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Schulbesuche als Zeichen der Wertschätzung

07.04.2016
Schulbesuche des Bildungsdirektors sind keine Inspektionen. Es geht um Einblicke, Wertschätzung und das persönliche Gespräch. Für mich ist jeder Schulbesuch ein Gewinn. Von Stephan Schleiss ...
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Schulbesuche des Bildungsdirektors sind keine Inspektionen. Es geht um Einblicke, Wertschätzung und das persönliche Gespräch. Für mich ist jeder Schulbesuch ein Gewinn.

Von Stephan Schleiss

Was mögen Sie an Ihrem Beruf? Welche Arbeiten erledigen Sie gerne? Auf meiner persönlichen Hitliste stehen Schulbesuche ganz oben. Ich nenne diese Besuche "Wertschätzungsbesuche", weil es genau darum geht. Ich könnte diese Besuche aber auch "Weiterbildungsbesuche" nennen, weil ich bei jedem Schulbesuch etwas lerne. Oder "Aufbaubesuche", weil nichts mehr aufbaut, als eine geballte Ladung Kindergärtler an einem sonst trüben Montagmorgen.

Für die besuchten Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrerinnen und Lehrer bedeuten diese Besuche hoffentlich keinen Stress, sondern eine Möglichkeit, mit mir ins Gespräch zu kommen. Davon wird rege Gebrauch gemacht. Dass dabei mit offenem Visier diskutiert und argumentiert wird, schätze ich ganz besonders. Wenn es ein Ziel der Schule ist, dass sich unsere Kinder zu selbständig denkenden und handelnden Menschen entwickeln, dann müssen unsere Kinder auch zu selbständig denkenden und handelnden Menschen in die Schule gehen. Genau solche Menschen treffe ich auf meinen Schulbesuchen.

Unsere Diskussionen reichen dann von den ganz grossen Themen — die Bildungsdebatte kann hier als Beispiel dienen — bis hin zu Hinweisen auf kleine, aber wichtige Details. Auch Details können sich nach und nach zu einem Bild verdichten. Auch dazu habe ich ein Beispiel. Mehrere Lehrpersonen hatten sich mir gegenüber kritisch zum sogenannten «Europäischen Sprachenportfolio» geäussert. Dabei handelt es sich um ein Lehrmittel und weitere Unterlagen fürs Sprachenlernen. Die Idee des Portfolios wird in der Zwischenzeit auch in anderen Lehrmitteln abgebildet, zudem ist es teuer und in der Anwendung umständlich. Der Antrag der Fachgruppe Fremdsprachen, auf das Portfolio zu verzichten, lieferte dann noch den letzten Puzzlestein. Im Februar hat der Bildungsrat das Lehrmittel emotionslos von der Lehrmittelliste gestrichen. Rund 10'000 Franken können damit jedes Jahr gespart werden. In Zeiten, wo jeder Bildungsfranken zweimal umgedreht wird, sind solche Beifänge umso wichtiger.

Auf die Fremdsprachfähigkeiten der Zuger Schülerinnen und Schüler hat der Beschluss übrigens keine Auswirkung. Während die Ziele in Französisch nicht erreicht werden, schneiden die Zuger Schülerinnen und Schüler in Englisch erfreulich gut ab. Irgendwie erinnert mich das an meine eigene Schulbiographie. Aber das ist eine andere Geschichte. Sie muss, wenn überhaupt, an einer anderen Stelle erzählt werden.


Auf Besuch im Schulhaus Kirchmatt in Zug

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