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14.01.2026

7 Fragen an den neuen Bildungsrat

14.01.2026
Pascal Niederberger im Kurzinterview
In der Rubrik «7 Fragen an» stellen sich Menschen rund um die Zuger Schulen den Fragen von www.schulinfozug.ch. Einige Fragen drehen sich um die individuellen Aufgaben, einige Fragen sind in allen Interviews die gleichen. Diesmal mit dem neuen Bildungsrat Pascal Niederberger*. Die Aufgaben des Bildungsrats finden sich kompakt beschrieben in § 65 des Zuger Schulgesetzes.
PANI
Bild Legende:

Wie wird man eigentlich Bildungsrat?
Das wusste ich bis vor einigen Monaten auch noch nicht. In erster Linie benötigt man eine gute Motivatorin oder einen guten Motivator, die bzw. der einem die Aufgabe schmackhaft macht. Dazu muss man die richtige Parteizugehörigkeit finden und sein Interesse anmelden. Wenn der Zentralvorstand der jeweiligen Partei der Meinung ist, dass die Person passt, wird sie dem Regierungsrat zur Wahl vorgeschlagen – und dann gewählt.

Mit Urban Bossard war ein Rektor im Bildungsrat, mit Dir ist wieder ein Rektor im Bildungsrat. Worin siehst Du den Vorteil der Doppelfunktion?  
Als Rektor und Vertreter der Bildungsakteure der Zuger Bildungslandschaft kann ich die operative Realität in ein strategisch-politisches Gremium einbringen. Mein Wissen und meine Erfahrung aus der konkreten Umsetzungsarbeit in der Schule können dabei helfen, politische Denkprozesse und Wünsche auf eine praxisnahe Ebene zu bringen und mit systemischem Blick tragfähige Lösungen zu schaffen. Kurz gesagt bin ich in dieser Doppelfunktion nicht nur zusätzlich politisch tätig, sondern auch schulisch wirksamer.

Welche drei Begriffe beschreiben Dich am besten?
Lösungsorientiert, gestaltend, mit der nötigen Prise Humor.

Was war als Kind Dein Traumberuf?
Den ursprünglichen Traumberuf des Rega-Helikopterpiloten, der wohl noch in zahlreichen „Freundebüchern” zu finden wäre, habe ich irgendwann in der Primarschulzeit aufgegeben. Schon früh gingen meine Interessen stark in die naturwissenschaftliche Richtung. Dies ist ein Bereich, den ich an der ETH, später an der Pädagogischen Hochschule und schliesslich als Sekundarlehrperson immer wieder vertiefen und dann auch im Unterricht vermitteln durfte.

Mit wem würdest Du gerne einmal einen Monat tauschen?
Ich fände es sehr spannend, einen Monat als Astronaut auf der ISS in Schwerelosigkeit und Isolation zu verbringen. Dabei würde ich gerne die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten und am eigenen Leib erfahren, wie anpassungsfähig und dennoch verletzlich der Mensch ist.

An welche Lehrperson erinnerst Du Dich gerne und warum?
Mir kommt direkt keine Lehrperson in den Sinn, an die ich mich besonders gerne erinnere. In meiner Schullaufbahn haben mich sehr viele gute Lehrkräfte begleitet. Jede auf ihre Art. Am meisten beeindruckt haben mich jedoch immer Lehrpersonen, die sich mit Herzblut für die Schülerinnen und Schüler, die Schule und ihren Unterricht eingesetzt haben und ihren Unterricht stets hinterfragt und neu gestaltet haben. Mit solchen Lehrpersonen lebt die Schule und entwickelt sich als lernende Organisation weiter.

Der Bildungsrat – damals noch Erziehungsrat – wurde 1803 in der Zuger Kantonsverfassung verankert. Er wurde in einer Zeit geschaffen, als viele Eltern davon überzeugt werden mussten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Bildungsinteressierte und angesehene Bürger im Erziehungsrat stärkten die Schule und das Vertrauen in die Schule. Was ist in Deinen Augen heute ein wichtiger Beitrag des Bildungsrats für gute Zuger Schulen?
Gerade im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist es wichtiger denn je, Vertrauen in die Schulen und Lehrpersonen zu schaffen. In meiner Funktion als Rektor erlebe ich immer wieder Ängste, kritische Einstellungen oder gar fehlendes Vertrauen in die Volksschule. Der Bildungsrat leistet heute den wichtigsten Beitrag, indem er die bestehende Qualität schützt, Prioritäten setzt und den Schulen verlässliche Rahmenbedingungen schafft, in denen pädagogisch wirksam gearbeitet werden kann. Die Kernaufgabe liegt somit nicht in einzelnen Reformen oder Detailentscheiden, sondern in einer klaren, mutigen Rahmensetzung, die Qualität langfristig absichert und Vertrauen schafft.


* Pascal Niederberger ist seit Januar 2026 für die Partei Die Mitte Mitglied des Bildungsrates und arbeitet im vierten Jahr als Rektor und Abteilungsleiter Bildung in der Gemeinde Neuheim. Als Sekundarlehrer mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil hat er seinen Fokus seit 2016 auf die Schulführung gelegt. Zuvor war er über zehn Jahre lang als Klassen- und Fachlehrkraft im Kanton Schwyz und Zürich tätig. Neben zahlreichen Aus- und Weiterbildungen im Bildungsmanagement bringt er viel pädagogische Erfahrung, Führungskompetenz und Know-how für die Volksschule mit. 

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