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Klebsiellen in der Chamau

Klebsiellen in der Chamau

Meist hört man es nur hinter vorgehaltener Hand, wenn Euterprobleme nach der Neubelegung eines Stalles auftreten. Häufig werden die Ursachen bei der anderen Melktechnik oder beim Futter gesucht. Tatsächlich kann aber auch die Einstreue zu grossen Mastitisproblemen führen.

Als die Schluechthofkühe am 8. Januar 2018 in die Chamau zügelten, herrschte genau ein Monat lang Freude. Die Kühe gewöhnten sich ausnahmslos rasch an den Roboter. Die Milchleistung stieg und die Zellzahlen sanken sogar während dieses ersten Monats. Doch dann fing der Leidensweg an: Am 6., 19. und 23. Februar 2018 wurde bei drei Kühen Coli-ähnliche, akute Mastitis festgestellt und sofort mit Gentapen im Euter behandelt. Im Labor-Untersuch wurden dann aber Klebsiellen festgestellt, worauf die Kühe mit dem wirksameren Cobactan behandelt wurden. Am 3. März musste eine dieser drei behandelten Kühe wegen toxischem Festliegen euthanasiert werden.

Dank der Offenheit eines Landwirtes, der vor drei Jahren einen neuen Stall bezogen hat und die Klebsiellen-Tortur durchmachte, konnte rasch gehandelt werden. Auf Geheiss seines Tierarztes wurden am 13. März sämtliche Liegeboxen komplett geräumt, desinfiziert und mit einem Trockengemisch aus Desical und Stroh wieder eingefüllt.

Eine positive Kuh musste sofort geschlachtet werden. Weitere drei wurden in einen Quarantänestall gestellt und werden vor Ostern nochmals auf Klebsiellen untersucht. Zurzeit ist die Infektionslage stabil. Es wurden keine weiteren mehr infiziert. Doch gemäss dem Landwirten, der eine Infektion durchmachte, wird es in den nächsten zwei Jahren noch zu Ausbrüchen kommen.

Folgende Massnahmen wurden nach dem Ausräumen der Liegeboxen getroffen:

An das Bugbrett wurde ein Balken geschraubt, um die Liegefläche auf 1.95m zu verkürzen.

Die Liegefläche muss konsequent trocken gehalten werden. Die Boxe muss so gepflegt werden, dass sie vorne höher liegt, um nicht nach vorne zu rutschen. Wenn liegende Kühe koten oder Harn absetzen, sollte sie so weit hinten liegen, dass die Boxe sauber bleibt.

 

Klebsiellen leben natürlicherweise im Boden und Wasser, sind aber auch normale Darmbewohner und kommen daher immer im Kot vor. Sie finden sich sonst häufig in Sägemehl, Kompost aber auch in separierter Gülle. Die Klebsiellenmastitis ist zu Beginn vergleichbar mit der Colimastitis: Akut, mit Fieber, allerdings im Gegensatz zur Colimastitis ohne Verhärtungen und z. T. mit Festliegen.

Klebsiellen besitzen eine natürliche Resistenz gegen diverse Antibiotika insbesondere Penizillin. Eine antibiotische Therapie sollte deshalb nur nach Antibiogramm erfolgen. Auch nach antibiotischer Therapie sind chronisch subklinische Mastitiden häufig.

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