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Sozialhilfe

Daten aus der Sozialhilfestatistik

Die Sozialhilfestatistik

Bild Soziale Sicherheit
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Die Schweizerische Sozialhilfestatistik des Bundesamts für Statistik hat zum Ziel, gesamtschweizerische, kantonal und regional vergleichbare Informationen zur Sozialhilfe zu liefern. Diese Informationen bilden eine wichtige Grundlage für die Sozialpolitik des Bundes und der Kantone.

Vergleichsweise tiefe Sozialhilfequote

Im Kanton Zug wurden im Jahr 2020 insgesamt 2005 Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Dies sind 56 Personen weniger als im Vorjahr, dennoch liegt die Sozialhilfequote wie im Vorjahr bei 1.6%. Die Quote liegt weiterhin sowohl unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 3.2% (2019), wie auch unter dem Zentralschweizer Durchschnitt von 1.9% (2020).

Auch wenn das Jahr 2020 von der Corona-Pandemie geprägt war, wirkten sich die Veränderungen noch nicht auf die Sozialhilfezahlen aus: Zur Bekämpfung der Pandemiefolgen kamen vorgelagerte Leistungen des Bundes und des Kantons sowie Sozialversicherungsleistungen zum Tragen.

Die aktuellsten schweizweiten Zahlen aller Kantone liegen derzeit noch nicht vor. Die Grafik, welche die Sozialhilfequote nach Kantonen ausweist, führt daher noch nicht die aktuellsten Zahlen.

Kinder in Einelternhaushalten und aus bildungsfernen Familien tragen erhöhtes Sozialhilferisiko

Mit 60,4 Prozent machen die Einpersonenhaushalte den Hauptanteil aller Sozialhilfebeziehenden aus. Im Vergleich dazu sind Paare (mit oder ohne Kinder) mit 13,8 Prozent deutlich weniger vertreten.

Das Einkommen alleinerziehender Mütter und Väter reicht häufig nicht aus, um den Lebensbedarf der Familie zu decken. Die Sozialhilfequote von Alleinerziehenden liegt auch 2020 mit 14,3 Prozent sehr viel höher als bei verheirateten Paaren mit Kindern (1%). 

Haushalte mit Kindern, insbesondere solche mit nur einer Erziehungsperson, sind somit besonders dem Risiko eines Sozialhilfebezuges ausgesetzt, obwohl Familien mit Kindern zum Teil mit weiteren, der wirtschaftlichen Sozialhilfe vorgelagerten bedarfsabhängigen Sozialleistungen (zum Beispiel Bevorschussung von Alimenten, Mutterschaftsbeiträge) unterstützt werden.

Sozialhilfequote nach soziodemografischen Merkmalen

Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss tragen ein besonders hohes Sozialhilferisiko (mit 4,3 Prozent mehr als doppelt so hohe Sozialhilfequote gegenüber der gesamten Zuger Wohnbevölkerung von 1,6 Prozent). Das tiefere Bildungsniveau erhöht das Sozialhilferisiko von Erwachsenen wie auch der mitbetroffenen Kinder beträchtlich. So bleibt die Altersgruppe der Zuger Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren diejenige mit höchstem Risiko (Sozialhilfequote 2,5 Prozent).

Die Quote aller Sozialhilfebeziehenden mit ausländischer Nationalität ist im Jahr 2020 auf 3,3 Prozent gesunken. Bei den Sozialhilfebeziehenden mit Schweizer Nationalität blieb sie konstant bei 0,9 Prozent. Deutlich nahm 2020 die Zahl der ausländischen Niedergelassenen mit Aufenthaltsbewilligung C ab (minus 13,9 Prozent), währenddem die Zahl der Personen mit Aufenthaltsbewilligungen B und L konstant blieb. Dieser Trend war bereits 2019 zu beobachten und deckt sich zeitlich mit der Einführung des revidierten Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) im Jahr 2019.

Erwerbssituation von Sozialhilfeempfangenden

38,2 Prozent aller sozialhilfebeziehenden Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) gingen im Kanton Zug 2019 einer Erwerbstätigkeit nach. Damit ist diese Quote in etwa gleich hoch wie im Vorjahr (37,6 Prozent). Weitere 28,7 Prozent sind erwerbslos (auf Stellensuche oder in einem Beschäftigungs-/Integrationsprogramm), die restlichen 33.1 Prozent sind Nichterwerbspersonen (aktuell nicht auf Stellensuche, weil die notwendigen Voraussetzungen für eine Integration in den Arbeitsmarkt fehlen).

Erwerbstätige Sozialhilfebeziehende nach Beschäftigungsgrad

32,3 Prozent und damit die grösste Gruppe der erwerbstätigen Sozialhilfebeziehenden sind mit einem Pensum von weniger als 50 Prozent angestellt. Knapp jede vierte Person (26,3 Prozent) kann trotz einer Vollzeitanstellung (und eventuell weitere Teilzeitstellen) das Existenzminimum mit dem Lohn nicht decken und ist ergänzend auf Sozialhilfe angewiesen.

Abgeschlossene Fälle der Sozialhilfe

Etwas weniger als die Hälfte der Fälle (44 Prozent) konnte innerhalb eines Jahres, ein Drittel der Fälle sogar nach 6 Monaten wieder abgeschlossen werden. Die mittlere Bezugsdauer (Median) ist von 10 auf 14 Monate gestiegen. Der Anstieg könnte im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Situation im Zuge der Corona-Pandemie in Verbindung stehen.

Je länger eine Person Sozialhilfe bezieht, desto geringer werden die Chancen auf eine Ablösung. Wer während mindestens 36 Monaten ununterbrochen Sozialhilfe bezieht, wird als langzeitbeziehend bezeichnet. Die Langzeitbeziehenden machen einen Anteil von 38.7 Prozent in der Sozialhilfe aus. Von einem Dauerbezug von Sozialhilfe wird bei einem Bezug von mehr als 5 Jahren gesprochen.

Bei den 2020 abgeschlossenen Fälle gingen 33,9 Prozent auf eine verbesserte Erwerbssituation zurück. Bei 31,4 Prozent der abgeschlossenen Fälle wurde die Sozialhilfe durch eine andere Sozialleistung abgelöst (z.B. IV-Rente). Fallabschlüsse aufgrund der Beendigung der Zuständigkeit (meistens Wegzug oder Kontaktabbruch) machen einen Anteil von 34,8 Prozent aus.

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Typ Titel Dokumentart
Kennzahlen der wirtschaftlichen Sozialhilfe, 2006 bis 2020 Statistiken/Diagramme

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Sozialhilfequote

Anteil der unterstützten Personen an der ständigen Wohnbevölkerung des Vorjahrs.

Methodische Grundlage

Die Sozialhilfestatistik des Kantons Zug wird jährlich im Herbst publiziert. Es handelt sich dabei um eine Vollerhebung. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen unterstützten Personen und Sozialhilfefällen. Letztere umfassen Unterstützungseinheiten, d.h. alleinlebende Personen oder im selben Haushalt lebende Ehegatten, Kinder usw.

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