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Danke für diese Welt — zwei Geschichten zum Glück

01.04.2014
Wie wird man glücklich? Zwei kurze Geschichten liefern mögliche Antworten. Wir Erwachsenen wissen, wie es geht. Kinder machen es. Von Rosmarie Koller Erwachsene wissen es Einige Suchende ...
Bild Legende:

Wie wird man glücklich? Zwei kurze Geschichten liefern mögliche Antworten. Wir Erwachsenen wissen, wie es geht. Kinder machen es.

Von Rosmarie Koller

Erwachsene wissen es

Einige Suchende kamen zu einem alten Zen-Meister. Sie fragten ihn: «Was tust du um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.» Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: «Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich, und wenn ich esse, dann esse ich.» Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Schliesslich platzte einer heraus: «Bitte treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?» Es kam die gleiche Antwort: «Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich, und wenn ich esse, dann esse ich.» Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend, fügt der Meister nach einer Weile hinzu: «Sicher liegt auch ihr und ihr geht auch und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr, wohin ihr gehen werdet, und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. Das eigentliche Leben findet aber nur im gegenwärtigen Augenblick statt. Lasst euch auf diesen Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.»

 Michaela Himmel, zit. in: Heinz Hess (Hrsg., 2013, S.38): Erzählbar. managerSeminare Verlags GmbH

Kinder machen es

Ich bin bei Freunden zum Essen eingeladen. Nina, die kleine Tochter, hat sich auf meinem Schoss eingekuschelt. Mit strahlenden Augen sieht sie mich an, drückt mir das Bilderbuch in die Hand und bittet: «Erzählsch mir s’ Gschichtli nomal.» Wir haben das Bilderbuch vor dem Essen bereits zweimal miteinander angeschaut. Meine Lust, die Geschichte ein drittes Mal zu erzählen, hält sich  — ehrlich gesagt — in Grenzen. Mit meinen Gedanken bin ich bereits beim Dessert, das nächstens serviert wird. Die Kleine sollte bald mal ins Bett und ich würde gerne noch etwas mit den Eltern alleine, ohne Kinder, plaudern. Auch habe ich mir vorgenommen, nicht zu spät nach Hause zu gehen, da mir Morgen ein anstrengender Tag bevorsteht und ich auch den morgigen Abend bereits verplant habe. Von all diesen Gedanken ahnt Nina nichts. Sie will unbedingt die Geschichte ein drittes Mal hören. Weder die Aussicht auf das Dessert noch der Hinweis, dass es für sie nun bald Zeit ist, ins Bett zu gehen, damit sie morgen im Kindergarten fit ist, überzeugen sie: «Ich bin gar nöd müed. Nur no eimal!» «Was soll’s», denke ich, gebe mich geschlagen und blättere zur ersten Seite des Buches - beeindruckt von ihrer Hartnäckigkeit und gerührt von ihrer Freude und ihrem Interesse. Als die Mutter sie später, nach dem Dessert, ins Bett bringt, sagt Nina zu ihr: «Danke, Mami, für diese Welt!»

Rosmarie Koller ist Leiterin der Beratung für Lehrpersonen und Schulleitungen an der Pädagogischen Hochschule Zug. Die Beratungsstelle unterstützt Lehrpersonen und Schulleitungen bei der Gestaltung ihrer persönlichen Life-Balance wie auch bei anderen beruflichen Fragen. PH Zug, Beratung für Lehrpersonen und Schulleitungen, Schwertstrasse 6, 6301 Zug, Tel. 041 710 66 66, rosmarie.koller@phzg.ch, beratung.phzg.ch

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