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Wenn nichts mehr hilft gegen das Unkraut: Die doppelte Gründüngung

Artikel 12

Unter einer Gründüngung versteht man die gezielte Aussaat von Pflanzen nach der Abernte einer Hauptkultur. Diese Pflanzen werden nicht zur Ernte angebaut, sondern dienen der Aufwertung des Bodens: Sie schützen ihn vor Erosion und starker Sonneneinstrahlung, unterdrücken Unkraut und fördern die Bodenfruchtbarkeit. Während eine einzelne Gründüngung bereits grosse positive Effekte punkto Bodengesundheit erzielt, trägt die Abfolge zweier Gründüngungen noch mehr dazu bei, den Boden nachhaltig zu verbessern.

In der regenerativen Landwirtschaft werden Unkräuter als sogenannte Zeigerpflanzen verstanden. Arten wie Blacken, Winden oder Disteln weisen demnach auf physikalische Bodenprobleme hin. In einem lockeren, krümeligen, gut durchlüfteten und biologisch aktiven Boden treten sie selten auf. Zwei aufeinanderfolgende Gründüngungen verbessern den Bodenzustand massiv und können daher helfen, Unkrautdruck wirksam zu reduzieren.

So lege ich eine doppelte Gründüngung an: Die erste Gründüngung wird wie üblich unmittelbar nach der Ernte der Hauptkultur ausgesät. Die Gründüngung ist für die Bodenbiologie nur so lange wertvoll, bis die Pflanzen ins generative Wachstum übergehen, also zu blühen beginnen. Zu diesem Zeitpunkt wird diese erste Gründüngung zerkleinert und durch eine flache, lockere Einarbeitung – gegebenenfalls unter Zugabe von Fermenten – in den Boden eingearbeitet, um eine Flächenrotte einzuleiten.

Nach Beginn der Flächenrotte sollte – je nach Jahreszeit und Witterung – eine Wartezeit von etwa zehn Tagen bis drei Wochen eingehalten werden, bevor die zweite Gründüngung eingesät wird. Ein leicht süsslicher Erdgeruch zeigt an, dass der richtige Zeitpunkt für die Aussaat gekommen ist. Die zweite Gründüngung soll die Fläche über den Winter bedecken und daher winterhart sein. Sie kann dann im Frühjahr ebenso durch eine Flächenrotte abgeschlossen werden. Für eine Bearbeitung sollte der Boden mindestens acht Grad Celsius warm sein, damit das Bodenleben ausreichend aktiv ist. Als phänologischer Hinweis gilt die Blüte der Forsythie. Ist der Boden noch zu kalt, entstehen viele kurzkettige Nährstoffverbindungen, die wiederum das Wachstum von Unkräutern fördern würden.

Trotz ihrer Funktion als schützende Bodenbedeckung ist eine möglichst grosse Blattmasse bei der Gründüngung nicht das primäre Ziel. Entscheidend ist vielmehr eine intensive Durchwurzelung, die den Boden strukturell verbessert und so unerwünschten Bewuchs vorbeugt.

Die Kosten für eine doppelte Gründüngung sowie der zusätzliche Arbeitsaufwand lassen sich zwar nicht bestreiten. Dennoch stellt sie eine lohnende Investition in einen gesunden, leistungsfähigen Boden sowie vitale und insbesondere unkrautärmere Bestände dar, die Freude bereiten.

Quellen:
Was kann eine doppelte Gründüngung, das eine einzelne nicht kann? Bauernzeitung, 28.8.2024
Was ist eine Gründüngung? Jucker Farm

Bildquellennachweis: Alex von Hettlingen

Doppelte_Gründungung
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