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LVZ: Zeit zum Handeln für Lehrerinnen und Lehrer

LVZ
04.03.2015
Am 23. März organisiert der Zuger Lehrerinnen- und Lehrerverein eine ausserordentliche Versammlung zum Thema Sparen bei der Zuger Bildung. Von Barbara Kurth-Weimer* Vor rund zwei Jahren ...
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Am 23. März organisiert der Zuger Lehrerinnen- und Lehrerverein eine ausserordentliche Versammlung zum Thema Sparen bei der Zuger Bildung.

Von Barbara Kurth-Weimer*

Vor rund zwei Jahren überreichte die Zuger Lehrerschaft der Bildungsdirektion eine Petition, in der sie eine Entlastung ihres stark gestiegenen Arbeitspensums (speziell der Klassenlehrpersonen) durch Umverteilung des Arbeitsauftrages forderte.

Die Bildungsdirektion erkannte den Handlungsbedarf und arbeitete im Dialog mit den Rektoren, Schulträgern und dem LVZ einen Antrag zur Änderung des Lehrpersonalgesetzes aus, der als Kompromisslösung einzelne Forderungen der Lehrerschaft aufnimmt, andere auslässt.

Im Antrag des Regierungsrates an den Kantonsrat soll die Pflichtstundenzahl der Primarlehrpersonen neu bei 29 festgelegt werden (wie in den umliegenden Kantonen). Den Klassenlehrpersonen aller Stufen ausser dem Kindergarten soll eine weitere Lektion für ihre vielfältigen und aufwendigen Aufgaben zugestanden werden. Kindergartenlehrpersonen erhalten gemäss dem Antrag eine Zweidrittelslektion.

Viele werden nun sagen: „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach."
Nun will der Kanton jedoch 100 Millionen Franken unter dem irreführenden Begriff „Entlastungsprogramm" bei den Ausgaben sparen, damit die Forderungen des NFA nicht zu roten Zahlen oder Steuererhöhungen führen. Dabei soll auch im Bildungsbereich gemäss der „Opfersymmetrie" (ein weiteres Unwort) rigorose gespart werden.

Argumentiert wird mit dem BAK Bericht, der die Bildungsausgaben einzelner Kantone vergleicht. Dieser Bericht vergleicht wohl die Kosten, stellt sie jedoch nicht in Relation zur Bildungsqualität und zum Bildungsangebot. Ein Vergleich von Äpfel mit Birnen!

Wer es jetzt noch nicht merkt: Aus dem Spatz wird wohl auch nichts. Wenn die Zuger Lehrpersonen nicht ein deutliches Zeichen setzen, wird es noch dicker kommen. Entgegen dem Antrag der Bildungskommission, hat der Kantonsrat wie der Regierungsrat die Richtzahlen bei den Klassengrössen gestrichen, da für sie die Höchstzahlen genügend gesetzlichen Rahmen geben (KG 22 / PS 26 / OS 22).

Die Staatswirtschaftskommission setzt noch einen drauf und schreibt in ihrem Bericht: „Die Höchstzahlen sind anzustreben." Das „Entlastungsprogramm" des Kantons wird für die Schulen ein „Belastungsprogramm". Die Schulleiter und Rektoren stehen mit ihrer pragmatischen Handhabe (durchschnittlich 18 Schülerinnen und Schüler pro Klasse im Kt. Zug) mit dem Rücken zur Wand, wenn Sparwut grassiert.

Individualisierter Unterricht, Integration von Kindern mit Lernzielanpassungen oder Migrationshintergrund, Integration von Kindern mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung, Altersdurchmischtes Lernen mit Binnendifferenzierung, Beurteilen + Fördern, Fremdsprachenunterricht, neue Lehrmittel, Orientierungsgespräche, Qualitätssicherung, Schulentwicklung und auf Beziehung aufbauendes Coaching. Dies alles zu leisten mit den Höchstzahlen von 1990 (vor einem Vierteljahrhundert), ist für Lehrpersonen ohne physische und psychische Überlastung nicht möglich. Kinder und Jugendliche werden das Nachsehen haben.

Wir alle sind jetzt aufgefordert, unseren Volksvertretern im Kantonsrat ein deutliches Zeichen zu geben. Schildert ihnen euren Alltag oder ladet sie in euer Schulzimmer ein und zeigt ihnen eure Arbeit.

An der ausserordentlichen kantonalen Versammlung der Lehrerinnen und Lehrer am 23. März 2015 um 18.30 Uhr im GIBZ diskutieren Parteivertreter und Bildungspolitiker über die oben genannten Themen. Mit einem Gross-Aufmarsch setzen wir ein deutliches Zeichen.

* Barbara Kurth-Weimer ist Präsidentin des Zuger Lehrerinnen- und Lehrervereins, barbara.kurth@lvz.ch. Mehr Infos zum LVZ.

 

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