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06.05.2026

Gute Politik bezieht die jungen Menschen ein

06.05.2026
Peter Zwicky über Politik und wie sie die Kanti Menzingen vermittelt
In der Rubrik «7 Fragen an» stellen sich Menschen rund um die Zuger Schulen den Fragen von www.schulinfozug.ch. Einige Fragen drehen sich um individuelle Aufgaben, einige Fragen sind in allen Interviews dieselben. Diesmal mit Kantilehrer Peter Zwicky. Sein besonderer Schwerpunkt: Politische Bildung. 
PZ
Bild Legende:

Peter Zwicky*, wer fordert, die Politik solle sich nicht einmischen, macht Politik. Richtig oder falsch?
Ja, das ist richtig. Wer fordert, dass sich Politik heraushalten soll, vertritt bereits eine politische Position – nämlich die, dass staatlicher Einfluss begrenzt werden soll. Die Frage ist also nicht, ob Politik stattfindet, sondern wie viel und wo. In einer liberalen Demokratie wird das durch gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und – in der Schweiz – durch direktdemokratische Mittel entschieden. Eine Demokratie ist besonders glaubwürdig, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an diesen Prozessen beteiligen.

Wie fördert die Kantonsschule Menzingen die politische Teilhabe? 
Die Kantonsschule Menzingen fördert politische Teilhabe, indem sie Politik für die Schülerinnen und Schüler konkret erlebbar macht. Ein zentrales Element ist die Politikwoche in der 5. Klasse – also genau dann, wenn viele erstmals politisch mitbestimmen dürfen. In dieser Woche besuchen die Jugendlichen unter anderem eine Kantonsratssitzung, begegnen Politikerinnen und Politikern und entwickeln eigene politische Vorstösse. Unsere Erfahrung zeigt, dass solche direkten Einblicke helfen, Berührungsängste abzubauen und Politik als zugänglich zu erleben. Ergänzend dazu fördern wir politische Beteiligung durch Podiumsdiskussionen mit Jungpolitikerinnen und Jungpolitikern, das Freifach „Debattieren“ sowie durch eine aktive Schülerorganisation, in der Mitwirkung konkret gelebt wird.

Welche drei Begriffe beschreiben Sie am besten?
Engagiert, bodenständig, vielseitig

Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Ich kann mich nicht daran erinnern, je einen eindeutigen Traumberuf gehabt zu haben. Ich war immer sehr vielseitig interessiert und fand viele berufliche Richtungen spannend. Sollte ich Berufsmusiker werden wie meine beiden Eltern? Maschineningenieur? Oder doch Militärpilot? In meiner späten Jugend wurde mir durch verschiedene Erlebnisse klar, dass ich vor allem mit jungen Menschen arbeiten möchte.

An welche Lehrperson erinnern Sie sich gerne – und warum?
An Paul Betschart, meinen Englischlehrer in den ersten fünf Jahren am Gymnasium. Er hatte eine sehr souveräne, positive und witzige Art, mit unserer ziemlich wilden Klasse umzugehen. Wo andere Lehrpersonen die Nerven und die Beherrschung verloren, blieb er immer cool, professionell und wohlwollend. Das hat mich damals beeindruckt und hat wahrscheinlich auch mein Auftreten als Lehrperson mitgeprägt.

Mit wem würden Sie gerne einmal einen Monat tauschen?
Mit Jannik Sinner, vorausgesetzt ich könnte mal für einen Monat so Tennis spielen wie er. Ich habe erst spät als Erwachsener mit Tennis begonnen und finde Sinners mentale und physische Leistung äusserst beeindruckend. Wie sich das wohl anfühlt?

Welches ist die beste Politik?
Gute Politik verbindet Idealismus mit Pragmatismus: Sie hat klare Werte, bleibt aber in der Umsetzung realistisch und kompromissfähig. Entscheidend ist dabei ein respektvoller Umgang über politische Lager hinweg – denn tragfähige Lösungen entstehen selten im Alleingang. Wichtig ist mir zudem, dass junge Menschen einbezogen werden und erleben, dass ihre Stimme zählt. Das stark polarisierte Klima etwa in den USA zeigt, wie lähmend Politik ohne Dialog sein kann. Umso positiver erlebe ich die politische Kultur im Kanton Zug, die stärker von Zusammenarbeit und von guten Kontakten über Parteigrenzen hinweg geprägt ist.


*Peter Zwicky studierte Englisch und Geschichte an der Universität Zürich. Nach ersten Unterrichtserfahrungen mit Kleinklassen auf der Sekundarstufe I ist er seit 2005 Lehrer für Geschichte und Englisch an der Kantonsschule Menzingen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der politischen Bildung. Zudem ist er seit 2003 in der Lehrerweiterbildung tätig, heute insbesondere im Bereich digitale Medien und künstliche Intelligenz.

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