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Wie man sich täuschen kann

23.04.2018
«U20»-Beitrag von Marco Zwahlen in der Zuger Zeitung vom 23. April 2018
Marco Zwahlen
Bild Legende:

Kürzlich habe ich am Bahnhof Baar auf den Zug gewartet, als ich neben mir einen jungen, ungepflegten Mann bemerkte, der wie ein Drogensüchtiger aussah. Er war mir nicht geheuer und ich entfernte mich etwas von ihm. Als der Zug ankam, schob eine junge Mutter mit drei Kleinkindern einen von ihren zwei Kinderwagen in den Zug. Bevor sie den zweiten Kinderwagen in den Zug stellen konnte, schlossen die Türen und der Zug fuhr los. Die Mutter rannte dem Zug in panischer Angst hinterher, doch es war schon zu spät. 

Zu meiner grossen Überraschung war der junge Mann der Einzige, der sich um das Kleinkind im Kinderwagen kümmerte, alle anderen Passagiere reagierten nicht. Der Mann stieg bei der nächsten Station mit dem Kinderwagen aus und wartete auf die verängstigte Mutter. Dieses Beispiel hat mir einmal mehr gezeigt, wie schnell wir Vorurteile haben, ohne dass wir eine Person überhaupt richtig kennen.

Viele wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass wir aufgrund eines ersten Eindrucks sehr schnell Vorurteile aufbauen. Wenn Personen nicht in das eigene Schema passen oder andersartig sind, werden sie abgestempelt und mit negativen Eigenschaften versehen. Früher wurden die Juden verurteilt, ohne dass man sie wirklich kannte. Sie wurden abgestempelt, da sie vielleicht anders aussahen, anders gekleidet waren und eine andere Religion hatten. Zu was solche Vorurteile führen, ha der Holocaust im Zweiten Weltkrieg in schrecklicher Weise gezeigt.

Ich verurteile keine Personen mehr vorschnell, die andersartig sind. Ich achte nicht mehr nur auf das äussere Erscheinungsbild. Wir dürfen andere Personen nicht auf den ersten Blick abschreiben, sondern sollten sie und ihren Charakter kennen lernen. Erste Eindrücke scheinen einem zu helfen, Personen einzuordnen. Aber dies ist halt bereits eine gefährliche Entwicklung und man vergibt sich dadurch allenfalls die Chance, wunderbare Leute kennen zu lernen. Haben wir also den Mut, offen und unvoreingenommen auf unsere Mitmenschen zuzugehen.
Das wird und eine ganz neue Welt eröffnen.

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