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Theater an der Kantonsschule Zug

Theater der Kantonsschule Zug

Sommergäste

Sommergäste 1
Bild Legende:
Sommergäste 2
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Was fange ich an mit meinem Leben? Das KantiTheater spielt in diesem Jahr ausgewählte Szenen von Maxim Gorkis «Sommergäste», frei nach der Fassung von Peter Stein und Botho Strauss.
 
Eingeladen zu einem Wochenendurlaub im Sommerhaus trifft sich eine gutverdienende, intellektuelle Mittelschicht. Die Gäste, alles Bekannte aus dem familiären Umkreis, kommen zusammen, um den Geburtstag der Gastgeberin zu feiern. Eigentlich leben sie alle gut, im Wohlstand, sind mit sich beschäftigt und damit, einen bequemen Platz im Leben zu finden. Sie erfreuen sich am Wiedersehen, wären da nicht ein alter Konflikt und eine gewisse Unzufriedenheit und Ratlosigkeit, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten. Sie machen es sich bequem und reden viel über Gott und die Welt, klagen und lamentieren. Die Gespräche sind jedoch geprägt von Verlogenheit und Unehrlichkeit, von gegenseitigen Schuldzuweisungen, die in handgreifliche Streitereien auszuarten drohen und so letztlich die eigene Überforderung offenbaren.
 
«In virtuos skizzierten, der Realität abgelauscht wirkenden Szenen entwirft Gorki in seinem 1904 in St. Petersburg uraufgeführten Schauspiel das Panorama einer sozialen Schicht – der russischen Intelligenzija –, die in einer historischen Schwellenzeit ratlos zu erstarren droht. Es ist der Vorabend der Russischen Revolution von 1905, die mit dem Marsch tausender Arbeiter*innen auf den Petersburger Winterpalast und dessen blutiger Zerschlagung durch die Armee des Zaren ihren Anfang nehmen wird. Und weder der Autor noch seine Figuren können ahnen, wie nahe sie einem historischen Wendepunkt gekommen sind. In dieser Dringlichkeit und in Gorkis beharrlicher Frage nach unserer Fähigkeit zu Solidarität mit Benachteiligten und Schwächeren liegt das radikal Gegenwärtige dieses modernen Klassikers.» (Residenztheater München, 2019)
 
Warum gerade «Sommergäste»? Weil ich mich eingeladen – oder besser: ertappt fühlte. Ich erinnerte mich an Momente, wo in aufgeladenen Situationen über Ideale und moralische Werte diskutiert worden war. Alle hatten es immer besser gewusst. Ich schmunzelte. Ist es nicht das menschliche Schicksal, dass wir durch unseren Verstand auf Ideen kommen, wie unser Leben besser oder gar ideal wäre, dass uns aber der gleiche Verstand nur ungenügend Werkzeuge gibt, um die entscheidenden Fragen echt beantworten zu können? So, dass wir unser Leben endlich ändern könnten, um wirklich moralisch zu sein. Und letztlich ist es auch dieser Verstand, der uns die Erkenntnis, dass wir an Ort treten, dass wir nicht vorwärtskommen, liefert. Genau da packte mich Botho Strauss in seinen Theaterstücken. Ich war fasziniert von seiner scharfen Beobachtungsgabe für Alltäglichkeiten und davon, wie er es versteht, diese sprachlich präzise und mit treffendem Humor zu formulieren.
 
Auch wir sind Gäste. Hier an der Kantonsschule zum Beispiel für sechs Jahre. Vielleicht wird die Rolle gewechselt und es werden sogar sieben Jahre daraus. Wer weiss, vielleicht trifft man sich bei der nächsten Party in der Industrie45 – und in welcher Rolle? Und beim nächsten Familienfest? Möchten wir da nicht schon lange mit der Familientradition brechen und aus der uns auferlegten Rolle ausbrechen? So stehen unsere Schülerinnen und Schüler oft gefangen im Wechselspiel von Realität und Utopie – sie oder besser wir wollen etwas, was wir nicht haben, und haben das, was wir nicht wollen. Die Figuren im Stück sind Sommergäste im eigenen Land. So wie sie allenfalls auch nur Gäste im eigenen Leben sind und ihr Leben als provisorisch beziehungsweise noch nicht optimal sehen.
«Sommergäste», ein Stück, das uns eine ganze Palette von Gefühlen, Handlungen und Empfindungen bietet. Es stellt Fragen, Fragen nach der eigenen Perspektive. Welches ist Ihre Perspektive? Kommen Sie vorbei und werden Sie zu unserem Gast.

Charlie Lutz, im März 2022

Spieldaten

Freitag, 8. April, 19.30 Uhr
Samstag, 9. April, 19.30 Uhr
Sonntag, 10. April, 17.00 Uhr
Montag, 11. April, 19.30 Uhr                                        
 
KantiTheater 2022, Aula Kantonsschule Zug
Eintritt frei, Kollekte

Schauspiel: Betschart Alissa, Dimai Ambra Luna, Eisenring Matilda, Gehrig Tobias, Heller Xenia, Herold Jon, Hubatka Rahel, Peter Amélie, Roschitz Lynn, Schwerzmann Lynn, Uebelhart Anik, Vijayananda Nilesh, Zemp Anna, Zimmermann Linus

Technik und Dokumentation: Barmet Samuel, Boruta Dominik, Eckerstein Tindra, Grossenbacher Mario, Schärli Olivia, Stüdli Lena

Musik: Bachmann Nina Sereina, Liming Zellweger Valentin, Link Emelie Johanna, Peter Anne-Sophie, Yamaguchi Keiju

Leitung: Amrein Simon, Borsinger Florian, Frey Natalie, Lutz Charlie, Mazenauer Christian, Spaar Norbert, Spörri Regula, Wyer Nadine

 

 

 



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