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Einbaum fahren – 7 Fragen an Ulrich Eberli

Ueli Eberli*, «Im Einbaum über den Zugersee» heisst das neue Lehrmittel des Museums für Urgeschichte(n). Waren Sie schon einmal selbst mit dem Einbaum auf dem Zugersee? Für eine Sonderausstellung ...
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Ueli Eberli*, «Im Einbaum über den Zugersee» heisst das neue Lehrmittel des Museums für Urgeschichte(n). Waren Sie schon einmal selbst mit dem Einbaum auf dem Zugersee?
Für eine Sonderausstellung zum Thema Werken in der Steinzeit liessen wir zwei Einbäume herstellen, die wir im Rahmen eines Museumsanlasses auf dem Zugersee ausprobierten. Es war ein eher regnerischer und stürmischer Tag und entsprechend wacklig war die Fahrt. Wichtig war die Balance zu halten und dem Wasser zu trotzen.

Um was geht es im neuen Lehrmittel und warum?
2011 erklärte die UNESCO die «Pfahlbauten rund um die Alpen» zum Weltkulturerbe. Da die Fundstellen unter dem Boden oder Wasser liegen, können sie nicht besucht werden. Ihre Vermittlung ist deshalb nicht einfach. Mit diesem Heft und weiteren geplanten Heften möchten die Museen und archäologischen Institutionen auf dieses Welterbe aufmerksam machen. Gleichzeitig beinhaltet das Heft eine sehr didaktische Geschichte. Für Zug steht eine Bootsfahrt über den Zugersee im Zentrum, d.h. die Themen drehen sich um Handel und Tauschen, Reisen und Begegnungen, aber auch um das Fischen mit Netzen auf dem See.

Welche drei Begriffe beschreiben Sie am besten?
Ich bin neugierig, aber auch umsichtig und ein guter Beobachter.

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?
Ein Traum war es, auf Entdeckungsreisen zu gehen und Neues sowie Unbekanntes zu erforschen. Als Archäologe war ich diesem Traum sehr nahe gekommen.

Mit wem würden Sie gerne einen Monat lang tauschen?
Mit einem Mönch des Kartäuserordens. Ich hätte gerne einen Monat lang weniger Hektik, Einflüsse und Aktivitäten und mehr Besinnlichkeit, aber trotzdem kulinarische Köstlichkeiten.

An welche Lehrperson erinnern Sie sich gerne und warum?
Eine wichtige Bezugsperson war meine Grossmutter. Sie machte früh spannende Reisen in den Nahen Osten und erzählte von bedeutenden Fundstellen in Ägypten, Jordanien und Persien. Diese Reiseerzählungen haben mich sehr beeindruckt.

In der Primarschule organisierte ein Lehrer neben dem Werken noch einen Workshop, in dem Funde aus der Pfahlbauzeit nachgebildet werden konnten. Dieser Werkunterricht bleibt in sehr guter Erinnerung und war wohl prägend. Einen Anhänger aus einer Hirschgeweih Sprosse habe ich heute noch.

Ein Besuch im Museum für Urgeschichte(n) gehört in der 3. / 4. Klasse eigentlich zum Lehrplan. Warum lohnt sich ein Besuch im Museum auch für Klassen anderer Stufen?
Die Dauerausstellung zeigt Funde aus dem Kanton Zug von der Steinzeit bis zum Ende des Frühmittelalters um 800 n.Chr. Dank hervorragenden Fundstellen sind alle Epochen anschaulich dargestellt. Haben die Lehrpersonen ein klares Lernziel und konkrete Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler, dann eignet sich diese Ausstellung sehr gut, um mit Originalfunden die Geschichte des Menschen kennen zu lernen. Die Jungsteinzeit und die Bronzezeit (Pfahlbau-Epochen) sind speziell reichhaltig und spannend, da sich in diesen Jahrtausenden sehr viel verändert hat: Sesshaftigkeit, Beginn der Landwirtschaft, Technik (Metallurgie) aber auch soziale und gesellschaftliche Neuerungen. Je nach Stufe der Schulklasse können die Themen vertiefter und umfassender betrachtet und diskutiert werden. Schliesslich stehen für Schulklassen und Arbeitsgruppen spezielle Werk- und Didaktik-Räume sowie eine gut gepflegte Materialiensammlung bereit.

In der Reihe Museumsschriften des Museums für Urgeschichte(n) ist das aktuellste Produkt das Heft «Im Einbaum über den Zugersee. Die abenteuerliche Reise der Steinzeitkinder Saïma und Kerem», eine Erzählung für Kinder im Primarschulalter. Das Autorenteam Irmgard Bauer, Ulrich Eberli und Esther Schmid erzählt die abenteuerliche Geschichte zweier Kinder und vermittelt gleichzeitig Fakten zum Alltag der Pfahlbauer am Zugersee. Der wissenschaftliche Hintergrund für die Geschichte basiert auf zahlreichen archäologischen Fundstellen, denn bereits zur Zeit der Pfahlbauer war das Ufer des Zugersees bewohnt.

*Ulrich Eberli arbeitete mehrere Jahre als Archäologe und Wissenschaftler. Die Aufgabe umfasste Ausgrabungen durchzuführen und die Forschungsresultate zu veröffentlichen. Nach einem Kulturmanagerstudium übernahm er 2004 die Leitung des Museums für Urgeschichte(n) des Kantons Zug. Nun steht die Vermittlung von Archäologie und Urgeschichte im Zentrum seiner Tätigkeit.

 

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