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Verhaltene Freude — Schwierige Zukunft

04.11.2015
Der LVZ hat für die zusätzliche Stunde der Klassenlehrpersonen gekämpft. Die Freude am Erfolg ist verhalten. Mit Blick auf die Sparmassnahmen des Kantons ist der Bildungsdirektor gefordert, sich ...
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Der LVZ hat für die zusätzliche Stunde der Klassenlehrpersonen gekämpft. Die Freude am Erfolg ist verhalten. Mit Blick auf die Sparmassnahmen des Kantons ist der Bildungsdirektor gefordert, sich aktiv gegen den Bildungsabbau einzusetzen.

Von Martin Senn*

Noch vor den Sommerferien hat der Kantonsrat den Zuger Lehrpersonen eine zusätzliche Stunde für die vielfältigen Aufgaben als Klassenlehrperson genehmigt. Für den LVZ ist dies eine notwendige Reaktion auf die deutlich veränderten Arbeitsfelder von Lehrpersonen und auch die Anerkennung der gestiegenen Anforderungen und der damit verbundenen Mehrbelastung. Erstaunlich ist dieser Erfolg im Kontext der gravierenden Sparbemühungen, welche gemäss Nachrichtenmagazin „10vor10" in praktisch allen Kantonen im Bildungsbereich Einsparungen in der Grössenordnung von rund 500 Millionen Franken vorsehen.

Legt sich für die Zuger Lehrerinnen und Lehrer ins Zeug: Der LVZ hält seine 30. GV ab.

Die zusätzliche Klassenlehrerstunde ist trotz Widerstand aus der FDP zustande gekommen, weil die Schulpräsidenten und Rektoren das Anliegen der Lehrpersonen mitgetragen haben. Sicher hat auch der Einsatz des Departementvorstehers, Regierungsrat Stephan Schleiss, seine Wirkung gezeigt und zum positiven Ergebnis beigetragen. Genau so entscheidend war die vorausschauende, pragmatische und vernetzt agierende Arbeit des Lehrervereins, speziell der Präsidentin Barbara Kurth.

Nur zeigen Lehrpersonen verhaltene Freude über das Erreichte. Denn im gleichen Zeitraum ist im Kanton ein Sparprogramm geschnürt worden, das neben anderen Bereichen auch die Ausgaben in der Bildung im Sinne einer „Opfersymmetrie" reduzieren soll. Zuerst will man den Rotstift für Kürzungen und Einsparungen bei den Kantonalen Schulen ansetzen, es scheint dort sinnvoll, einfach und effizient. Mit Sicherheit wird das „Opfer" markanten Einfluss auf die Bildungsqualität in unserm Kanton haben. Vielleicht werden die Auswirkungen zu Beginn nur wenigen weh tun, aber ohne markanten Leistungsabbau können nicht so viele Millionen gespart werden. Daneben wird die Umlagerung von Kosten weitere Sparbemühungen nach sich ziehen und auch die gemeindlichen Schulen betreffen. Die gravierenden Folgen werden erst in einigen Jahren zu spüren sein, wenn deren schnelle Behebung kaum mehr möglich ist. Wie bei vielen Krankheiten ist es dann zu spät, wenn es richtig weh tut.

Beim Betrachten von Europa und der wirtschaftlichen Entwicklung der Welt wird schnell klar: die Schweiz kann sich einen Qualitätsabbau bei der Bildung schlicht nicht leisten. Auch der Kanton Zug darf es sich nicht leisten. Stephan Schleiss hat erkannt, dass Klassenlehrpersonen mehr Zeit für ihre Aufgaben brauchen, um gute Arbeit leisten zu können. Er hat sich gegen die Parteilinie für eine leistbare Bildung eingesetzt. Nun hoffen die Lehrpersonen des Kantons, dass er sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Abbau von Bildung einsetzt. Er ist der Vorsteher des Bildungsdepartements und nicht des Finanzdepartements. Dank und Achtung der Lehrenden von heute und der Generation von morgen wird ihm sicher sein.

*Martin Senn ist Mitglied des Vorstands des Lehrerinnen- und Lehrervereins des Kantons Zug und vertritt dort die Lehrpersonen der Gemeinde Walchwil.

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