Navigieren auf Schulinfo Zug

Inhaltsnavigation auf dieser Seite

Navigation
  • Fokus
  • Auf der Flucht – Von Afghanistan nach Zug

Auf der Flucht – Von Afghanistan nach Zug

18.11.2015
Ali flüchtete aus Afghanistan in die Schweiz. Heute besucht er das Zuger Integrations-Brücken-Angebot*. Für www.schulinfozug.ch und mit der Unterstützung einer Lehrperson schreibt er über seine ...
Bild Legende:

Ali flüchtete aus Afghanistan in die Schweiz. Heute besucht er das Zuger Integrations-Brücken-Angebot*. Für www.schulinfozug.ch und mit der Unterstützung einer Lehrperson schreibt er über seine Flucht in ein neues Leben.

Ich heisse Ali und komme aus Afghanistan, aus dem Dorf Jaghoori. Dort hatten meine Eltern einen Bauernhof mit Aprikosenbäumen, Kühen und Schafen. Ich bin der älteste Sohn und habe noch vier jüngere Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder. Ich selber bin jetzt 20 Jahre alt, mein jüngster Bruder ist 15.

Als ich 13 war , wurde mein Vater getötet. Die Situtation in Afghanistan war sehr schwierig für mich, wir hatten Probleme mit den Taliban und ich konnte nicht zur Schule gehen. Die Situation war so schlimm, dass meine Mutter und ich beschlossen, dass ich nach Europa gehen sollte.
Mit 15 bin ich von zu Hause weg, zuerst zu Fuss mit andern Leuten an die Grenze zum Iran und von dort mit einem Auto nach Teheran. Dort, in der Nähe von Teheran, habe ich zwei Jahre lang in einer Fabrik Frauentaschen genäht. Mit dem Geld, das ich so sparen konnte, bezahlte ich den Schlepper in die Türkei. Von hier ging's zu Fuss und mit dem Bus nach Griechenland.

In Griechenland blieb ich acht Monate. Die Situation für Flüchtlinge war sehr schwierig, die Leute wollten nichts mit uns zu tun haben und die Polizei schlug uns und wollte uns zurückschicken. Oft schlief ich draussen, manchmal halfen mir Griechen und Leute von der UNO.
Ich wollte nach Italien. Viele Male versuchte ich auf einem Lastwagen nach Italien zu gehen. Aber die Polizei fand mich und ich musste zwei-, dreimal ins Gefängnis. Endlich hatte ich Glück. Versteckt auf der Fahrerkabine kam ich nach Italien. Zuerst landete ich in Venedig, später war ich in einem Asylheim in Milano. Dort hatte ich keine Chance etwas zu lernen und Erfolg zu haben. Ich wollte in die Schweiz, weil ich dort eine gute Zukunft haben kann, und sicher bin.


Ein Italiener half mir, den richtigen Zug zu finden und kaufte mir ein Billet. In Chiasso habe ich für Asyl gefragt und wurde zehn Tage später nach Zug geschickt. Da fühlte ich mich sofort ganz sicher. Seit zwei Jahren bin ich nun hier im Kanton, zuerst im Durchgangsheim in Steinhausen, dann in Unterägeri und seit ein paar Monaten habe ich ein Zimmer im alten Kantonsspital, wo auch noch andere Afghanen wohnen, die auch ans IBA gehen.

Ans IBA hat mich mein Sozialbetreuer geschickt. Ich bin jetzt im zweiten Jahr an dieser Schule mit Leuten aus ganz verschiedenen Ländern. Ich gehe sehr gerne zur Schule und in den Ferien vermisse ich sie. Im IBA lerne ich nicht nur Deutsch, sondern auch Mathematik, Informatik, Französisch und Englisch.

Jetzt im zweiten Jahr helfen uns die Lehrer eine Lehrstelle zu finden. Es ist schon sehr schwierig, eine Schnupperlehre zu finden, viele wollen auch dafür eine ganze Bewerbung haben. Ich kämpfe immer noch mit Deutsch, es ist eine schwierige Sprache. Trotzdem hoffe ich, nächstes Jahr hier eine Lehre machen zu können. Ich will unbedingt eine gute Ausbildung machen, damit ich in der Zukunft erfolgreich bin und mein eigenes Geld verdienen kann.

Ich danke der Schweiz für die Unterstützung.

Ali

*Das Integrations-Brücken-Angebot (I-B-A) ist eine Schule für fremdsprachige Jugendliche im Alter zwischen 14 – 21 Jahren. Es gehört zum Amt für Brückenangebote, zu dem noch das Schulische (S-B-A) und das Kombinierte (K-B-A) Angebot gehören. Für Erwachsene gibt es ein anderes Angebot, das I-B-A-20 +.

Das I-B-A dauert 1-2 Jahre. Im 1. Jahr werden die Lernenden vor allem in Deutsch als Zweitsprache gefördert. Das Ziel ist das Niveau A2 des europäischen Referenzrahmens. Zusätzlich erweitern sie ihre Kompetenzen in Mathematik und anderen schulischen Fächern.

Im 2. Jahr führt die Vertiefung in diesen Fächern zu erweiterten Kompetenzen. Im Fach Deutsch als Zweitsprache soll das Niveau B2 erreicht werden. Zusätzlich erhalten sie einen Überblick über das schweizerische Berufsbildungssystem und die Lernenden werden in ihren persönlichen Berufswahlfähigkeiten gefördert, um eine nachhaltige Lösung für den Anschluss nach dem I-B-A zu erreichen.

Weitere Informationen

hidden placeholder

behoerden

Fusszeile