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Den LVZ präsidieren: Fäden in der Hand halten

28.03.2019
Beitrag Dialog und Meinung von Barbara Kurth Weimer Präsidentin LVZ
Präsidentin LVZ
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Als Präsidentin des LVZ die Fäden entwirren und in der Hand behalten. Das geht nur mit Vernetzung, einer klaren Haltung und einem tatkräftigen Vorstand.

Von Barbara Kurth Weimer, Präsidentin LVZ

Zwei, drei, vier und mehr Wollknäuel in einem Korb - schon wird es schwierig, die einzelnen Faden-Enden zu entwirren. Die Herausforderung wird noch grösser, wenn es sich um ähnliche Farben handelt. Mit Hilfe des Präsidiums und beachtlichem Zeitaufwand gelingt es mir Mal mehr, Mal weniger, die bei mir zusammenlaufenden Fäden in den Händen zu halten. Die Fäden stehen sinnbildlich für all das, was für die Zuger Lehrerschaft und damit für den LVZ von Bedeutung ist.

Von grosser Bedeutung ist die Vernetzung mit allen an der Bildung Beteiligten und natürlich auch mit unseren Politikern. In diesem Zusammenhang möchte ich speziell den gelungenen Anlass mit den Kantonsrätinnen und Kantonsräten mit anschliessendem Apéro im Rathaus Zug erwähnen. Im Namen der drei grossen Personalverbände (LVZ, Staatspersonalverband und Verband Zuger Polizei) durfte ich die Anwesenden begrüssen, ihnen zur Wahl und Wiederwahl gratulieren und mich bei ihnen für ihr Interesse am informellen Austausch und gegenseitigen Kennenlernen bedanken.

Mit einem Auszug aus meiner Rede an diesem Anlass möchte ich den Lesern dieser Kolumne einen Einblick in die aktuellen Themen (entwirrte Fäden) unserer Vereinsarbeit geben:

Als langjährige Kindergärtnerin in der Stadt Zug darf ich sagen, dass mir meine Arbeit nach 40 Jahren Berufstätigkeit immer noch grosse Freude macht. Die Arbeit mit den Kindern beschenkt mich immer wieder mit erfrischenden, heiteren und berührenden Erlebnissen.

Ich bin seit 8 Jahren Präsidentin des LVZ und messe dem persönlichen Kontakt grosse Bedeutung zu. Unser Bildungsdirektor umschreibt unser gegenseitiges Verhältnis mit den Worten: "Wir haben das Heu sicher nicht immer auf der gleichen Bühne, aber wir arbeiten gemeinsam auf dem gleichen Bauernhof ". Dem kann ich nur zustimmen!

Grundsätzlich soll sich ein Lehrerverein politisch neutral verhalten, was jedoch nicht immer sachdienlich ist, denn ein Engagement für eine zukunftsgerichtete Bildung polarisiert. Damit ist unser politisches Interesse begründet. So unterstützt der LVZ jeweils bei Wahlen jene Politiker und Parteien, bei denen unsere Anliegen Gehör finden. Dazu analysieren wir auch das Abstimmungsverhalten der Kantonsräte.

Das LVZ Präsidium mit 6 Mitgliedern trifft sich 1x monatlich. Der Vorstand, bestehend aus Vertretern aus allen Gemeinden und Stufen trifft sich sechs Mal im Jahr, einschliesslich einer zweitägigen Klausurtagung im November. Auf diese Weise gelingt uns die Vernetzung mit allen Lehrpersonen des Kantons. Unser Mitgliederbestand ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf 1500 angestiegen, was uns mit Stolz erfüllt.

Mir ist wichtig, dass auch in Zukunft motivierte und kompetente Menschen beiderlei Geschlechts für den Lehrberuf gewonnen werden können. Die Bildung, ein wichtiger Rohstoff unseres Landes, soll in guten Händen bleiben. Dazu braucht es attraktive Strukturen: Ausbildungsangebot, Anstellungsbedingungen, Löhne, Entwicklungsperspektiven, Infrastruktur und gesellschaftliche Wertschätzung.
Ein wenig „Kantönligeist" und „gesunder Egoismus" sind im Bildungsbereich aus meiner Sicht gar nicht so verwerflich. Ich bin kein „Jomeri", aber ich will daran erinnern, dass die Lehrerlöhne mit der Entwicklung der Wohn- und Lebenskosten im Kanton Zug nicht Schritt gehalten haben. Es besteht Handlungsbedarf, wenn Zug nicht nur Arbeitsort, sondern auch Wohnort sein will.

Allerdings sehe ich den erwähnten Handlungsbedarf nicht dort, wo ihn der Regierungsrat mit der Massnahme 8.20a im Entlastungsprogramm 2015-18 gesehen hat. Das Sparziel von 1 Million bei den kantonalen Schulen wurde über Entlassungen und über Abbau der IT-Infrastruktur realisiert. Dabei wurden die Kosten für die Computer und die Digitalisierung zum grössten Teil auf die Lernenden und Lehrpersonen überwälzt. Während die Schüler ihre Geräte unter dem findigen Titel „BYOD" selber bezahlen, kaufen, ausrüsten und warten müssen, bezahlt der Kanton den Lehrpersonen Fr. 167.- jährlich. Bei Vollpensum wohlverstanden. Für ein Teilpensum mit einem 60 % Pensum erhält eine Lehrperson gerade genug, um das Beamerkabel, einen Adapter und die Versicherung zu bezahlen. Für ein Gerät von typischerweise deutlich über 1000.- bleibt nicht einmal etwas übrig, geschweige denn von den Zusatzkosten für Reparatur, Software usw.

An dieser Stelle müsste ich erstens auf die Entschädigungsverordnung BGS 154.221 §10 und zweitens auf die Anstrengungen anderer Kantone bezüglich Digitalisierung der Eliteschulen verweisen. Aber in den gemeindlichen Schulen sieht es diesbezüglich deutlich besser aus. Die Schülerinnen und Schüler – in einzelnen Gemeinden auch die Lehrpersonen – werden mit einem Gerät ausgestattet.

LVZ GV 2017
Bild Legende:

Der LVZ vertritt nicht nur die gemeindlichen Lehrpersonen, sondern auch die kantonale Lehrerschaft. Er ist kantonal mit der der Bildungsdirektion, dem Amt für gemeindliche Schulen, der Finanzdirektion, der Rektorenkonferenz und dem Verband Schulleiter, mit den anderen Personalverbänden, der PH-Zug sowie der Zuger Pensionskasse vernetzt und über die Kantonsgrenzen hinaus mit dem ILCH (Innerschweizer Präsidentenkonferenz) und dem LCH.

Den Überblick über das Fadenknäuel zu behalten ist nicht immer einfach, leicht gleiten einem einzelne Fäden aus den Händen. Aber die vielfältigen Herausforderungen, die vielen geöffneten Türen, die Gesprächsbereitschaft und das Wohlwollen aller an der Bildung Beteiligten und Interessierten sowie das Engagement meiner Kollegen/innen im Präsidium und im Vorstand geben mir Kraft und Energie, mich weiter für die Anliegen der Lehrerschaft und der uns anvertrauten Kinder einzusetzen.

Immer im Einsatz für die Zuger Lehrpersonen und Schulen: Jetzt LVZ-Mitglied werden. Alle Infos gibt es auf der (Link:) Homepage des LVZ.

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