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Pflanzen lieben Mykorrhiza-Pilze

Artikel 11

Mykorrhizapilze und Pflanzen bilden eine Lebensgemeinschaft, von der beide Seiten profitieren. Der grösste Teil der Landpflanzen, einschliesslich der meisten Bäume, Sträucher und Kräuter, gehen symbiotische Beziehungen mit Mykorrhizapilzen ein.

Mykorrhizapilze bilden im Erdboden ein weit verzweigtes Netzwerk feiner Pilzfäden, oft als ‚Hyphen‘ bezeichnet. Bei der arbuskulären Mykorrhiza, der häufigsten Form, dringen diese Hyphen in die Wurzelzellen der Pflanzen ein, wo dann der Stoffaustausch erfolgt: Der Pilz liefert Wasser und Nährstoffe, die Pflanze im Gegenzug Zucker. Die Mykorrhizapilze vergrössern den von den Pflanzenwurzeln erschlossenen Bodenraum massiv, so dass die Ernährung und Trockenstresstoleranz der Pflanze verbessert wird. Zusätzlich fördern Mykorrhizapilze Bodenstabilität und Wasserrückhalt und stärken durch aktivierte Abwehrmechanismen gegen bodenbürtige Krankheitserreger die Pflanzengesundheit. Abgesehen von den Kreuzblütlern (Kohlarten, Raps, Leindotter, etc.) und Fuchsschwanzgewächsen (Amarant, Quinoa, Spinat etc.) gehen alle Kulturpflanzen diese Symbiose ein.

Mykorrhizapilze kommen weltweit vor und sind auch in der Schweiz in den meisten landwirtschaftlichen Böden vorhanden. Ihr Gedeihen wird jedoch stark durch die Bewirtschaftung der Ackerflächen beeinflusst: Pflügen und intensive Bodenbearbeitung zerstören die Hyphennetzwerke, während sich Direktsaat und minimale Bodenbearbeitung positiv auf deren Vorkommen auswirkt. Ein übermässiger Anbau von Nichtwirtspflanzen reduziert das Pilzvorkommen, während vielfältige Fruchtfolgen, Wirtspflanzen und ständige Pflanzendecken es begünstigen. Hohe Gaben synthetischer Phosphordüngung hemmen die Mykorrhiza, da Pflanzen weniger auf die Symbiose angewiesen sind, währenddessen mässige organische Düngung sich positiv auf die Pilzentwicklung auswirken.

Pflanzen mit unterentwickeltem Wurzelsystem profitieren besonders von Mykorrhizapilzen. Auch Leguminosen, deren Stickstofffixierung durch eine begrenzte Phosphorverfügbarkeit eingeschränkt sein kann, ziehen grossen Nutzen aus dieser Symbiose. Allerdings führt die Symbiose nicht generell zu einem erhöhten Pflanzenwachstum, da die Pflanze dem Pilz Zucker abgibt. Der Nutzen der Mykorrhiza hängt daher stark von den Standort- und Nährstoffbedingungen ab und kommt vor allem in extensiven Anbausystemen und auf marginalen Böden zum Tragen, wo Effekte auf Wasserhaushalt, Bodenstruktur und Stressresistenz besonders relevant sind.

Bildquellennachweis: Iris Kormann, AGRIDEA

Mykorrizapilze
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