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04.03.2026

Persönlich – 7 Fragen an Karin Zanin Fankhauser

04.03.2026
Die Rektorin von Oberägeri im Kurzinterview.
In der Rubrik «7 Fragen an» stellen sich Menschen rund um die Zuger Schulen den Fragen von www.schulinfozug.ch. Einige Fragen drehen sich um die individuellen Aufgaben, einige Fragen sind in allen Interviews die gleichen. Diesmal mit der Rektorin der Schulen Oberägeri.
KFZ
Bild Legende:

Schlaflos trotz Erfahrung und Balancearbeit zwischen vielen Polen. Auch das gehört zur Schulpraxis. Aber auch wertvolle Erinnerungen an pädagogische Vorbilder und das Glück, jeden Tag für Menschen einen Unterschied machen zu können. 7 persönliche Antworten von Karin Fankhauser Zanin*.

Welche Situationen sind für dich als Rektorin besonders anspruchsvoll?
Besonders anspruchsvoll sind Entscheidungen, in denen die Schnittmenge zwischen den beteiligten Erwachsenen sehr klein wird und Positionen sich verhärten. Wenn es nicht mehr primär um das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen geht, sondern um das Durchsetzen einer eigenen Sichtweise. In solchen Situationen gilt es, ruhig zu bleiben, und den Fokus konsequent wieder auf das Kind/den Jugendlichen zu richten. Das ist nicht immer einfach. Obwohl ich solche Situationen leider schon mehrfach erlebt habe und routiniert sein sollte, so rauben sie mir auch heute noch den Schlaf, wenn ich erneut damit konfrontiert bin.

Welche unbequeme Wahrheit gehört zur Schulentwicklung dazu?
Auf der grünen Wiese ist Schulentwicklung visionär und dynamisch. In der Realität ist sie jedoch ein sorgfältig austarierter Prozess zwischen pädagogischen Überzeugungen, politischen Rahmenbedingungen, gesellschaftlichen Erwartungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese Pole sind nicht immer deckungsgleich. Schulentwicklung geschieht deshalb häufig in sehr kleinen Schritten. Das verlangt von allen Beteiligten viel Geduld und Ausdauer und die Bereitschaft zum Konsens.

Welche drei Begriffe beschreiben dich am besten?
Engagiert, fokussiert und empathisch.

Was war als Kind dein Traumberuf?
Lehrerin, wie könnte es anders sein. Dass ich bis heute glücklich im Bildungsbereich arbeite, bestätigt mir, dass ich früh erkannt habe, wo ich meine Energie sinnvoll und wirksam einsetzen möchte.

An welche Lehrperson erinnerst du dich gerne – und warum?
Ich hatte das grosse Glück, von beeindruckenden Lehrpersonen begleitet zu werden. Hanni Kaiser realisierte mit uns zahlreiche kreative Projekte. Sie fotografierte uns im Alltag leidenschaftlich gerne und überraschte uns jeweils mit diesen wunderbaren Schnappschüssen.  Viele dieser Bilder bewahre ich bis heute als kostbare Erinnerungen an besondere Momente auf. Dani Delaloye liess uns bereits in den 80er-Jahren mit Wochenplan- und Werkstattarbeit lernen. Ohne dass wir Begriffe wie «individualisiertes Lernen» oder «überfachliche Kompetenzen» kannten, durften wir ganz selbstverständlich erfahren, was sie bedeuten. Besonders bereichernd war es, später als junge Lehrerin mit ihm als Parallellehrerin zusammenzuarbeiten und ihn nochmals aus einer anderen Perspektive zu erleben. Schon in der ersten Lektion vermittelte mir Sigmund von Däniken mit grosser Selbstverständlichkeit ein tiefes Vertrauen in mich als Mensch. Eine Erfahrung, die für mich in der Pubertät enorm wichtig war und mich nachhaltig geprägt hat. Diese drei Lehrpersonen haben mich nicht nur fachlich weitergebracht, sondern menschlich geprägt. Dafür bin ich bis heute dankbar.

Mit wem würdest du gerne einmal einen Monat lang tauschen?
Gerne würde ich einmal mit einer Spitzensportlerin tauschen. Mich beeindrucken der Fokus, die Disziplin und der Biss von Menschen, die mit grosser Leidenschaft täglich an ihre Grenzen gehen und konsequent an sich arbeiten. Ich selbst musste jedoch schon in jungen Jahren akzeptieren, dass mein Körper für den Spitzensport nicht gemacht ist, da ich verletzungsbedingt immer wieder ausfiel. Umso grösser ist meine Anerkennung für jene, die diesen Weg gehen können.


*Karin Zanin Fankhauser (50) ist ursprünglich Primar- und Reallehrerin. In Steinhausen aufgewachsen, hat sie auf drei Kontinenten gelebt und gearbeitet: in Australien, Asien und Europa. Die Arbeit im internationalen Umfeld hat ihren Blick auf Schule, Kultur und Führung nachhaltig geprägt. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit absolvierte sie ein Vollstudium in internationaler Schulführung, Bildungspolitik und Lehrplanentwicklung. Sie interessiert sich besonders dafür, wie Schule sich weiterentwickeln kann: strukturell, pädagogisch und im Miteinander der Menschen. Seit dem 1. August 2025 ist sie Rektorin in Oberägeri und hat damit die Nachfolge von Roman Fässler sel. angetreten.

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