zieht das aber ein Unterlegenheitsgefühl nach sich. Sollte man sich sprachlich nicht primär seinem Gegenüber anpassen und schauen, dass die eigenen Botschaften unmissverständlich ankommen? Für mich ist Sprache ein Mittel zur Verständigung, und die Person, die ich anspreche, sollte verstehen, was ich gerade sage.

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